Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior


« zur KategoriensucheTEI

Nehalennia

CF-GeI-337

NEHALENNIÂE

SENTIVS · ATTI

CVS · ÊT · TERTIN̂IVS

QVARTINVS

  5 V · S · L · M

Nehalenniae

Sentius Atti-

cus et Tertinius

Quartinus

  5 v(otum) s(olverunt) l(ibentes) m(erito)

CivitasCivitas Frisiavonum
Apparatus criticusZ. 1: ohne Ligatur – EDH
Z. 3: ohne Ligaturen – EDH
Übersetzung Deutsch

Für Nehalennia!
Sentius Atticus und Tertinius Quartinus haben das Gelübde gerne und verdientermaßen erfüllt.

Übersetzung Englisch

To Nehalennia!
Sentius Atticus and Tertinius Quartinus habe fulfilled a vow willingly and deservedly.

Autopsienon vidimus
Lesung gründet auf: Stuart/Bogaers
Editionen und LesungenStuart/Bogaers 2001, A35
AE 2001, 1461
Elektronische RessourcenHD047345 (Version von 2017-06-12) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
EDCS-23400581 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/209563 (Trismegistos)
Fundort antikGanuenta
Fundort modern Oosterschelde bei Colijnsplaat
Fundumständeaus dem Meer geborgen
VerwahrungMiddelburg, Zeeuws Museum, Sammlung Valster
InventarnummerGAV 1994-13
InschriftträgerAedicula-Altar
Material Kalkstein
Archäologische Klassifikation Fragment
Tier
Hund
Reliefschmuck
Füllhorn
Beschreibung Objekt

Von dem Aedicula-Altar ist nur der untere Teil mit der Inschrift erhalten geblieben. Die Überfläche ist leicht verwittert und die Kanten bestoßen. Von der Nische ist noch die linke untere Ecke erhalten.

Zustand Objekt größeres Fragment
MaßeHöhe: 48,0 cm
Breite: 45,5 cm
Tiefe: 17,5 cm
Ikonografie

Das Götterbild ist bis auf einen Teil des Hundes, der sehr verwaschen ist, nicht mehr erhalten.

Die Schmalseiten sollen mit ausgemeißelten Füllhörnern versehen sein (Stuart/Bogaers 2001, 76).

Inschrift

Der zur Gänze erhaltene Text füllt das Inschriftenfeld komplett aus. Die Buchstaben der letzten Zeile sind deutlich kleiner.
Ligaturen: s. Majuskeltext – besondere Zeichen: In Z.3 findet sich eine Ligatur von N und I mit erhöhter senkrechter rechter Haste.

Technikgemeißelt
Kommentar Götternamen

Nehalennia: keltisch; ‚diejenige im Salzwasser bzw. in der See‘ (de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 141; de Bernardo Stempel 2004)

Vorkommen in theonymischen Formularen:

Nehalennia:
- Germania Inferior: Belege sind überaus häufig. Zwei Inschriften stammen aus Köln alle anderen aus Domburg und Colijnsplaat. Die Göttin wird dabei, bis auf wenige Ausnahmen, stets als dea Nehalennia angesprochen. Die hier vorgelegte Inschrift wäre ein Beispiel, wo das nicht so ist, wenn nicht eventuell „deae“ irgendwo nicht erhalten außerhalb des Inschriftenfeldes stand (wie z.B. in CF-GeI-337).
- außerhalb der Germania Inferior: -

Kommentar allgemein

Sentius Atticus: römisches Namensformular ohne Praenomen
Sentius: italisches Gentilnomen, gängiger Name (Kakoschke 2006, GN 1150); keltisch (Delamarre 2007, 166)
Atticus: lateinisches Cognomen, überall gängig (Kakoschke 2006, CN 360); keltisch (Delamarre 2007, 32)

Tertinius Quartinus: römisches Namensformular ohne Praenomen
Tertinius: einheimisches Pseudogentilnomen, abgeleitet vom lateinischen Cognomen Tertius/Tertinus; der Name findet sich fast ausschließlich nördlich der Alpen, vor allem im Rheinland (Kakoschke 2006, GN 1281).
Quartinus: lateinisches Cognomen, Weiterbildung des Cognomens Quartus; gängiger Name (Kakoschke 2008, CN 2517)

ZitiervorschlagCF-GeI-337, hdl.handle.net/11471/504.50.337
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0


Bild 1: Front, Stuart/Bogaers 2001, Taf.29, A35, Rechte vorbehalten