Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior


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Matronae Gavadiae

CF-GeI-270

MAT̂RONIS

GAVADIABVS

CALDIV · SEVI

RVS · E · SVPER

  5 L M

Matronis

Gavadiabus

Caldiv(ii) Sevi

rus e(t?) Super

  5 l(ibens) m(erito)

CivitasCCAA
Übersetzung Deutsch

Für die Matronae Gavadiae!
Caldivius Sevirus und Caldivius Super gerne und verdientermaßen.

Übersetzung Englisch

To the Matronae Gavadiae!
Caldivius Sevirus and Caldivius Super willingly and deservedly.

Autopsienon vidimus
Lesung gründet auf: CIL
Editionen und LesungenCIL XIII 7894
Elektronische RessourcenEDCS-11100119 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/414957 (Trismegistos)
Fundort modern Bettenhoven
Fundstellein einem Grab
Fundumständegemeinsam mit CF-GeI-53
Verwahrungverschollen
InschriftträgerWeihealtar
Archäologische Klassifikation Abschrift
Beschreibung Objekt

Der Weihealtar ist laut Lersch (1844, 182f.) in einem Grab bei Bettenhoven gefunden worden und den Umständen entsprechend gut erhalten geblieben. Weitere Beschreibungen sind in der Literatur nicht vorhanden, der Stein ist angeblich verschollen. Steiner konnte ihn in Bonn noch sehen (1851, 183).

Zustand Objekt unklar
Ikonografie

keine Beschreibung möglich

Inschrift

Der Inschriftentext ist nach inhaltlichen Kriterien offenbar vollständig überliefert.
Ligatur: s. Majuskeltext

Notabilia Varia

v.2: „Gavadiabus” pro „Gavadiis”
v.4: „e” pro „et”

Kommentar Götternamen

Gavadiae: keltisch (Delamarre 2007, 102); anders: germanisch (Neumann 1987, 119); die Bedeutung des Namens ist bislang unklar (Spickermann 1994, 346).

Vorkommen in theonymischen Formularen:

Matronae Gavadiae:
- Germania Inferior: Das theonymische Formular ist 5x gesichert bezeugt.
- außerhalb der Germania Inferior: -

Kommentar allgemein

Caldivii Sevirus et Super: Der erhaltene Text ist vermutlich auf diese Art zu lesen. Es handelt sich dann dabei um zwei römische Namensformulare jeweils bestehend aus Gentil- und Cognomen.
Caldivius: Herkunft unbekannt (Kakoschke 2006, GN 242a); vielleicht Verschreibung von Caldinius (Kakoschke 2014, 69f.)
Sevirus: vielleicht keltisches Cognomen, steht möglicherweise für Severus (Kakoschke 2008, CN 2839); zu Severus: lateinisches Cognomen, überall äußerst gängig (Kakoschke 2008, CN 2838)
Super: lateinisches Cognomen, tritt verstärkt in der Germania Inferior auf (Kakoschke 2008, CN 2970)

ZitiervorschlagCF-GeI-270, hdl.handle.net/11471/504.50.270
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0


Bild 1: Abschrift, CIL XIII 7894, CC BY-NC