Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior

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Ardbinna

CF-GeI-29

DEAE · ARDBI
N̂NAE · T · IVLI
VS · AEQV̂ALIS
S · L · M
Deae Ardbi-
nnae T(itus) Iuli-
us Aequalis
s(olvit) l(ibens) m(erito)
CivitasCCAA
Apparatus criticusZ. 2: ohne Ligatur – ILS
Z. 3: ohne Ligatur – ILS
Übersetzung Deutsch

Für die Göttin Ardbinna!
Titus Iulius Aequalis hat (das Gelübde) gerne und verdientermaßen erfüllt.

Übersetzung Englisch

To the goddess Ardbinna!
Titus Iulius Aequalis paid (his vow) willingly and deservedly.

Autopsievidimus (CIL XIII Projekt)
Editionen und LesungenILS 4697
CIL XIII 7848
Lehner 1918, Nr.236
Elektronische RessourcenEDCS-11100072 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/414914 (Trismegistos)
Fundort modern Gey
Fundstelle(bei), an der rechten Seite der Landstraße von Düren nach Montjoie, die Entfernung des Fundortes von der Landstraße beträgt 2 Schritte, 8 Minuten von Gey
Fundjahr1839
VerwahrungBonn, Rheinisches Landesmuseum, 17274
InschriftträgerWeihealtar
Material Sandstein
Archäologische Klassifikation Aufsatzschmuck
Reliefdekor
Lineardekor
Rosette
Opferschale
Frucht
Reliefschmuck
Baum
Beschreibung Objekt

Der vollständig erhaltene Altar besteht aus einem unten und seitlich bestoßenen Sockel, der sich durch eine Stufe vom Altarkörper absetzt. Darüber erhebt sich der Altarkörper mit dem nicht gerahmten Inschriftenfeld.

Der Aufsatz ist durch ein vorragendes schmales Gesims (umlaufend?) vom Altarkörper abgehoben. Erkennbar sind von der Bekrönung noch die beiden Pulvini links und rechts. Nach Lehner (1918, 112f.) ist der Ansatz eines Tellers oder einer Frucht oben erkennbar. Nachvollziehbar ist der Rest einer Rosette im Giebelfeld sowie beginnendes Lineardekor bis zu den verwitterten Pulvini.
Laut Lehner befinden sich an den Schmalseiten Bäume.

Zustand Objekt vollständig
MaßeHöhe: 72,0 cm
Breite: 50,0 cm
Tiefe: 19,0 cm
IkonografieLaut Literatur (Lehner 1918, 112f.) sind an den Seiten Baumdarstellungen in Relief zu finden.
Zustand Inschriftfeld vollständig
Technikgemeißelt
Inschrift

Der Text füllt nur die obere Hälfte des Inschriftenfelds. Er ist vollständig erhalten.
Ligaturen, s. Majuskeltext.

Datierung180–250
Kommentar Götternamen

Ardbinna: sekundäre Variante von: Ardvinna. „Das Grundlexem ist jedenfalls keltisch und die Etymologie ‚die Hohe‘ passt zu einer Berggottheit“ (de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 139), vorausgesetzt dass es sich nicht um ein Tabutheonym mit Bedeutung ‚die Erhabene‘ handelt, dazu de Bernardo Stempel 2010, 108f.

Belegsituation:
Ardbinna (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: nur in dieser Inschrift und zwar mit dem theonymischen Formular dea Ardbinna belegt
- Außerhalb von Germania Inferior: wahrscheinlich auf einer Inschrift in Rom (CIL VI 46); Die rechte obere Ecke, die den Götternamen Ardvinna enthält, ist allerdings nur durch Zeichnungen überliefert. Der heutige Zustand ist vermutlich falsch ergänzt, vgl. dazu Schraudolph 1993, 211f., Krüger 1917, 11).

Kommentar allgemein

Titus Iulius Aequalis: tria nomina
Iulius: italisches Gentilnomen, in den germanischen Provinzen überaus häufig bezeugt (Kakoschke 2006, GN 621)
Aequalis: lateinisches Cognomen (Kakoschke 2007, CN 62)

ZitiervorschlagCF-GeI-29, hdl.handle.net/11471/504.50.29
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0

Bild 1: CIL XIII Projekt, CC BY-NC