Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior

Fontes epigraphici religionum Celticarum antiquarum


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Hercules Magusenos, deus

CF-GeI-127

HERCVLI
MAGVSEN
IVLIVS · GEN
IALIS · VETER
5 LEG · X · G · P · F ·
V · S · L · L · M
Herculi
Magusen(o)
Iulius Gen-
ialis veter(anus)
5 leg(ionis) X G(eminae) P(iae) F(idelis)
v(otum) s(olvit) l(aetus) l(ibens) m(erito)
CivitasCivitas Batavorum
Apparatus criticusZ. 6: l(aetus) l(ibens) – Roymans/Derks
Übersetzung Deutsch

Für Hercules Magusenos!
Iulius Genialis, Veteran der Legio X Gemmina Pia Fidelis, hat das Gelübde nach erwiesener Wohltat freudig und gerne erfüllt.

Übersetzung Englisch

To Hercules Magusenos!
Iulius Genialis, veteran of the 10th legion Gemmina Pia Fidelis, paid his vow gladly, willingly and deservedly.

Autopsienon vidimus
Lesung gründet auf: AE
Editionen und LesungenRoymans/Derks 1990, 449f.
AE 1990, 740
Elektronische RessourcenHD024630 (Version von 2010-09-30) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
EDCS-05200511 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
FundstelleEmpel, bei s'-Hertogenbosch | Sur le site d’un temple gallo-romain – AE 1990
Umstände: während der Ausgrabung im vermutlichen Heiligtumsbezirk von Empel, neben einer Fülle von Metallfunden und Keramik
Fundjahr1989
InschriftträgerBronzetafel
Material Bronze
Archäologische Klassifikation versilbert
verzinnt
Beschreibung Objekt

Die Bronzetafel, die laut Ausgräbern versilbert oder verzinnt war, ist in einigen Bruchstücken fast vollständig erhalten geblieben. Vermutlich war die Tafel auf einem Weihegeschenk an die Gottheit befestigt (Roymans/Derks 1990, 449 f.).

Zustand Objekt weitgehend vollständig
MaßeHöhe: 6,5 cm
Breite: 7,0 cm
Tiefe: - cm
Ikonografiekein Dekor vorhanden
Zustand Inschriftfeld vollständig
Technikgraviert
Buchstabenhöhe0,7–0,8 cm
Inschrift

Der Inschriftentext ist vollständig.

DatierungAnf.2.Jh.
Kommentar Götternamen

keltisches Element:
Magusenos: keltisch ,der mächtige Alte‘, (de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 146)

Belegsituation:
Hercules Magusenos (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: Der Göttername ist hier sehr gut belegt (CF-GeI-115, 127–132, 134–139, 242–244). 1x scheint er darunter in Verbindung mit dem Gottheitsdeterminativ deus auf (CF-GeI-139).
- Außerhalb der Germania Inferior: ist der Göttername in Rom und in verschiedenen Provinzen vereinzelt nachgewiesen: Belgica, Britannia, Dacia (hier 1x auch als deus invictus Hercules Magusanos [AE 1977, 702]), Pannonia superior.
Magusenos Hercules (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: In dieser Form ist der Göttername nur 1x bezeugt (CF-GeI-133).
- Außerhalb der Germania Inferior: -
Magusenos (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: In dieser Form ist der Göttername in dieser Provinz nicht bezeugt.
- Außerhalb der Germania Inferior: In der Provinz Dacia ist 1x ein deus Mag… bezeugt (AE 1995, 1280).

Kommentar allgemein

Iulius Genialis: römisches Namensformular mit Gentinomen und Cognomen ohne Praenomen
Iulius: italisches kaiserliches Gentilnomen, überall äußerst gängig, in Germania Inferior besonders häufig belegt (Kakoschke 2006, GN 621)
Genialis: lateinisches Cognomen, gängiger Name (Kakoschke 2007, CN 1416)

legio X Gemina Pia Fidelis: Die Legion war von ca. 70–104 in Noviomagus (Nijmegen) stationiert. Nach 89 n.Chr. erhielt sie (wie auch die anderen 3 niedergermanischen Legionen) den Titel Pia Fidelis Domitiana; Domitiana wurde 96 n.Chr. wieder gestrichen (Stein 1932, 100–106).

ZitiervorschlagCF-GeI-127, hdl.handle.net/11471/504.50.127
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0


Bild 1: Roymans 1990, 449, Rechte vorbehalten
Bild 2: Derks 1998, 112, Rechte vorbehalten