Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior


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Hludana

CF-GeI-116

DEAE
HLVDANÂE
SACRVM
C · TIBERIVS
5 VERVS ·
Deae
Hludanae
sacrum
C(aius) Tiberius
5 Verus
CivitasCUT
Übersetzung Deutsch

Der Göttin Hludana geheiligt.
Caius Tiberius Verus

Übersetzung Englisch

Sacred to the goddess Hludana.
Caius Tiberius Verus

Autopsievidimus (CIL XIII Projekt)
Editionen und LesungenCIL XIII 8611
Lehner 1918, Nr.239
Elektronische RessourcenEDCS-11100705 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/415624 (Trismegistos)
Fundort antikCUT
Fundort modern Xanten
FundstelleBirten
Umstände: nichts Genaues bekannt, allerdings befand der Stein sich eine Zeit lang in der Clevischen Sammlung (Lehner 1918, 114); gefunden worden sein dürfte der Stein bereits vor 1604 (bei Pighius um 1604 bereits erwähnt), ein genaues Fundjahr ist nicht bekannt
VerwahrungXanten, LVR-Römer Museum, U 64
InschriftträgerWeihealtar
Material Kalkstein
Archäologische Klassifikation Aufsatzschmuck
Blattdekor
Rosette
Reliefschmuck
Baum
Laubbaum
Metallklammer
Beschreibung Objekt

Der Weihealtar besteht aus einem einfach profilierten Sockel, gefolgt von einem Altarkörper mit Inschrift ohne Rahmung und einem Aufsatz, der durch ein profiliertes Gesims getrennt ist. Die Bekrönung besteht aus zwei Pulvini und einem mittigen kleinen Giebel, dessen Spitze allerdings abgeschlagen ist. Pulvini sowie Giebelfeld weisen pflanzliches Dekor bzw. Rosettendekor auf.

An den Schmalseiten finden sich Baumdarstellungen in flachem Relief. Das Gesims ist nicht umlaufend, der Sockel umlaufend ausgearbeitet, Information zur Rückseite fehlt. An der Rückseite ragt eine Metallklammer heraus.

Zustand Objekt vollständig
MaßeHöhe: 58,0 cm
Breite: 33,0 cm
Tiefe: 18,0 cm
IkonografieDie linke Seite zeigt einen Baum mit geschwungenem Stamm und insg. fünf großen Blättern. Eventuell finden sich am Stamm noch hervorstehende Astausbuchtungen oder Blätter. Der Baum auf der rechten Schmalseite weist einen Knick in der oberen Hälfte seines Stammes auf (also keine gerundete Stammausführung), die Blätter sind allerdings ebenso groß ausgestaltet. Insgesamt finden sich auf diesem Baum acht Blätter, die links und rechts abwechselnd nach oben ragen.
Zustand Inschriftfeld vollständig
Technikgemeißelt
Inschrift

Der Text füllt das Inschriftenfeld nicht zur Gänze aus (unter dem Text bleibt ein Freiraum). Er ist vollständig erhalten. Die Schriftgröße nimmt von oben nach unten ab.
Ligaturen, s. Majuskeltext

Datierung175–300
Kommentar Götternamen

Hludana: Vermutet werden kann eine keltische ‚Ruhmesgöttin‘ *Clutona, die später zu Hluthena und Hludana lautlich germanisiert wurde (de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 143)

Belegsituation:
Hludana (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: Hier finden sich 3 Belege (CF-GeI-116–118).
- Außerhalb der Germania Inferior: Nördlich der Rheingrenze aus der Gegend von Leeuwarden ist eine Weihung für die dea Hludana (CIL XIII 8830) bekannt.

Kommentar allgemein

Gaius Tiberius Verus: tria nomina
Tiberius: italisches Gentilnomen oder einheimisches Pseudogentilnomen, abgeleitet vom lateinischen Cognomen Tiberius (Kakoschke 2006, GN 1288)
Verus: lateinisches Cognomen, überall äußerst gängiger Name (Kakoschke 2006, CN 3295)

ZitiervorschlagCF-GeI-116, hdl.handle.net/11471/504.50.116
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0


Bild 1: CIL XIII Projekt, CC BY-NC
Bild 2: CIL XIII Projekt, CC BY-NC
Bild 3: CIL XIII Projekt, CC BY-NC