Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior

Fontes epigraphici religionum Celticarum antiquarum


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Hercules Magusenos, deus

CF-GeI-133

MAGVSA
NO HERĈVL
SACRV FLAVS
VIHIRMATIS FIL ·
5 [.]VMMVS MAGIṢT̂RA
[.]IVITATIṢ BATAVOR
V · S · L · M
Magusa-
no Hercul(i)
sacru(m) Fla(v)us
Vihirmatis fil(ius)
5 [s]ummus magistra(tus)
[c]ivitatis Batavor(um)
v(otum) s(olvit) l(ibens) m(erito)
CivitasCivitas Batavorum
Apparatus criticusZ. 1: [M]agusa – Willems v.2: ohne Ligatur – Willems/Enckevort, EDH
Z. 3: FLAVVS – EDH
Z. 5: ohne Ligatur – Willems/Enckevort, EDH
Z. 6: [c]ivitatus – Willems/Enckevort; BATAVO+ – CIL
Übersetzung Deutsch

Dem Magusanos Hercules heilig.
Flavus, Sohn des Vihirmas, der höchste Beamte der civitas der Bataver, hat das Gelübde nach erwiesener Wohltat gern erfüllt.

Übersetzung Englisch

Sacred to Magusanos Hercules.
Flavus, son of Vihirmas, the supreme magistrat of the civitas of the Batavians, paid his vow willingly and deservedly.

Autopsienon vidimus
Lesung gründet auf: Photo und CIL
Editionen und LesungenCIL XIII 8771
Willems 1984, 227f.
Willems/Enckevort 2009, 22
Elektronische RessourcenHD068219 (Version von --) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
EDCS-11100861 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
FundstelleRuimel, in agro Sylvaducensi Ruimel near St. Michielsgestel
Umstände: außerhalb des Ortes Ruimel nahe ‘s-Hertogenboch gefunden, mit einem weiteren Stein, der eine „Apotheosi Homeri“ zeigen soll; ein genaues Fundjahr wird nicht genannt, der Stein wurde 1683 von Januarius besprochen und 1687 von Cuper beschrieben; 1686 wurde der Stein als Geschenk angenommen und 1857 ins Leidener Museum gebracht (Brambach 1867, 39 f.)
VerwahrungLeiden, Museum
InschriftträgerWeihealtar
Material Marmor
Archäologische Klassifikation
Beschreibung Objekt

Der Weihealtar weist einen profilierten Sockel auf, an den ein schmalrechteckiger Körper ansetzt. Die Inschrift ist nicht gerahmt. Der Aufsatz bzw. die Bekrönung fehlen.
Der Altar ist an allen Kanten leicht bestoßen.
Keine Informationen zu den Seitansichten vorhanden.

Zustand Objekt unklar
Ikonografiekeine Information zu den Seitansichten vorhanden
Zustand Inschriftfeld vollständig
Technikgemeißelt
Inschrift

Der Stein ist im oberen Teil nicht erhalten, doch dürfte (aus dem Formular geschlossen) der Inschtiftentext vollständig sein. Die Buchstaben sind im unteren Teil kleiner ausgeführt und wenig qualitätvoll.
Ligaturen, s. Majuskeltext. – Besondere Zeichen: Z.3: kleines A ins L eingeschrieben, Z.4: kleines I am Ende von Vihirmatis, Z.5: Ligatur T und R mit erhöhtem T, Z.6: kleines s.
Möglicherweise ist die Inschrift neuzeitlich überarbeitet worden.

Datierung1.Jh.
Kommentar Götternamen

Keltisches Element:
Magusanos: Weiterentwicklung des keltischen Kultnamens Magusenos: ,der mächtige Alte‘, später germanisiert zu Macusanos (de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 146)

Belegsituation:
Magusenos Hercules (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: In dieser Form ist der Göttername nur in dieser Inschrift bezeugt.
- Außerhalb der Germania Inferior: -
Hercules Magusenos (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: das theonymische Formular ist hier sehr gut belegt (CF-GeI-115, 127–132, 134–139, 242–244). 1x scheint der Göttername darunter in Verbindung mit dem Gottheitsdeterminativ deus auf (CF-GeI-139).
- Außerhalb der Germania Inferior: ist der Göttername in Rom und in verschiedenen Provinzen vereinzelt nachgewiesen: Belgica, Britannia, Dacia (hier 1x auch als deus invictus Hercules Magusanos [AE 1977, 702]), Pannonia superior.
Magusenos (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: In dieser Form ist der Göttername in dieser Provinz nicht bezeugt.
- Außerhalb der Germania Inferior: In der Provinz Dacia ist 1x ein deus Mag… bezeugt (AE 1995, 1280).

Kommentar allgemein

Flavus Vihirmatis filius: nichtrömisches Namensformular mit Angabe des Vaternamens im Genitiv.
Flavus: lateinisches Cognomen, gängiger Name, der verstärkt in der Provinz Hispania auftritt (Kakoschke 2007, CN 1318)
Vihirmas: keltisches Cognomen (Kakoschke 2008, CN 3331)

summus magistratus civitatis Batavorum: Es handlet sich dabei um eine ansonsten nicht belegte Magistratur. “… the Roman administrative model did not usually have a single leader, and this must have been a transitional situation” (Willems/Enckevort 2009, 22).

ZitiervorschlagCF-GeI-133, hdl.handle.net/11471/504.50.133
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0


Bild 1: EDCS-11100861 (CIL), Rechte vorbehalten