Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior


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Matronae Vatviae

CF-GeI-312

MATRONIS

VATVIABVS

C · SECVNDIN

IVS AMANDVS

  5 EX IMP · IPS · L · M

Matronis

Vatviabus

C(aius) Secundin-

ius Amandus

  5 ex imp(erio) ips(arum) l(ibens) m(erito)

CivitasCCAA
Übersetzung Deutsch

Für die Matronae Vatviae!
Gaius Secundinius Amandus auf deren (= der Göttinnen) Geheiß gerne und verdientermaßen.

Übersetzung Englisch

To the Matronae Vatviae!
Gaius Secundinius Amandus by their (i.e. the goddesses) willingly and deservedly.

Autopsienon vidimus
Lesung gründet auf: CIL
Editionen und LesungenCIL XIII 7884
Elektronische RessourcenEDCS-11100109 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/414947 (Trismegistos)
Fundort antikIuliacum
Fundort modern Güsten
InschriftträgerWeihestein
Archäologische Klassifikation
Beschreibung Objekt

keine Beschreibung möglich

Ikonografie

keine Beschreibung möglich

Inschrift

Der Inschriftentext kann aus inhaltlichen Gründen für vollständig gelten.

Notabilia Varia

v.2: „Vatviabus” pro „Vatviis”

Kommentar Götternamen

Vatviae: keltisch, ,die der Prophezeiungen‘ (Delamarre 2007, 191, 235); anders: germanisch, in Zusammenhang gebracht mit dem Wortfeld für ,Wasser‘ (Gutenbrunner 1936, 164f.)

Vorkommen in theonymischen Formularen:

Matronae Vatviae:
- Germania Inferior: Das theonymische Formular stellt die zumeist belegte Form dar.
- außerhalb der Germania Inferior: -

Matronae Vatviae Nersihenae:
- Germania Inferior: Das theonymische Formular ist lediglich in CF-GeI-311 belegt. Nersiahenae wurde auf den Flussnamen Niers zurückgeführt (Neumann 1987, 110; Derks 1998, 123).
- außerhalb der Germania Inferior: -

Vatviae:
- Germania Inferior: Für dieses eingliedrige theonymische Formular kann nur auf CF-GeI-310 verwiesen werden, doch ist zumindest in Erwägung zu ziehen, dass dort ein vorausgehendes „Matronis“ abgebrochen ist.
- außerhalb der Germania Inferior: -

Vatviae Berchliachenae :
- Germania Inferior: Für dieses theonymische Formular kann lediglich CF-GeI-284 als Beleg gelten. Ähnlich wie bei den Matronae Vatviae Nersihenae (CF-GeI-311) könnte es sich bei Berchliachenae um einen von einer Örtlichkeit hergeleiteten Beinamen handeln (Nesselhauf-Lieb 1959, zu Nr.236), doch könnten darunter auch zwei eigenständige theonymische Formulare – Vatviae und Berchliachenae – zu verstehen sein.
- außerhalb der Germania Inferior: -

Kommentar allgemein

Gaius Secundinius Amandus: tria nomina
Secundinius: einheimisches Pseudogentilnomen, abgeleitet vom lateinischen Cognomen Secundus/Secundinus; -inius Namen treten verstärkt in den germanischen Provinzen (bes. Niedergermanien) auf (Kokoschke 2006, GN 1131)
Amandus: lateinisches Cognomen, überall gängig (Kakoschke 2007, CN 146)

ZitiervorschlagCF-GeI-312, hdl.handle.net/11471/504.50.312
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0