Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior

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Sunuxsalis

CF-GeI-300

[.]EAE
[---]VXALI
[---] VALERI
[---]SSVS OPT̂IO
5 [---] I MI [.] F
[---] ÊT SVIS
[---] S L M
[D]eae
[Sun]uxali
[---] Valeri-
[us Ba]ssus optio
5 [leg(ionis)] I Mi(nerviae) [P(iae)] F(idelis)
[pro se] et suis
[v(otum)] s(olvit) l(ibens) m(erito)
CivitasCCAA
Apparatus criticusZ. 3: Valer – AE 1893
Z. 4: ohne Ligatur – Friedrich
Z. 5: M(inerviae) p(iae) f(idelis) – AE 1893, Lehner, Friedrich
Z. 6: [pro s]e êt – Lehner; [pro s]e et – Friedrich
Übersetzung Deutsch

Für die Göttin Sunuxalis!
… Valerius Bassus optio der legio I Minervia Pia Fidelis hat für sich und die Seinen das Gelübde gerne und verdientermaßen erfüllt.

Übersetzung Englisch

To the goddess Sunuxalis!
… Valerius Bassus optio of the 1st legion Minervia Pia Fidelis paid his vow willingly and deservedly for himself and for his family.

Autopsievidimus (CIL XIII Projekt)
Editionen und LesungenAE 1893, 35
CIL XIII 7795
Lehner 1918, Nr.244
Friedrich 2010, 263
Elektronische RessourcenEDCS-11100020 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/414867 (Trismegistos)
Fundort antikRigomagus
Fundort modern Remagen
FundstelleUmstände: während Fundamentierungsarbeiten im Weinkeller Orth
Fundjahr1892
VerwahrungBonn, Rheinisches Landesmuseum, 8614
InschriftträgerWeihealtar
Material Tuff
Archäologische Klassifikation Fragment
Aufsatzschmuck
Reliefdekor
Rosette
glatt
Beschreibung Objekt

Es handelt sich um die rechte Seite eines Weihealtars, die in mehrere Teile gebrochen ist. Die linke Seite fehlt komplett. Vom Aufsatzschmuck hat sich nur mehr die rechte Volute samt Rosettendekor erhalten. Sockel und Gesims sind abgeschlagen. Auf den Seiten wird keinerlei Dekor beschrieben.

Zustand Objekt größere Fehlstellen
MaßeHöhe: 106,0 cm
Breite: 47,0 cm
Tiefe: 37,0 cm
IkonografieAn den Schmalseiten wird in der Literatur kein Dekor oder Reliefschmuck angeführt.
Zustand Inschriftfeld größere Fehlstellen
Technikgemeißelt
Inschrift

Der Inschriftentext ist rechts abgebrochen.
Ligaturen, s. Majuskeltext. – Besondere Zeichen: In Z.4 findet sich eine Ligatur von T und I mit verlängerter senkrechter Haste; in Z.5 ein Querstrich über dem I.

Kommentar Götternamen

Sunuxalis: Variante von Sunuxsalis: keltisch (Delamarre 2007, 175); anders: germanisch (Gutenbrunner 1936, 228); die Gottheit wird als Stammesgottheit der Sunuci angesehen (Spickermann 2008, 46)

Belegsituation:
Sunuxsalis (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: Der Göttername ist 10x gesichert belegt und jeweils mit dem theonymischen Formular dea Sunuxsalis.
- Außerhalb der Germania Inferior: -

Kommentar allgemein

Valerius Bassus: römisches Nemensformular ohne Praenomen
Valerius: italisches Gentilnomen, überall äußerst gängig (Kakoschke 2006, GN 1346)
Bassus: lateinisches oder griechisches Cognomen; verbreitet vorkommender Name (Kakoschke 2007, CN 473)

legio I Minervia Pia Fidelis: Die Legion war ab 83 n.Chr. in Bonn stationiert. Den Beinamen Pia Fidelis trägt sie nach 96 (Stein 1932, 104).

ZitiervorschlagCF-GeI-300, hdl.handle.net/11471/504.50.300
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0

Bild 1: CIL XIII Projekt, CC BY-NC