Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior


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Vacallinehae

CF-GeI-207

VOCALLI[---]

[.]S[---]

------?

ṚIVS · LV[---]

  5 ET · SVI[---]

Vocalli[---]

[.]S[---]

------?

rius Lu[--- pro se]

  5 et sui[s ---]

CivitasCCAA
Apparatus criticusZ. 1: Vocalli[nehis ---] – Lehner; Vocalli[nehis] – Alföldy, AE, EDH; möglicherweise ging der ersten Zeile ursprünglich noch eine jetzt verlorene voraus – Alföldy, AE, EDH.
Z. 2: Zeile fehlt bei Lehner, Alföldy, AE, EDH
Z. 3: keine Leerzeile(n), sondern direkter Anschluss der beiden Fragmente – Alföldy, AE, EDH
Z. 4: [---]ius – Lehner; [.]S[eve]rius(?) Lu[pus (?)] – Alföldy, AE; [-]S[---]rius Lu[pus?] – EDH
Z. 5: [pro se] et sui[s---] – Lehner, [pro se] et sui[s v.s.] – Alföldy, [pro se] et sui[s v(otum) s(olvit) l(ibens) m(erito)] – AE, EDH; im Anschluss daran noch eine weitere Zeile mit [l(ibens) m(erito)] – Alföldy
Übersetzung Deutsch

Für die Vocalli… !
… …ius Lu… … für sich und die Seinen.

Übersetzung Englisch

To the Vocalli… !
… …ius Lu… … for himself and for his family.

Autopsievidimus (CIL XIII Projekt)
Editionen und LesungenLehner 1918, Nr.369
Alföldy 1968, Nr.125
AE 1968, 351
Elektronische RessourcenHD014441 (Version von 2010-01-5) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
EDCS-09701616 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/208989 (Trismegistos)
Fundort modern Bad Münstereifel Nöthen (Pesch), Tempelbezirk (Matronentempel Eifel)
Fundstellezwischen Hof A und Tempel C
Fundjahr1916
VerwahrungBonn, Rheinisches Landesmuseum
Inventarnummer28791/2
InschriftträgerWeihestein
Material Sandstein
Archäologische Klassifikation Fragment
Beschreibung Objekt

Die beiden Fragmente stammen von derselben Inschriftenplatte. Es gibt keinerlei Hinweis auf Form und Gestaltung des Weihesteins.

Zustand Objekt mehrere Fragmente
MaßeTeil 1
Höhe: 9,0 cm
Breite: 34,0 cm
Tiefe: 10,5 cm
Teil 2
Höhe: 10,0 cm
Breite: 30,0 cm
Tiefe: 9,0 cm
Ikonografie

kein Dekor erhalten

Inschrift

Erhalten sind zwei nicht anpassende Fragmente mit Resten von jeweils zwei Zeilen am linken Rand. Wie groß der Abstand zwischen den beiden Stücken ist, ist unklar. Alföldy und EDH schließen die beiden Fragmente ohne Verlust einer Zeile aneinander an. Wie weit sich der Text ursprünglich nach rechts erstreckte und ob bzw. wie viele Zeilen oberhalb und unterhalb vorhanden waren, muss offen bleiben.

Technikgemeißelt
Buchstabenhöhe5,0 cm
Kommentar Götternamen

Vocalli…: Rest einer Variante von Vacallinehae: Die Etymologie weist auf Waldgottheiten hin: ‚die unter den Bäumen bzw. dem Wald Verweilenden‘ (vgl. de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 144).

Vorkommen in theonymischen Formularen:

Vacallinehae:
- Germania Inferior: häufig bezeugt. Ob in der hier vorgelegten Inschrift vor dem erhaltenen Teil ursprünglich noch „Matronis“ (oder „Matribus“) zu lesen war oder nicht, muss offen bleiben.
- außerhalb der Germania Inferior: -

Matronae Vacallinehae:
- Germania Inferior: Das theonymische Formular ist häufig bezeugt.
- außerhalb der Germania Inferior: -

Matres Vacallinehae:
- Germania Inferior: Das theonymische Formular ist mindestens 1x gesichert bezeugt (CF-GeI-239).
- außerhalb der Germania Inferior: -

ZitiervorschlagCF-GeI-207, hdl.handle.net/11471/504.50.207
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0


Bild 1: Front, CIL XIII Projekt, CC BY-NC