Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior


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Matronae Vacallinehae

CF-GeI-234

M̂AṬṚON[---]
VÂC[---]Ḷ̂IN[---]
TÎB · CL[---]
SÎLV̂AN[---]
Matron[is]
Vac[---]lin[---]
Tib(erius) Cl[audius]
Silvan[us ---]
CivitasCCAA
Apparatus criticusZ. 1: Mâ (vor Zusammenstellung mit dem zweiten Bruchstück) – Lehner, Finke; ohne Ligatur – AE, EDH
Z. 2: Vâc (vor Zusammenstellung mit dem zweiten Bruchstück) – Lehner, Finke; Vâc[all̂]in̂[êĥis] – Alföldy; Vac[all]in[ehis] – AE, EDH
Z. 3: ohne Ligatur – Alföldy, AE, EDH
Z. 4: Silvan[us v s l m] – Finke; ohne Ligatur – AE, EDH
Übersetzung Deutsch

Für die Matronae Vac…lin… !
Tiberius Claudius Silvanus

Übersetzung Englisch

To the Matronae Vac…lin… !
Tiberius Claudius Silvanus

Autopsievidimus
Editionen und LesungenLehner 1918, Nr.377
Finke 1927, Nr.271
Alföldy 1968, Nr.5
AE 1968, 331
Elektronische RessourcenHD014381 (Version von 2010-01-5) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
EDCS-09701596 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/208969 (Trismegistos)
Fundort modern Bad Münstereifel Nöthen (Pesch), Tempelbezirk (Matronentempel Eifel)
FundstelleHof A
Umstände: gefunden in Hof des Matronenheiligtums
Fundjahr1913
VerwahrungBonn, Rheinisches Landesmuseum, 24927 + 24915
InschriftträgerWeihestein
Material Sandstein
Archäologische Klassifikation Fragment
Beschreibung Objekt

Es handelt sich um zwei nicht aneinanderpassende Bruchstücke eines Weihesteins. Die erste Zeile der Inschrift wird von einer schmalen Linie nach oben hin begrenzt; das Gesims dürfte abgeschlagen worden sein. Aufgrund des Erhaltungszustandes können keine weiteren Aussagen zu Form und Gestaltung gemacht werden.

Zustand Objekt mehrere Fragmente
MaßeTeil 1
Höhe: 28,0 cm
Breite: 17,5 cm
Tiefe: 15,0 cm
Teil 2
Höhe: 22,0 cm
Breite: 18,0 cm
Tiefe: 15,0 cm
Ikonografiekein Dekor erhalten
Zustand Inschriftfeld mehrere Fragmente
Technikgemeißelt
Buchstabenhöhe4,5 cm
Inschrift

Vom Inschriftentext sind zwei nicht unmittelbar anschließende Fragmente erhalten. Das größere Fragment weißt den rechten und oberen Rand auf, das kleinere den oberen.
Ligaturen, s. Majuskeltext. – Besondere Zeichen: In Z.1 findet sich in der Mitte des O ein Punkt. In Z.2 der Rest einer verlängerten senkrechten Haste, vermutlich einer Ligatur von L und I, in Z.3: Ligatur von I und B mit verlängerter senkrechter Haste (H: 5,5 cm), in Z.4 vermutlich der Rest einer Ligatur von I und L mit verlängerter senkrechter Haste.

Datierung150–250
Kommentar Götternamen

Vac…lin…: Rest von Vacallinehae oder einer Variante: die Etymologie weist auf Waldgottheiten hin: ‚die unter den Bäumen bzw. dem Wald Verweilenden‘ (vgl. de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 144)

Belegsituation:
Matronae Vacallinehae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: Das theonymische Formular ist häufig bezeugt.
- Außerhalb der Germania Inferior: -
Matres Vacallinehae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: Das theonymische Formular ist mindestens 1x gesichert bezeugt (CF-GeI-239).
- Außerhalb der Germania Inferior: -
Vacallinehae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: häufig bezeugt
- Außerhalb der Germania Inferior: -

Kommentar allgemein

Tiberius Claudius Silvanus: tria nomina
Claudius: italisches Gentilnomen der Kaiser Claudius und Nero, überall äußerst gängig (Kakoschke 2006, GN 327)
Silvanus: lateinisches Cognomen, gängiger Name (Kakoschke 2008, CN 2861)

ZitiervorschlagCF-GeI-234, hdl.handle.net/11471/504.50.234
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0


Bild 1: FercanGermaniaInferior, CC BY-NC
Bild 2: FercanGermaniaInferior, CC BY-NC