Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior


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Matronae Gavadiae

CF-GeI-274

MAT[---]

GAV̂AS[---]

Q · CAI[---]

BELLI[---]

  5 PITON [---]

L [---]

Mat[ronis]

Gavas[iabus]

Q(uintus) Cai[---]

Belli[---]-

  5 piton [---]

l(ibentes) [m(erito)]

CivitasCCAA
Apparatus criticusZ. 2: ohne Ligatur – EDH
Z. 3: Cap[itonius] – AE, CIL, Lehner, Hinz; Cap[---] – EDH
Z. 4: Belli[--- Ca-] – CIL; Belli[cus? et Ca-] – Lehner; Bell[icus et Ca] – Hinz; Bell[--- Ca-] – EDH
Z. 5: [pitonia? ---] – Lehner; pitoni[ia …] –Hinz; ohne Bruchstelle am Ende der Zeile – EDH
Z. 6: [p(osuit)] – AE, CIL; l(ibens) [p(osuit)] – EDH
Übersetzung Deutsch

Für die Matronae Gavasiae!
Quintus Cai… Belli… …piton… gerne und verdientermaßen.

Übersetzung Englisch

To the Matronae Gavasiae!
Quintus Cai… Belli… …piton… willingly and deservedly.

Autopsievidimus (CIL XIII Projekt)
Editionen und LesungenAE 1906, 159
CIL XIII 12067
Lehner 1918, Nr.331
Hinz 1969, 244, Anm.23
Elektronische RessourcenHD022055 (Version von 2015-05-7) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
EDCS-12800089 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/209241 (Trismegistos)
Fundort antikTiberiacum
Fundort modern Thorr
Fundstellein der alten Kirche
Fundumständevermauert
Fundjahr1905
VerwahrungBergheim, Museum
Inventarnummer17 898
InschriftträgerWeihealtar
Material Sandstein
Archäologische Klassifikation Fragment
Aufsatzschmuck
Reliefdekor
Blattdekor
Reliefschmuck
Baum
Laubbaum
Lorbeer
Beschreibung Objekt

Es handelt sich um die linke Hälfte eines Weihealtars. Vom Aufsatz sind abgeschlagene Reste erhalten, darunter erkennbar Reste des mittigen Giebels und des linken Pulvinus. Der Sockel ist abgeschlagen.

Zustand Objekt größere Fehlstelle/n
MaßeHöhe: 82,0 cm
Breite: 23,0 cm
Tiefe: 24,0 cm
Ikonografie

Der erhaltene Pulvinus ist mit geschupptem Blattdekor verziert.
Auf der linken Schmalseite befindet sich eine Baumdarstellung. Es handelt sich um einen Laubbaum mit leicht nach links geknicktem Stamm, in dessen Mitte ein Aststumpf nach links emporwächst. Die buschige Baumkrone besteht aus länglichen spitz zulaufenden Blättern, zwischen denen runde Früchte erkennbar sind. Es könnte sich demnach um einen Lorbeerbaum handeln.
Die rechte Schmalseite ist nicht erhalten geblieben.

Inschrift

Der Text füllt das Inschriftenfeld nicht zur Gänze aus (unter dem Text bleibt ein Freiraum). Erhalten ist seine linke Hälfte.
Ligatur: s. Majuskeltext

Technikgemeißelt
Notabilia Varia

v.2: „Gavasiabus” pro „Gavasiis”

Kommentar Götternamen

Gavasiae: Variante von Gavadiae: keltisch (Delamarre 2007, 102); anders: germanisch (Neumann 1987, 119); die Bedeutung des Namens ist bislang unklar (Spickermann 1994, 346).

Vorkommen in theonymischen Formularen:

Matronae Gavadiae:
- Germania Inferior: Das theonymische Formular ist in der Form Matronae Gavadiae 5x gesichert bezeugt, daher liegt die Ergänzung auf Matronae Gavasiae in der hier vorgelegten Inschrift nahe.
- außerhalb der Germania Inferior: -

ZitiervorschlagCF-GeI-274, hdl.handle.net/11471/504.50.274
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0


Bild 1: Front, CIL XIII Projekt, CC BY-NC
Bild 2: , Rechte vorbehalten