Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior

Fontes epigraphici religionum Celticarum antiquarum


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Matres/Matronae Vocallinae

CF-GeI-253

VACALLÎN̂E˧̂IS
T · TVLLON̂IVS
SVPER · L
Vacallinechis
T(itus) Tullonius
Super l(ibens?)
CivitasCCAA
Apparatus criticusZ. 1: Vacallîn̂êĥis – Alföldy
Übersetzung Deutsch

Für die Vacallinechae!
Titus Tullonius Super gern

Übersetzung Englisch

Für die Vacallinechae!
Titus Tullonius Super willingly

Autopsievidimus (CIL XIII Projekt)
Editionen und LesungenCIL XIII 12030
Lehner 1918, Nr.354
Alföldy 1968, Nr.132
Elektronische RessourcenEDCS-12800051 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
FundstelleBad Münstereifel-Nöthen (Pesch)
Umstände: im Matronenheiligtum gefunden, in Hof A, beim Sechseck M
Fundjahr1913
VerwahrungBonn, Rheinisches Landesmuseum, 24874
InschriftträgerWeihealtar
Material Sandstein
Archäologische Klassifikation Aufsatzschmuck
Beschreibung Objekt

Es handelt sich um einen Weihealtar mit einfachem Sockel und Gesims. Vom Aufsatzschmuck ist die linke Volute erhalten geblieben. Der Giebel sowie die rechte Volute fehlen. Auch die linke untere Ecke ist abgebrochen, wurde aber modern ergänzt. Die Seiten sind leicht bestoßen.

Zustand Objekt weitgehend vollständig
MaßeHöhe: 42,0 cm
Breite: 26,0 cm
Tiefe: 12,0 cm
Ikonografiekein Dekor, keine Ikonographie in der Literatur (Lehner 1918, 160) erwähnt
Zustand Inschriftfeld vollständig
Technikgemeißelt
Inschrift

Der Text füllt das Inschriftenfeld nur etwa in der oberen Hälfte aus. Er ist vollständig erhalten.
Ligaturen, s. Majuskeltext. – Besondere Zeichen: In Z.1 findet sich eine Ligatur von I, N und E mit erhöhter senkrechter linker Haste sowie eine Ligatur des Zeichens für den velaren Reibelaut mit I mit erhöhter senkrechter Haste; in Z.2 eine Ligatur von N und I mit erhöhter senkrechter rechter Haste.

Datierung150–250
Kommentar Götternamen

Keltisches Element:
Vacallinechae: Variante von Vocallinae: die Etymologie weist auf Waldgottheiten hin: ‚die unter den Bäumen bzw. dem Wald Verweilenden‘ (vgl. de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 144)

Belegsituation:
Vocallinae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: Das theonymische Formular ist überaus häufig bezeugt.
- Außerhalb der Germania Inferior: -
Matronae Vocallinae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: Das theonymische Formular ist überaus häufig bezeugt.
- Außerhalb der Germania Inferior: -
Matres Vocallinae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: Das theonymische Formular ist mindestens 1x gesichert bezeugt (CF-GeI-239).
- Außerhalb der Germania Inferior: -

Kommentar allgemein

Titus Tullonius Super: tria nomina
Tullonius: italisches Gentilnomen oder einheimische Bildung mit keltischer Basis (Kakoschke 2006, GN 1318)
Super: lateinisches Cognomen, der Name tritt u.a. verstärkt in Niedergermanien auf (Kakoschke 2008, CN 2970)

ZitiervorschlagCF-GeI-253, hdl.handle.net/11471/504.50.253
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0


Bild 1: CIL XIII Projekt, CC BY-NC