Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior

Fontes epigraphici religionum Celticarum antiquarum


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Matres/Matronae Vocallinae

CF-GeI-237

M̂ÂTRONIS · V̂ACALLI
NEHIS TIB · CLAUDI
M̂ATERNVS IMP · IPSA
L M
5 P
Matronis Vacalli-
nehis Tib(erius) Claudi(us)
Maternus imp(erio) ipsa(rum)
l(ibens) m(erito)
5 p(osuit)
CivitasCCAA
Übersetzung Deutsch

Für die Matronae Vacallinehae!
Tiberius Claudius Maternus (hat dies) auf deren Geheiß gerne nach erwiesener Wohltat aufgestellt.

Übersetzung Englisch

To the Matronae Vacallinehae!
Tiberius Claudius Maternus set this up by their order willingly and deservedly.

Autopsienon vidimus
Lesung gründet auf: CIL (nach älterer Literatur)
Editionen und LesungenCIL XIII 7952
Elektronische RessourcenEDCS-11100178 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
FundstelleAntweiler
Umstände: bereits vor 1624 aufgefunden (siehe Erwähnung bei Thomas 1624, 14), allerdings keine genaueren Angaben zu Fundort/-jahr bekannt
InschriftträgerAedicula-Altar
Archäologische Klassifikation Abschrift
verschollen
Götterbild
Beschreibung Objekt

Es soll sich um einen Weihestein handeln, auf dem über der Inschrift drei sitzende Frauen mit Körben dargestellt sind. Der Beschreibung (Thomas 1624, 14) zufolge kann an einen Aedicula-Altar gedacht werden, da drei sitzende Frauen dargestellt sind. Genauere Angaben fehlen jedoch.

Zustand Objekt unklar
IkonografieLaut Literatur sind drei sitzende Frauen mit Körben über der Inschrift dargestellt (Thomas 1624, 14). Aufgrund der vorhandenen Beschreibung wäre an eine typische Matronendarstellung zu denken.
Zustand Inschriftfeld unklar
Inschrift

Der Inschriftentext scheint bei der Aufnahme vollständig vorhanden gewesen zu sein.
Ligaturen, s. Majuskeltext

Datierung150–250
Kommentar Götternamen

Keltisches Element:
Vacallinehae: Variante von Vocallinae: die Etymologie weist auf Waldgottheiten hin: ‚die unter den Bäumen bzw. dem Wald Verweilenden‘ (vgl. de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 144)

Belegsituation:
Matronae Vocallinae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: Das theonymische Formular ist überaus häufig bezeugt.
- Außerhalb der Germania Inferior: -
Matres Vocallinae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: Das theonymische Formular ist mindestens 1x gesichert bezeugt (CF-GeI-239).
- Außerhalb der Germania Inferior: -
Vocallinae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: Das theonymische Formular ist überaus häufig bezeugt.
- Außerhalb der Germania Inferior: -

Kommentar allgemein

Tiberius Claudius Maternus: tria nomina
Claudius: italisches Gentilnomen der Kaiser Claudius und Nero, überall äußerst gängig (Kakoschke 2006, GN 327)
Maternus: lateinisches Cognomen, überall gängiger Name (Kakoschke 2008, CN 1965)

ZitiervorschlagCF-GeI-237, hdl.handle.net/11471/504.50.237
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0


Bild 1: CIL XIII 7952, CC BY-NC