Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior


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Matres Vacallinehae

CF-GeI-239

M̂ÂTRIBV[.]
[.]ACALLI
N̂ÊIS ATT̂ICI
M̂AT̂ERNV
5 M L · I · M · +
IVS · ÎPSA
L · M
Matribu[s]
[V]acalli-
neis Attici(us)
Maternu(s)
5 m(iles) l(egionis) I M(inerviae) P(iae) [F(idelis)]
ius(su) ipsa(rum)
l(ibens) m(erito)
CivitasCCAA
Apparatus criticusZ. 1: ohne Ligaturen – Burns
Z. 2: [V]acall[i] – Lehner
Z. 3: nehis Attici[us] – Burns
Z. 4: Maternus – Burns
Z. 5: Am Ende der Zeile ist nur mehr eine senkrechte Haste sichtbar, eine Ergänzung auf P ist aus inhaltlichen Gründen naheliegend
Z. 6: fin. ÂR fuisse potest – CIL
Übersetzung Deutsch

Für die Matres Vacallineae!
Attici(us) Maternus Soldat der Legio I Minervia Pia Fidelis (hat dies) auf deren Geheiß gerne und verdientermaßen (aufgestellt).

Übersetzung Englisch

To the Matres Vacallineae!
Attici(us) Maternus soldier of the Legio I Minervia Pia Fidelis (set this up) by order of (the deities) themselves willingly and deservedly.

Autopsievidimus (CIL XIII Projekt)
Editionen und LesungenCIL XIII 8003a
Lehner 1918, Nr.509
Burns 1994, 271
Elektronische RessourcenEDCS-11100228 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/415062 (Trismegistos)
Fundort modern Endenich
FundstelleUmstände: Geschenk an das Museum, Fundumstände unbekannt; gefunden wurde der Stein wohl schon vor 1840 (Lersch 1840, 36 führt in bereits in seinem Katalog an)
VerwahrungBonn, Rheinisches Landesmuseum, U 51
InschriftträgerWeihealtar
Material Kalkstein
Archäologische Klassifikation Aufsatzschmuck
Reliefschmuck
Baum
Laubbaum
Zweig
Beschreibung Objekt

Es handelt sich um einen rechteckigen Altar mit Sockel und Gesims, Aufsatz und Voluten, wobei die rechte abgebrochen ist. Die Oberfläche des Steins ist (vermutlich auch aufgrund des Materials) sehr verwittert und teilweise stark bestoßen.
An den Schmalseiten sind geritzte Baum- oder Zweigdarstellungen zu sehen.

Zustand Objekt vollständig
MaßeHöhe: 47,0 cm
Breite: 18,0 cm
Tiefe: 10,0 cm
IkonografieAuf den Schmalseiten sind, so Lehner (1918, 192) Baumdarstellungen in Relief zu sehen. Während die Darstellung links stark abgewittert und verwaschen ist, kann die Darstellung rechts besser erkannt werden. Die Bäume ähneln in ihrer Ausführung eher großen Palmzweigen und sind sehr einfach gestaltet.Weiteres Dekor am Aufsatz kann erahnt werden, doch ist die Steinoberfläche zu sehr in Mitleidenschaft gezogen, um eindeutige Aussagen zu treffen.
Zustand Inschriftfeld vollständig
Technikgemeißelt
Inschrift

Der Text ist zur Gänze erhalten. Allerdings fehlen an den Rändern einige Buchstaben bzw. sind unleserlich.
Ligaturen, s. Majuskeltext. – Besondere Zeichen: In Z.2 findet sich am Ende ein kleines I über dem zweiten L; in Z.3 eine Ligatur von E und I mit erhöhter senkrechter Haste I und eine Ligatur von T und I mit erhöhter senkrechter Haste I; in Z.5 über dem Zahlzeichen I ein Querstrich; in Z.6 eine Ligatur von P und I mit erhöhter senkrechter Haste I.

Datierung150–250
Kommentar Götternamen

Vacallineae: Variante von Vacallinehae: die Etymologie weist auf Waldgottheiten hin: ‚die unter den Bäumen bzw. dem Wald Verweilenden‘ (vgl. de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 144)

Belegsituation:
Matres Vacallinehae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: Das theonymische Formular ist nur in der hier besprochenen Inschrift gesichert bezeugt.
- Außerhalb der Germania Inferior: -
Matronae Vacallinehae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: Das theonymische Formular ist häufig bezeugt.
- Außerhalb der Germania Inferior: -
Vacallinehae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: häufig bezeugt
- Außerhalb der Germania Inferior: -

Kommentar allgemein

Atticius Maternus: römisches Namensformular mit Gentile und Cognomen ohne Praenomen
Atticius: italisches Gentilnomen oder einheimisches Pseudogentilnomen, abgeleitet vom lateinischen Cognomen Atticus (Kakoschke 2006, GN 153)
Maternus: lateinisches Cognomen, überall gängiger Name (Kakoschke 2008, CN 1965)

ZitiervorschlagCF-GeI-239, hdl.handle.net/11471/504.50.239
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0


Bild 1: CIL XIII Projekt, CC BY-NC
Bild 2: CIL XIII Projekt, CC BY-NC
Bild 3: CIL XIII Projekt, CC BY-NC