Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior


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Vacallinehae

CF-GeI-145

VACALLINẸḤ̂ỊṢ
M · FRONTIN
VS · VICTOR
EX · IMPERIO · L
Vacallinehis
M(arcus) Frontin-
us Victor
ex imperio l(ibens)
CivitasCCAA
Apparatus criticusZ. 1: Vacallinêĥis – Clauss; ohne Ligatur – AE, EDH
Z. 2: Frontini, vom letzten Buchstaben I nur noch schwache Spuren sichtbar – Clauss; Frontini – AE, EDH
Übersetzung Deutsch

Für die Vacallinehae!
Marcus Frontinus Victor gerne auf (deren) Befehl.

Übersetzung Englisch

To the Vacallinehae!
Marcus Frontinus Victor willingly in response to an order.

Autopsievidimus
Editionen und LesungenClauss 1976, Nr.19
AE 1977, 556
Elektronische RessourcenHD006184 (Version von 2015-04-29) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
EDCS-09301118 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/208832 (Trismegistos)
Fundort modern Bad Münstereifel-Iversheim
FundstelleUmstände: auf dem Pützberg gefunden, sekundär als Grababdeckung (gemeinsam mit CF-GeI-147) im fränkisch-karolingischen Friedhof verwendet
Fundjahr1959
VerwahrungBonn, Rheinisches Landesmuseum, 1960.596,1-1
InschriftträgerWeihealtar
Material Sandstein
Archäologische Klassifikation Aufsatzschmuck
Reliefschmuck
Baum
Laubbaum
Lorbeer
Beschreibung Objekt

Der Sockel des Weihealtars ist stark bestoßen und an der linken Ecke abgebrochen. Die Inschrift ist nicht gerahmt. Der Aufsatz bzw. das obere Ende ist stark bestoßen und zerstört. Eine Beschreibung des Aufsatzes ist daher unmöglich. Laut Literatur (Clauss 1976, 13f.) sollen am Aufsatzschmuck noch Überreste von Blattdekor erkennbar sein. Die linke Schmalseite zeigt eine Baumdarstellung, ebenso die rechte. Aufgrund des nur zur Hälfte vorhandenen Baumes kann nachvollzogen werden, dass der hintere Teil des Altars abgesägt wurde (so auch Clauss 1976, 14).

Zustand Objekt weitgehend vollständig
MaßeHöhe: 96,0 cm
Breite: 54,0 cm
Tiefe: 14,0 cm
IkonografieDie linke Schmalseite zeigt ein in der unteren Hälfte verwittertes flaches Relief eines Baumes (ev. Lorbeer?). Stamm oder Ast ist nicht erkennbar. Auf der rechten Seite sind im oberen Bereich schwache Umrisse von Blättern zu erkennen, die vermutlich zur Baumkrone gehört haben. Laut Literatur (Clauss 1976, 14) sind beide Seitendarstellungen mit einem Baum verziert. Ebenso gibt Clauss an, dass am Aufsatzschmuck Überreste von Blattdekor erkennbar seien.
Zustand Inschriftfeld weitgehend vollständig
Technikgemeißelt
Buchstabenhöhe4,5–5,2 cm
Inschrift

Der Text füllt nur ca. die obere Hälfte des Inschriftenfeldes aus (darunter bleibt ein Freiraum). Möglicherweise ist durch die Zerstörungen am oberen Rand die ursprünglich erste Zeile verlorengegangen. Z.1 weist rechts Versinterungen auf. Die Buchstaben der letzten Zeile sind kleiner.
Ligatur, s. Majuskeltext. – Besondere Zeichen: Z.1: Ligatur von H und I mit erhöhter rechter senkrechter Haste (H: 6,0 cm).

Datierung150–250
Kommentar Götternamen

Vacallinehae: die Etymologie weist auf Waldgottheiten hin: ‚die unter den Bäumen bzw. dem Wald Verweilenden‘ (vgl. de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 144)

Belegsituation:
Vacallinehae (incl. ev. Varianten): -
- Germania Inferior: häufig bezeugt. Die hier vorgelegte Inschrift kann nicht zweifelsfrei als Beleg für dieses einteilige theonymische Formular herangezogen werden, da es als nicht gesichert gelten kann, dass die Anrede der Gottheit komplett erhalten ist.
- Außerhalb der Germania Inferior: -
Matronae Vacallinehae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: Das theonymische Formular ist häufig bezeugt.
- Außerhalb der Germania Inferior: -
Matres Vacallinehae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: Das theonymische Formular ist mindestens 1x gesichert bezeugt (CF-GeI-239).
- Außerhalb der Germania Inferior: -

Kommentar allgemein

M(arcus) Frontinus Victor: tria nomina
Frontinus steht vermutlich für Frontinius: einheimisches Pseudogentilnomen, abgeleitet vom lateinischen Cognomen Frontinus, der Name weist eine Konzentration in der Germania Inferior auf (Kakoschke 2006, GN 509); Bildungsweise des Namens „für niederrheinische – insbesondere ubische – Namen charakteristisch“ (Clauss 1976, Nr.19)
Victor: lateinisches Cognomen, überall äußerst gängiger Name (Kakoschke 2008, CN 3321)

ZitiervorschlagCF-GeI-145, hdl.handle.net/11471/504.50.145
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0


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