Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior


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Hercules Magusanus

CF-GeI-130

ĤERCVLI

MAGVSANO

Q · CLODIVS

M̂ARCELLÎNVS

  5 > · LEG · I · M̂P F

V · S · L · M

Herculi

Magusano

Q(uintus) Clodius

Marcellinus

  5 ((centurio)) leg(ionis) I M(inerviae) P(iae) F(idelis)

v(otum) s(olvit) l(ibens) m(erito)

CivitasCCAA
Apparatus criticusZ. 1: ohne Ligatur – Richier
Z. 4: ohne Ligaturen – Richier
Z. 5: ohne Ligatur – Richier
Übersetzung Deutsch

Für Hercules Magusanus!
Quintus Clodius Marcellinus, centurio der legio I Minervia Pia Fidelis hat das Gelübde gerne und verdientermaßen erfüllt.

Übersetzung Englisch

To Hercules Magusanus!
Quintus Clodius Marcellinus, centurio of the legio I Minervia Pia Fidelis has fulfilled a vow willingly and deservedly.

Autopsievidimus (CIL XIII Projekt)
Editionen und LesungenCIL XIII 8010
Lehner 1918, Nr.136
Richier 2004, Nr.244
Elektronische RessourcenEDCS-11100235 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/415069 (Trismegistos)
Fundort antikBonna
Fundort modern Bonn
FundstelleBereich der Stiftskirche, Standort ehem. alte Kirche
Fundumständebeim Neubau der Stiftskirche
Fundjahr1882
VerwahrungBonn, Rheinisches Landesmuseum
Inventarnummer2568
InschriftträgerWeihealtar
Material Trachyt
Archäologische Klassifikation Reliefschmuck
Baum
Laubbaum
Lorbeer
Beschreibung Objekt

Es handelt sich um einen oben und unten abgeschlagenen Weihealtar. Die untere Standfläche wurde modern ergänzt. Der Körper mit der nicht gerahmten Inschrift dürfte komplett erhalten sein. Die darüber ansetzenden Reste eines Gebälks könnten zum nicht mehr vorhandenen Aufsatz gehören.

Zustand Objekt weitgehend vollständig
MaßeHöhe: 68,0 cm
Breite: 49,0 cm
Tiefe: 24,0 cm
Ikonografie

Laut Literatur befinden sich an den Schmalseiten Darstellungen großblättriger Bäume (Lehner 1918, 67). Nach Klein (1883, 73 f.) handelt es sich um Lorbeerbäume.

Inschrift

Der Inschriftentext ist vollständig erhalten.
Ligaturen: s. Majuskeltext – besondere Zeichen: Z.4: Ligatur von I und N mit erhöhter linker senkrechter Haste des N; Z.5 Sonderzeichen für centurio – Z.5 Querstrich über der Nummer der Legion

Technikgemeißelt
Kommentar Götternamen

Magusanus: Germanisierung des keltischen Kultnamens * Mogusenos ,der mächtige Alte‘, später sukzessive germanisiert zu Magusenos, Magusanos und Macusanos (de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 146, vgl. Toorians 2003)

Vorkommen in theonymischen Formularen:

Hercules Magusanus:
- Germania Inferior: sehr gut belegt (CF-GeI-115, 127–132, 134–139, 242–244), 1x darunter in Verbindung mit dem Gottheitsdeterminativ deus (CF-GeI-139)
- außerhalb der Germania Inferior: in Rom und in verschiedenen Provinzen vereinzelt nachgewiesen: Belgica, Britannia, Dacia (hier 1x auch als deus invictus Hercules Magusanus [AE 1977, 702]), Pannonia Superior

Magusanus Hercules:
- Germania Inferior: nur 1x bezeugt (CF-GeI-133)
- außerhalb der Germania Inferior: -

Magusanus:
- Germania Inferior: in dieser Provinz nicht bezeugt
- außerhalb der Germania Inferior: In der Provinz Dacia ist 1x ein deus Mag… bezeugt (AE 1995, 1280).

Kommentar allgemein

Quintus Clodius Marcellinus: tria nomina
Clodius: italisches Gentilnomen, gängiger Name; eine Nebenform des Gentilnomens Claudius (Kakoschke 2006, GN 332)
Marcellinus: lateinisches Cognomen, Weiterbildung des Cognomens Marcellus bzw. des Praenomens und auch Cognomens Marcus; überall gängiger Name (Kakoschke 2008, CN 1898).

legio I Minervia Pia Fidelis: Die Legion war ab 83 n.Chr. in Bonn stationiert. Nach 89 n.Chr. erhielt sie (wie auch die anderen 3 niedergermanischen Legionen) den Titel Pia Fidelis Domitiana; Domitiana wurde 96 n.Chr. wieder gestrichen (Stein 1932, 100–106).

ZitiervorschlagCF-GeI-130, hdl.handle.net/11471/504.50.130
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0


Bild 1: Front, CIL XIII Projekt, CC BY-NC
Bild 2: , Rechte vorbehalten