Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior

Fontes epigraphici religionum Celticarum antiquarum


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Matres/Matronae Vocallinae

CF-GeI-247

M̂ATRON̂IS
V̂AĈALL̂IN̂ÊI˧̂IS
FLAĈCINIA
LEFA
5 EX · IVS · IPS
L · M
Matronis
Vacallineichis
Flaccinia
Lefa
5 ex ius(su) ips(arum)
l(ibens) m(erito)
CivitasCCAA
Apparatus criticusZ. 1: Mtron̂is – CIL
Z. 2: V̂acall̂in̂êiĥis – Lehner; ohne Ligatur des Zeichens für den velaren Reibelaut und I – AE; V̂aĉall̂in̂êĥis – Alföldy; V̂aĉall̂in̂êiĥis – Biller
Übersetzung Deutsch

Für die Matronae Vacallineichae!
Flaccinia Lefa auf deren (der Göttinnen) Geheiß gerne nach erwiesener Wohltat

Übersetzung Englisch

To the Matronae Vacallineichae!
Flaccinia Lefa by order of them (the goddesses) willingly and deservedly

Autopsievidimus (CIL XIII Projekt)
Editionen und LesungenCIL XIII 12024
Lehner 1918, Nr.348
AE 1920, 5
Alföldy 1968, Nr.8
Biller 2001, 219
Elektronische RessourcenEDCS-12800045 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
FundstelleBad Münstereifel-Nöthen (Pesch)
Umstände: gefunden in Gebäude F des Matronenheiligtums
Fundjahr1913
VerwahrungBonn, Rheinisches Landesmuseum, 24869
InschriftträgerWeihealtar
Material Sandstein
Archäologische Klassifikation Fragment
Beschreibung Objekt

Laut Lehner handelt es sich um die vordere Hälfte eines rechteckigen Altars mit Sockel und Gesims, dessen Bekrönung abgeschlagen ist. Der Altar ist unten durchbrochen, oben schwer bestoßen und an der Rückseite abgeschlagen.

Zustand Objekt weitgehend vollständig
MaßeHöhe: 67 cm
Breite: 40 cm
Tiefe: 12 cm
Ikonografiekein Dekor, keine Ikonographie in der Literatur erwähnt (Lehner 1918, 158)
Zustand Inschriftfeld vollständig
Technikgemeißelt
Buchstabenhöhe2,5–4,5 cm
Inschrift

Der Inschriftentext ist zur Gänze erhalten. Die Buchstabengröße nimmt nach unten hin ab.
Ligaturen, s. Majuskeltext. – Besondere Zeichen: Am Ende von Z.1 findet sich eine Ligatur von N und I mit erhöhter rechter senkrechter Haste und am Zeilenende ein kleines S; in Z.2 ein kleines ins C eingeschriebenes A, eine Ligatur von L und I mit erhöhter senkrechter Haste, das Zeichen für den velaren Reibelaut in Ligatur mit einem I mit erhöhter senkrechter Haste und am Ende ein kleines S; in Z.3 ein kleines ins C eingeschriebenes C. Fraglich ist, ob in Z.2 eine Ligatur von E und I zu erkennen ist; Alföldy (1968, Nr.8) sieht hier nur ein E. Zuletzt hat Biller (2001, 219) wieder „eindeutig ein hochgestelltes I“ erkannt.

Datierung150–250
Kommentar Götternamen

Keltisches Element:
Vaccallineichae: Variante von Vocallinae: die Etymologie weist auf Waldgottheiten hin: ‚die unter den Bäumen bzw. dem Wald Verweilenden‘ (vgl. de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 144)

Belegsituation:
Matronae Vocallinae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: Das theonymische Formular ist überaus häufig bezeugt.
- Außerhalb der Germania Inferior: -
Matres Vocallinae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: Das theonymische Formular ist mindestens 1x gesichert bezeugt (CF-GeI-239).
- Außerhalb der Germania Inferior: -
Vocallinae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: Das theonymische Formular ist überaus häufig bezeugt.
- Außerhalb der Germania Inferior: -

Kommentar allgemein

Flaccinia Lefa: weibliches römisches Namensformular mit Gentile und Cognomen
Flaccinia: weibliche Form von Flaccinus: einheimisches Pseudogentilnomen, abgeleitet vom lateinischen Cognomen Flaccus/Flaccinus (Kakoschke 2006, GN 493)
Lefa: germanisches Cognomen (Kakoschke 2007, CN 1699)

ZitiervorschlagCF-GeI-247, hdl.handle.net/11471/504.50.247
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0


Bild 1: CIL XIII Projekt, CC BY-NC