Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior


« zurück zur KategorieTEI

Matronae/Matres? Vacallinehae

CF-GeI-158

MAT[---]
V̂AC[---]
Mat[---]
Vac[---]
CivitasCCAA
Apparatus criticusZ. 1: Mat[ronis] – Lehner, Alföldy
Z. 2: Vac[allinehis] – Lehner, Alföldy
Übersetzung Deutsch

Für die Mat… Vac… !

Übersetzung Englisch

To the Mat… Vac… !

Autopsievidimus (CIL XIII Projekt)
Editionen und LesungenLehner 1918, Nr.393
Alföldy 1968, Nr.33
Elektronische RessourcenEDCS-35600016 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/417560 (Trismegistos)
Fundort modern Bad Münstereifel Nöthen (Pesch), Tempelbezirk (Matronentempel Eifel)
FundstelleHof A
Umstände: gefunden im Hof A des Matronenheiligtums
Fundjahr1913
VerwahrungBonn, Rheinisches Landesmuseum, 25042
InschriftträgerAedicula-Altar
Material Sandstein
Archäologische Klassifikation Fragment
Inschrift außerhalb des Inschriftenfeldes
Götterbild
Podest
Architektur
Pilaster
Rahmen
Beschreibung Objekt

Das Fragment zeigt die linke Kante eines anzunehmenden Aedicula-Altars. Über der Inschrift ist ein kleiner Rest einer menschlichen Figur zu erkennen, die leicht in eine Nische eingetieft zu sein scheint. Der Rest zeigt möglicherweise einen Gewandsaum eines Kleides. Laut Lehner (1918, 171f.) handelt es sich dabei um ein Matronenbild, was auch die Reste der Inschrift erklären würden.

´ Das Inschriftenfeld dürfte, wie hier gerade noch erkennbar, gerahmt gewesen sein. Die flachen und anscheinend unverzierten Pilaster haben nicht nur die Nische begrenzt, sondern wohl auch das Inschriftenfeld links und rechts gerahmt. Weitere Aussagen sind aufgrund des Erhaltungszustandes unmöglich.

Zustand Objekt kleineres Fragment
MaßeHöhe: 26,5 cm
Breite: 26,0 cm
Tiefe: 6,0 cm
IkonografieEventueller Saumüberrest eines langen Gewandes über der Inschrift in einer Vertiefung vorhanden. Ansonsten kein Dekor erkennbar.
Zustand Inschriftfeld kleineres Fragment
Technikgemeißelt
Buchstabenhöhe4,0–4,5 cm
Inschrift

Erhalten sind die Anfänge von zwei Zeilen in der linken oberen Ecke des Inschriftentextes. Die erste Zeile steht auf einer erhabenen Leiste.
Ligatur, s. Majuskeltext

Datierung150–250
Kommentar Götternamen

Vac… : Rest von Vacallinehae oder einer Variante: die Etymologie weist auf Waldgottheiten hin: ‚die unter den Bäumen bzw. dem Wald Verweilenden‘ (vgl. de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 144)

Belegsituation:
Matronae Vacallinehae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: Das theonymische Formular ist häufig bezeugt. Für die hier vorgelegte Inschrift wird die Zuordnung zu Matronae Vacallinehae aufgrund der großen Anzahl von Zeugnissen der Gottheiten am gleichen Fundort sehr wahrscheinlich, doch könnte „Mat[---]“ auch auf „Matribus“ ergänzt werden.
- Außerhalb der Germania Inferior: -
Matres Vacallinehae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: Das theonymische Formular ist mindestens 1x gesichert bezeugt (CF-GeI-239).
- Außerhalb der Germania Inferior: -
Vacallinehae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: häufig bezeugt
- Außerhalb der Germania Inferior: -

ZitiervorschlagCF-GeI-158, hdl.handle.net/11471/504.50.158
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0


Bild 1: CIL XIII Projekt, CC BY-NC