Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior

Fontes epigraphici religionum Celticarum antiquarum


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Matronae Berguiahenae

CF-GeI-20

MATRONIS
BERHVIAĤENIS
Q · ACILIVS
VERVS
5 DEC · C · C · A · A
[--[O SE · ET · SVIS
[--[ · S · L · M
Matronis
Berhuiahenis
Q(uintus) Acilius
Verus
5 dec(urio) c(oloniae) C(laudiae) A(rae) A(grippinensium)
[pr]o se et suis
[v(otum)] s(olvit) l(ibens) m(erito)
CivitasCCAA
Apparatus criticusZ. 2: ohne Ligatur – ILS, Espérandieu, EDH
Z. 5: A(rae) A(grippinensis) – CIL; A(ugustae) A(grippinensis) – ILS, Espérandieu
Z. 6: pro – Espérandieu
Übersetzung Deutsch

Für die Matronae Berhuiahenae!
Quintus Acilius Verus, Decurio der Colonia Claudia Ara Agrippinensium, hat für sich und die Seinen das Gelübde nach erwiesener Wohltat gerne erfüllt.

Übersetzung Englisch

To the Matronae Berhuiahenae!
Quintus Acilius Verus, decurion of the Colonia Claudia Ara Agrippinensium, paid his vow willingly and deservedly for himself and for his family.

Autopsienon vidimus
Lesung gründet auf: CIL (aus älterer Literatur)
Editionen und LesungenCIL XIII 12013
ILS 9331
Espérandieu X 7420
Elektronische RessourcenHD023582 (Version von 2015-07-31) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
EDCS-12800034 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
FundstelleGereonsweiler, „beim Abbruch der alten Kirche im Altar eingemauert“
Umstände: beim Abbruch der alten Kirche
Fundjahr1889
VerwahrungGereonsweiler, Pfarrhaus
InschriftträgerWeihealtar
Material Sandstein
Archäologische Klassifikation Baum
Pflanzendekor
Aufsatzschmuck
Pflanzenornament
Reliefschmuck
Beschreibung Objekt

Der Weihealtar befand sich ursprünglich im Altar der Kirche von Gereonsweiler eingebaut, wo er 1889 bei deren Abriss aufgefunden und ins Pfarrhaus verbracht wurde. Der Stein ist oben und unten stark abgeschlagen. Das Inschriftenfeld ist nicht gerahmt. Vom Aufsatzschmuck sind nur noch die unteren Reste erkennbar. Vermutlich handelte es sich dabei um einen mittigen kleinen Giebel und anschließende Pulvini. Erkennbar sind noch die Reste eines Giebelansatzes, sowie links und rechts Reliefdekor.
Auf den Seiten sind Baumdarstellungen zu sehen, wobei rechts die Darstellung besonders gut erhalten ist. Links hat der Stein in der unteren Hälfte Beschädigungen erlitten, ein Stück ist abgebrochen.

Zustand Objekt weitgehend vollständig
MaßeHöhe: 86,0 cm
Breite: 54,0 cm
Tiefe: 25,0 cm
IkonografieDer Aufsatzschmuck zeigt laut Literatur (Behr 1906, 161f.) Pflanzenornamente und eine Zierleiste. Auf den Seitansichten sind Bäume dargestellt, doch nur auf der rechte Seite ist das Relief gut erhalten geblieben.Der Baum hat einen geraden Stamm mit einer Ausbuchtung auf halber Höhe. Die Blätter (je drei auf jeder Seite) sind großflächig ausgeführt und werden oben durch ein Blatt abgeschlossen. Insgesamt wirkt die Darstellung sehr einfach.
Zustand Inschriftfeld weitgehend vollständig
Technikgemeißelt
Inschrift

Der Inschriftentext ist weitgehend vollständig, doch ist er im unteren Teil am linken Rand abgebrochen.
Ligatur, s. Majuskeltext. – Besondere Zeichen: In Z.2 sind die letzten 3 Buchstaben kleiner.

Datierung150–250
Kommentar Götternamen

Keltisches Element:
Berhuiahenae: Variante von Berguiahenae: keltischer Zugehörigkeitsname mit lautlich germanisiertem Suffix –henae, ‚die zu den Höhen Gehörigen‘ (de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 142)

Belegsituation:
Matronae Berguiahenae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: 2x (CF-GeI-19 und CF-GeI-20) belegt.
- Außerhalb der Germania Inferior: -
Berguiahenae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior 1x eindeutig belegt (CF-GeI-14).
- Außerhalb der Germania Inferior: -

Kommentar allgemein

Quintus Acilius Verus: tria nomina
Acilius: italisches Gentilnomen (Kakoschke 2006, GN 10)
Verus: lateinisches Cognomen, überall äußerst gängig (Kakoschke 2008, CN 3295)

ZitiervorschlagCF-GeI-20, hdl.handle.net/11471/504.50.20
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0


Bild 1: Behr 1906, Nr.50, Rechte vorbehalten