Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior

Fontes epigraphici religionum Celticarum antiquarum


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Matres/Matronae Vocallinae

CF-GeI-155

M̂A[---]N̂IS VAC[---]
HIS [---] +T [---]
------
[---]M[---]E
5 [---]O · L · M
Ma[tro]nis Vac[---]
his [---]+T[---]
------
[---]m[---]e
5 [---]o l(ibens) m(erito)
CivitasCCAA
Apparatus criticusZ. 1: Vac[alline] – Lehner, Alföldy
Z. 2: his [---] et [---] – Lehner
Z. 4: [ex i]m[p]e- – Alföldy
Z. 5: [ri]o (?) – Alföldy
Übersetzung Deutsch

Für die Matronae Vac…hae … und …!
… gerne nach erwiesener Wohltat.

Übersetzung Englisch

To the Matronae Vac…hae … and …!
… willingly and deservedly.

Autopsievidimus (CIL XIII Projekt)
Editionen und LesungenLehner 1918, Nr.1438
Alföldy 1968, Nr.30
Elektronische RessourcenEDCS-35600013 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
FundstelleBad Münstereifel-Nöthen (Pesch)
Umstände: gefunden im Matronenheiligtum vor Hof A des Tempelbezirks
Fundjahr1917
VerwahrungBonn, Rheinisches Landesmuseum, 29314
InschriftträgerWeihestein
Material Sandstein
Archäologische Klassifikation Fragment
verschollen
Beschreibung Objekt

Laut Lehner (1918, 492) sind es 7 „Brocken“, die anhand der Form und Größe der Buchstaben als zusammengehörig erachtet werden. Laut Alföldy (1968, 39) sollen nur 2 zusammengehörige Bruchstücke vorhanden sein, allerdings wurden bei einer Begutachtung insgesamt 6 Fragmente mit Inschrift sowie 1 Fragment ohne Inschrift eingesehen. Die genaue Form und Gestaltung des Weihesteins kann dennoch nicht mehr rekonstruiert werden.

Zustand Objekt mehrere Fragmente
MaßeHöhe: 8,5 cm
Breite: 14,5 cm
Tiefe: 4,5 cm
Die angegebenen Maße sind jene des aus den zwei anpassenden Fragmenten bestehenden Bruchstücks (s. Abbildung).
Ikonografiekein Dekor erhalten
Zustand Inschriftfeld mehrere Fragmente
Technikgemeißelt
Buchstabenhöhe1,7–2,3 cm
Inschrift

Der Inschriftentext findet sich auf 6 Fragmenten, die nur an einer Stelle anpassen. In Z.1 dürfte aus inhaltlichen Gründen die ursprünglich erste Zeile der Inschrift zu sehen sein. Auch die rechte untere Ecke ist erkennbar. Der Text füllte das Inschriftenfeld nicht zur Gänze aus (unter dem Text ist ein Freiraum erhalten).
Ligaturen, s. Majuskeltext. – Besondere Zeichen: In Z.1 findet sich eine Ligatur von N und I mit erhöhter rechter senkrechter Haste.

Datierung150–250
Kommentar Götternamen

Keltisches Element:
Vac…hae: Rest einer Variante von Vocallinae: die Etymologie weist auf Waldgottheiten hin: ‚die unter den Bäumen bzw. dem Wald Verweilenden‘ (vgl. de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 144)

Belegsituation:
Matronae Vocallinae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: Das theonymische Formular ist überaus häufig bezeugt.
- Außerhalb der Germania Inferior: -
Matres Vocallinae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: Das theonymische Formular ist mindestens 1x gesichert bezeugt (CF-GeI-239).
- Außerhalb der Germania Inferior: -
Vocallinae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: Das theonymische Formular ist überaus häufig bezeugt.
- Außerhalb der Germania Inferior: -

ZitiervorschlagCF-GeI-155, hdl.handle.net/11471/504.50.155
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0


Bild 1: CIL XIII Projekt, CC BY-NC