Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior


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Malvisae

CF-GeI-277

IN H D D

DIABVS

MALVISIS

ET SILVANO

  5 AVR VERE

CVNDVS

ORD̂I · BRITO

V S L M

In h(onorem) d(omus) d(ivinae)

d<e>abus

Malvisis

et Silvano

  5 Aur(elius) Vere-

cundus

ordi(narius) Brito(num)

v(otum) s(olvit) l(ibens) m(erito)

CivitasCCAA
Apparatus criticusZ. 7: ohne Ligatur – ILS, Riese, Alföldy, Galsterer/Galsterer 2010, KIK2012
Übersetzung Deutsch

Zu Ehren des Kaiserhauses
für die Göttinnen Malvisae und für Silvanus!
Aurelius Verecundus, ordinarius der Britones, hat das Gelübde gerne und verdientermaßen erfüllt.

Übersetzung Englisch

In honour of the Divine Household
to the goddesses Malvisae and to Silvanus!
Aurelius Verecundus, ordinarius of the Britones, has fulfilled a vow willingly and deservedly.

Autopsienon vidimus
Lesung gründet auf: Photo
Editionen und LesungenILS 4762
CIL XIII 8208
Riese 1914, Nr.1745
Alföldy 1968 (Hilfstruppen), Nr.183
Galsterer/Galsterer 1975, Nr.79
Galsterer/Galsterer 2010, Nr.112
KIK2012 146
Elektronische RessourcenEDCS-01200046 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/415256 (Trismegistos)
Fundort antikCCAA
Fundort modern Köln
FundstelleHohe Pforte
VerwahrungKöln, Römisch-Germanisches Museum
Inventarnummer341
InschriftträgerWeihealtar
Material Kalkstein
Archäologische Klassifikation Aufsatzschmuck
Reliefdekor
Blattdekor
Opferschale
nachgezogen
Beschreibung Objekt

Es handelt sich um einen kleinen Weihealtar, dessen Inschrift rot nachgezogen wurde. Der Aufsatz ist großteils erhalten geblieben, ansonsten ist der Altar vollständig, bis auf einige kleine Einkerbungen und Bestoßungen. Düntzer (1869, 38 f.) beschreibt einen Kranz in der Mitte des Aufsatzes, d.h. man kann hierbei von einer Opferschale aus Stein als Aufsatzbekrönung ausgehen, die hinter dem mittigen Giebel und zwischen den beiden Pulvini platziert wurde.

Zustand Objekt vollständig
MaßeHöhe: 42,0 cm
Breite: 26,0 cm
Tiefe: 14,0 cm
Ikonografie

Bis auf das pflanzlich anmutende Reliefdekor des Aufsatzes sind keine weiteren Hinweise auf Reliefschmuck bekannt.

Inschrift

Der Text ist vollständig erhalten. Die Buchstaben sind heute rot ausgemalt.
Ligatur: s. Majuskeltext – besondere Zeichen: In Z.7 findet sich eine Ligatur von D und I mit erhöhter senkrechter Haste (H: 3,3 cm).

Technikgemeißelt
Buchstabenhöhe1,9–3,3 cm
Notabilia Varia

v.2: „diabus“ pro „deabus“

Kommentar Götternamen

Malvisae: vielleicht eine aus Dakien mitgebrachte detoponymische Gottheit, benannt nach dem Ort ‚Malva’ (de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 146)

Vorkommen in theonymischen Formularen:

Malvisae:
- Germania Inferior: Der Göttername ist bislang nur 2x – in der hier vorgelegten Inschrift und möglicherweise in CF-GeI-278 – belegt.
- außerhalb der Germania Inferior: -

Kommentar allgemein

Aurelius Verecundus: römisches Namensformular mit Gentil- und Cognomen, ohne Praenomen
Aurelius: italisches kaiserliches Gentilnomen; die Häufigkeit des Namens steht in Zusammenhang mit der Constitutio Antoniniana, nach der viele Neubürger dieses Gentilnomen annahmen; doch auch Personen, die zuvor schon im Besitz des Bürgerrecht waren, fügten dieses Gentile nun nicht selten ihrem Namen an (Kakoschke 2006, GN 173).
Verecundus: lateinisches Cognomen, überall äußerst gängig (Kakoschke 2008, CN 3278)

ordinarius: Bezeichnung, die schon im 3.Jh. für die Centurionen eines numerus belegt ist; im 4.Jh. auch in den Legionen verwendet (Domaszewski-Dobson 60)

Britones: Angesprochen ist wohl ein numerus Britonum: Der Stationierungsort des numerus ist unbekannt (Noelke 2016, 601). Nach Alföldy war die Einheit in Divitiae (Deutz) stationiert; sie sei von numeri der Britones in Obergermanien zu trennen (Alföldy 1968, Hilfstruppen, 79).

Datierung3.Jh.
ZitiervorschlagCF-GeI-277, hdl.handle.net/11471/504.50.277
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0


Bild 1: Front, FercanGermaniaInferior, CC BY-NC