Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior


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Matronae Udravarinehae

CF-GeI-112

MATRONS

VDRAV̂ARINE

HIS · IVL̂IA · PRISĈI

F · ALLVA · V · S L · M

Matron[i]s

Udravarine-

his Iulia Prisci

f(ilia) Allua v(otum) s(olvit) l(ibens) m(erito)

CivitasCCAA
Apparatus criticusZ. 1: Matron̂is – Galsterer/Galsterer 1975; Matronis – Espérandieu, Schoppa, Galsterer/Galsterer 2010, KIK 2012, EDH
Z. 2: ohne Ligatur – Espérandieu, Galsterer/Galsterer 2010, KIK 2012, EDH; Udravarini – Schoppa
Z. 3: ohne Ligaturen – Espérandieu, Schoppa, Galsterer/Galsterer 2010, KIK 2012, EDH; falscher Zeilenwechsel nach HIS – EDH
Übersetzung Deutsch

Für die Matronae Udravarinehae!
Iulia Allua, Tochter des Priscus, hat das Gelübde gerne und verdientermaßen erfüllt.

Übersetzung Englisch

To the Matronae Udravarinehae!
Iulia Allua, daughter of Priscus, has fulfilled a vow willingly and deservedly.

Autopsienon vidimus
Lesung gründet auf: Photo
Editionen und LesungenCIL XIII 8229
Espérandieu VIII 6519
Schoppa 1959, Nr.73
Galsterer/Galsterer 1975, Nr.112
Galsterer/Galsterer 2010, Nr.164
KIK 2012, Nr.179
Elektronische RessourcenHD028999 (Version von 2007-07-4) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
EDCS-01200067 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/209381 (Trismegistos)
Fundort antikCCAA
Fundort modern Köln
FundstelleUnter Fettenhennen, vermutlich Nr.8
Fundjahr1893
VerwahrungKöln, Römisch-Germanisches Museum
Inventarnummer409
InschriftträgerWeihealtar
Material Kalkstein
Archäologische Klassifikation Reliefschmuck
Baum
Laubbaum
Lorbeer
Beschreibung Objekt

Das obere Ende des Weihaltars ist abgebrochen. Die Kanten sind leicht bestoßen. Das Inschriftenfeld ist nicht gerahmt. Der Sockel ist klar auszumachen, allerdings ist er rundum bestoßen, an der rechten unteren Ecke schwer.

Zustand Objekt unklar
MaßeHöhe: 70,0 cm
Breite: 45,0 cm
Tiefe: 22,5 cm
Ikonografie

Laut Literatur (Galsterer / Galsterer 2010, 153f.) befinden sich auf den Seitenflächen Baumdarstellungen (Lorbeer).

Inschrift

Der Text füllt nur die obere Hälfte des Inschriftenfeldes aus (unter dem Text bleibt ein Freiraum). Oben ist das Inschriftenfeld abgebrochen, doch deutet der erhaltene Text darauf hin, dass er vollständig erhalten ist. Die Buchstaben der obersten Zeile sind deutlich größer.
Ligaturen: s. Majuskeltext – besondere Zeichen: Am Ende von Z.1 wird das N eine Ligatur mit I enthalten haben, die Stelle ist aber ausgebrochen. In Z.3 ist im L wohl eine Ligatur mit I zu erkennen, die aber wenig ausgeprägt ist, am Ende der Zeile ist kleines I in das C eingeschrieben.

Technikgemeißelt
Kommentar Götternamen

Udravarinehae: Der zusammengesetzte Göttername weist als Determinans zwei synonyme Bestandteile auf: Der zweite Teil vara ‚Wasser‘ ist eindeutig keltisch, der erste Teil: *udro- ‚Wasser‘ ist vermutlich keltisch oder möglicherweise schon vorkeltisch. Die Etymologie weist eindeutig auf eine Wassergottheit hin: ‚die zum Wasser Gehörige‘ (de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 144).

Vorkommen in theonymischen Formularen:

Matronae Udravarinehae:
- Germania Inferior: Dieses theonymische Formular ist nur in der hier besprochenen Inschrift bezeugt.
- außerhalb der Germania Inferior: -

Udravarinehae:
- Germania Inferior: nur 1x (CF-GeI-25) belegt
- außerhalb der Germania Inferior: -

Kommentar allgemein

Iulia Prisci f(ilia) Allua: weibliches Namensformular mit Filiation mit Cognomen des Vaters
Iulia: weibliche Form von Iulius: italisches kaiserliches Gentilnomen, in der Germania Inferior besonders häufig (Kakoschke 2006, GN 621)
Priscus: lateinisches Cognomen, überall äußerst gängig (Kakoschke 2008, CN 2454)
Allua: germanisches? Cognomen, nur ein bekannter Beleg (Kakoschke 2007, CN132); vgl. aber den keltischen Namentyp Allo und Allonia (Delamarre 2007,17-18 und 210)

ZitiervorschlagCF-GeI-112, hdl.handle.net/11471/504.50.112
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0


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