Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior


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Matronae Vatviae

CF-GeI-313

MATRONIS
VATVIABVS
Q · IVL · PRIMVS
PRO · SE · ÊT · SVIS
5 V · S · L · M
Matronis
Vatviabus
Q(uintus) Iul(ius) Primus
pro se et suis
5 v(otum) s(olvit) l(ibens) m(erito)
CivitasCCAA
Apparatus criticusZ. 4: ohne Ligatur – Espérandieu
Übersetzung Deutsch

Für die Matronae Vatviae!
Quintus Iulius Primus hat für sich und die Seinen sein Gelübde gerne und verdientermaßen erfüllt.

Übersetzung Englisch

To the Matronae Vatviae!
Quintus Iulius Primus paid his vow willingly and deservedly for himself and for his family.

Autopsievidimus (CIL XIII Projekt)
Editionen und LesungenCIL XIII 7891
Espérandieu VIII 6346
Elektronische RessourcenEDCS-11100116 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/414954 (Trismegistos)
Fundort antikIuliacum
Fundort modern Rödingen
Fundstelle zwischen dem Pfarrdorf Rödingen und der villa „in der Hölle“, auf einem sandigen Hügel
Umstände: gleichzeitig gefunden mit CF-GeI-266
Fundjahr1781
VerwahrungMannheim, Reiss-Engelhorn-Museum
InschriftträgerWeihealtar
Material Sandstein
Archäologische Klassifikation Aufsatzschmuck
Reliefschmuck
Baum
Laubbaum
Lorbeer
Pflanzenornament
Ranke
Blüte
Beschreibung Objekt

Es handelt sich um einen Weihealtar mit einfacher Bekrönung und Basis (Haug 1877, 32). Auf den Nebenseiten sind Umrisse eines pflanzlichen Reliefschmucks zu sehen.

Zustand Objekt mehrere Fragmente
IkonografieLaut Haug (1877, 32) sind auf den Schmalseiten die Reste eines Blumenornamentes erkennbar, während Espérandieu auf den Schmalseiten je einen Lorbeerbaum beschreibt.
Zustand Inschriftfeld mehrere Fragmente
Technikgemeißelt
Inschrift

Die im CIL und bei Espérandieu (weitere Literatur dazu siehe dort) vorgelegte Inschrift ist heute nur mehr in einigen kleinen Fragmenten erhalten.

Datierung150–250
Notabilia Varia

v.2: „Vatviabus” pro “Vatviis”

Kommentar Götternamen

Vatviae: keltisch, ,die der Prophezeiungen‘ (Delamarre 2007, 191, 235); anders: germanisch, in Zusammenhang gebracht mit dem Wortfeld für ,Wasser‘ (Gutenbrunner 1936, 164f.)

Belegsituation:
Matronae Vatviae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: Dieses theonymische Formular stellt die zumeist belegte Form dar.
- Außerhalb der Germania Inferior: -
Vatviae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: Für dieses eingliedrige theonymische Formular kann nur auf CF-GeI-310 verwiesen werden, doch ist zumindest in Erwägung zu ziehen, dass dort ein vorausgehendes „Matronis“ abgebrochen ist.
- Außerhalb der Germania Inferior: -
Vatviae Berchliachenae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: Für dieses theonymische Formular kann lediglich CF-GeI-284 als Beleg gelten. Ähnlich wie bei den Matronae Vatviae Nersihenae (CF-GeI-311) könnte es sich dabei um einen von einer Örtlichkeit hergeleiteten Beinamen handeln (Nesselhauf-Lieb 1959, zu Nr.236), doch könnten darunter auch zwei eigenständige Götternamen zu verstehen sein.
- Außerhalb der Germania Inferior: -

Kommentar allgemein

Q(uintus) Iul(ius) Primus: tria nomina
Iulius: italisches Gentilnomen von Caesar bis Caligula, in den germanischen Provinzen überaus häufig bezeugt (Kakoschke 2006, GN 621)
Primus: lateinisches Cognomen, überall äußerst gängig (Kakoschke 2008, CN 2445)

ZitiervorschlagCF-GeI-313, hdl.handle.net/11471/504.50.313
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0