Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior


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Matronae Vacallinehae

CF-GeI-260

M̂ATRON̂IS
V̂ACALL̂INEHÎS
L · CAVON̂IVS
VICTOR · L · M
Matronis
Vacallinehis
L(ucius) Cavonius
Victor l(ibens) m(erito)
CivitasCCAA
Apparatus criticusZ. 1: ohne Ligaturen – EDH
Z. 2: ohne Ligaturen – EDH
Z. 3: Cavon̂i[u]s – Lehner; ohne Ligaturen – EDH
Übersetzung Deutsch

Für die Matronae Vacallinehae!
Lucius Cavonius Victor gerne und verdientermaßen

Übersetzung Englisch

To the Matronae Vacallinehae!
Lucius Cavonius Victor willingly and deservedly

Autopsievidimus (CIL XIII Projekt)
Editionen und LesungenAE 1908, 00254
CIL XIII 12038
Lehner 1918, Nr.507
Elektronische RessourcenHD020909 (Version von 2009-10-22) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
EDCS-12800060 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/209167 (Trismegistos)
Fundort modern Lessenich
Fundstelle(bei), 20 Min südl
Umstände: gemeinsam mit CF-GeI-259 und CF-GeI-261 nahe Lessenich auf einer Anhöhe entdeckt
Fundjahr1908
VerwahrungBonn, Rheinisches Landesmuseum, 19816
InschriftträgerWeihealtar
Material Sandstein
Archäologische Klassifikation Aufsatzschmuck
Reliefdekor
Rosette
glatt
Beschreibung Objekt

Der Weihealtar ist an Sockel und Gesims abgearbeitet. Der Aufsatz ist in einem rosettengeschmückten Giebelrest vorhanden. Die linke und rechte obere Ecke wurden abgeschlagen.

Zustand Objekt weitgehend vollständig
MaßeHöhe: 73,0 cm
Breite: 37,0 cm
Tiefe: 14,0 cm
IkonografieLaut Literatur sind die Seitenflächen glatt und ohne Dekor (Lehner 1908, 53).
Zustand Inschriftfeld weitgehend vollständig
Technikgemeißelt
Inschrift

Der Text füllt das Inschriftenfeld nur ca. in der oberen Hälfte aus. Er ist vollständig erhalten. Die Größe der Buchstaben nimmt nach unten hin ab.
Ligaturen, s. Majuskeltext. – Besondere Zeichen: in Z.1 findet sich eine Ligatur von N und I mit erhöhter rechter senkrechter Haste; in Z.2 eine Ligatur von L und I mit erhöhter senkrechter Haste und Ligatur von H und I mit erhöhter rechter senkrechter Haste; in Z.3 eine Ligatur von N und I mit erhöhter rechter senkrechter Haste.

Datierung150–250
Kommentar Götternamen

Vacallinehae: die Etymologie weist auf Waldgottheiten hin: ‚die unter den Bäumen bzw. dem Wald Verweilenden‘ (vgl. de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 144)

Belegsituation:
Matronae Vacallinehae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: Das theonymische Formular ist häufig bezeugt.
- Außerhalb der Germania Inferior: -
Matres Vacallinehae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: Das theonymische Formular ist mindestens 1x gesichert bezeugt (CF-GeI-239).
- Außerhalb der Germania Inferior: -
Vacallinehae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: häufig bezeugt
- Außerhalb der Germania Inferior: -

Kommentar allgemein

Lucius Cavonius Victor: tria nomina
Cavonius: einheimische Bildung, der Name ist nur in der hier vorgelegten Inschrift epigraphisch belegt (Kakoschke 2006, GN 304)
Victor: lateinisches Cognomen, überall äußerst gängig (Kakoschke 2008, CN 3321)

ZitiervorschlagCF-GeI-260, hdl.handle.net/11471/504.50.260
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0


Bild 1: CIL XIII Projekt, CC BY-NC