Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior


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Vacallinehae

CF-GeI-245

VOCALLINEI-
HIS SEXT
CALDINIVS
GEMELLVS EX
5 IMPERIO
Vocallinei-
his Sext(us)
Caldinius
Gemellus ex
5 imperio
CivitasCCAA
Übersetzung Deutsch

Für die Vocallineihae!
Sextus Caldinius Gemellus auf Befehl (der Gottheiten)

Übersetzung Englisch

To the Vocallineihae!
Sextus Caldinius Gemellus by order (of the goddesses)

Autopsievidimus (CIL XIII Projekt)
Editionen und LesungenCIL XIII 12022
Lehner 1918, Nr.366
Alföldy 1968, Nr.145
Elektronische RessourcenEDCS-12800043 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/417138 (Trismegistos)
Fundort modern Bad Münstereifel Nöthen (Pesch), Tempelbezirk (Matronentempel Eifel)
FundstelleHof A
Umstände: gefunden in Hof A des Matronenheiligtums
Fundjahr1913
VerwahrungBonn, Rheinisches Landesmuseum, 24871
InschriftträgerWeihealtar
Material Sandstein
Archäologische Klassifikation Fragment
Aufsatzschmuck
Reliefdekor
Blattdekor
Rosette
Reliefschmuck
Baum
Beschreibung Objekt

Laut Lehner (1918 , 164) handelt es sich um die vordere Hälfte eines Weihealtars. Er wurde in mehreren Stücken aufgefunden und wieder zusammengefügt. Der Aufsatz sowie der Sockel sind teilweise abgeschlagen. Die Bekrönung besteht aus einem Giebel und Voluten zu beiden Seiten. Giebel und Voluten sind frontal mit Rosetten verziert, am Rest des Aufsatzes ist Blattdekor erkennbar.
Auf den Schmalseiten befinden sich halbierte Reliefdarstellungen von Bäumen.

Zustand Objekt weitgehend vollständig
MaßeHöhe: 109 cm
Breite: 68 cm
Tiefe: 20 cm
IkonografieDie Schmalseiten sind, so Lehner (1918, 164), mit Baumdarstellungen geschmückt. Die Reliefs sind jedoch nur noch zur Hälfte vorhanden, da der Stein der Länge nach gespalten wurde.
Zustand Inschriftfeld weitgehend vollständig
Technikgemeißelt
Inschrift

Der Text füllt das Inschriftenfeld nicht zur Gänze aus (unter dem Text bleibt ein Freiraum). Er ist vollständig erhalten. Durch die Bruchstellen des in mehrere Teile zerbrochenen Altars werden zwar manche Buchstaben gestört, die Lesung aber dadurch nicht beeinträchtigt. Die Buchstabengröße nimmt von oben nach unten ab.
Besondere Zeichen: In Z.1 stand dem Steinmetz offenbar für die letzten beiden Buchstaben nicht mehr ausreichend Platz zur Verfügung, wodurch sie schmäler ausgefallen sind.

Datierung150–250
Kommentar Götternamen

Vocallineihae: Variante von Vacallinehae: die Etymologie weist auf Waldgottheiten hin: ‚die unter den Bäumen bzw. dem Wald Verweilenden‘ (vgl. de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 144)

Belegsituation:
Vacallinehae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: häufig bezeugt
- Außerhalb der Germania Inferior: -
Matronae Vacallinehae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: Das theonymische Formular ist häufig bezeugt.
- Außerhalb der Germania Inferior: -
Matres Vacallinehae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: Das theonymische Formular ist mindestens 1x gesichert bezeugt (CF-GeI-239).
- Außerhalb der Germania Inferior: -

Kommentar allgemein

Sextus Caldinius Gemellus: tria nomina
Caldinius: einheimische Bildung, mit germanischer Basis? (Kakoschke 2006, GN 241)
Gemellus: lateinisches Cognomen, Diminutiv des Cognomens Geminus, gängiger Name (Kakoschke 2007, CN 1409)

ZitiervorschlagCF-GeI-245, hdl.handle.net/11471/504.50.245
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0


Bild 1: EDCS-12800043, Rechte vorbehalten