Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior


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Matronae Vatviae

CF-GeI-320

MAT VATVIA
M · FIRMIN̂IVS
BASSVS PRO SE
ET S S L M
Mat(ronis) Vatvia(bus)
M(arcus) Firminius
Bassus pro se
et s(uis) s(olvit) l(ibens) m(erito)
CivitasCCAA
Übersetzung Deutsch

Für die Matronae Vatviae!
Marcus Firminius Bassus hat für sich und die Seinen (sein Gelübde) gerne und verdientermaßen erfüllt.

Übersetzung Englisch

To the Matronae Vatviae!
Marcus Firminius Bassus paid (his vow) willigly and deservedly for himself and his family.

Autopsievidimus
Editionen und LesungenNeuffer 1948, 400
Nesselhauf-Lieb 1959, Nr.235
Elektronische RessourcenEDCS-10900440 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/419706 (Trismegistos)
Fundort modern Morken-Harff
FundstelleUmstände: Zusammen mit vier anderen Altären (CF-GeI-284, 317–319) bei Erweiterung des Braunkohletagbaus gefunden. Die Steine wurden sekundär als Baumaterial verwendet.
Fundjahr1943
VerwahrungBonn, Rheinisches Landesmuseum, 43141
InschriftträgerWeihealtar
Material Sandstein
Archäologische Klassifikation Fragment
Aufsatzschmuck
Reliefdekor
Lineardekor
Rosette
glatt
Beschreibung Objekt

Der Weihestein ist oben und unten stark beschädigt. Der Sockel fehlt komplett, vom Aufsatz ist in der Mitte der Ansatz des Giebels noch zu erahnen. Insgesamt ist der Stein in vier Teile zerbrochen.
Während die Giebelregion stark in Mitleidenschaft gezogen ist und folglich Reliefdekor nicht mehr nachvollziehbar ist, sind die Fronten der Pulvini mit Rosettendekor versehen. Neuffer (1948, 400) will noch Spuren von der Giebelrosette erkennen. Die Schmalseiten sind unverziert.

Zustand Objekt weitgehend vollständig
MaßeHöhe: 60,0 cm
Breite: 34,0 cm
Tiefe: 18,0 cm
IkonografieDie Schmalseiten weisen keine Reliefverzierung auf.
Zustand Inschriftfeld vollständig
Technikgemeißelt
Buchstabenhöhe3,2 –3,3 cm
Inschrift

Da das Inschriftenfeld in mehrere anpassende Fragmente zerbrochen ist, ist der Text ist komplett erhalten.
Ligatur, s. Majuskeltext. – Besondere Zeichen: In Z.1 findet sich ein kleines hochgestelltes I (H: 1,9 cm); in Z.2 eine Ligatur von N und I mit erhöhter rechter senkrechter Haste.

Datierung2.–A.3.Jh.
Notabilia Varia

v.1: „Vatvia(bus)” pro “Vatviis”

Kommentar Götternamen

Vatviae: keltisch, ,die der Prophezeiungen‘ (Delamarre 2007, 191, 235); anders: germanisch, in Zusammenhang gebracht mit dem Wortfeld für ,Wasser‘ (Gutenbrunner 1936, 164f.)

Belegsituation:
Matronae Vatviae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: Das theonymische Formular stellt die zumeist belegte Form dar.
- Außerhalb der Germania Inferior: -
Vatviae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: Für dieses eingliedrige theonymische Formular kann nur auf CF-GeI-310 verwiesen werden, doch ist zumindest in Erwägung zu ziehen, dass dort ein vorausgehendes „Matronis“ abgebrochen ist.
- Außerhalb der Germania Inferior: -
Vatviae Berchliachenae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: Für dieses theonymische Formular kann lediglich CF-GeI-284 als Beleg gelten. Ähnlich wie bei den Matronae Vatviae Nersihenae (CF-GeI-311) könnte es sich dabei um einen von einer Örtlichkeit hergeleiteten Beinamen handeln (Nesselhauf-Lieb 1959, zu Nr.236), doch könnten darunter auch zwei eigenständige Götternamen zu verstehen sein.
- Außerhalb der Germania Inferior: -

Kommentar allgemein

Marcus Firminius Bassus: tria nomina
Firminius: einheimisches Pseudogentilnomen, abgeleitet vom lateinischen Cognomen Firmus/Firminus (Kakoschke 2006, GN 489)
Bassus: lateinisches oder griechisches Cognomen; verbreitet vorkommender Name (Kakoschke 2007, CN 473)

ZitiervorschlagCF-GeI-320, hdl.handle.net/11471/504.50.320
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0


Bild 1: CIL XIII Projekt, CC BY-NC
Bild 2: FercanGermaniaInferior, CC BY-NC