Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior

Fontes epigraphici religionum Celticarum antiquarum


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(Matres vel Matronae) Albiahenae

CF-GeI-11

[---]AHEN̂IS
[---]ĜIONVS
[---]ṂANVS +
[.]VCILIVS DẠ
5 [.]IONIVS SV
[.]ER V S L M
[Albi]ahenis
[--- Da]gionus
[Ro]manus(?) et(?)
[L]ucilius Da-
5 [g]ionius Su-
[p]er v(otum) s(olverunt) l(ibentes) m(erito)
CivitasCCAA
Apparatus criticusZ. 2: [--- Da]ĝion̂ius – Lehner; es ist möglich, dass eine Ligatur von N und I mit verlängerter rechter senkrechter Haste vorhanden war, die aber aufgrund einer Bruchstelle links oberhalb des N nicht mehr erhalten ist.
Z. 3: fin: könnte eine Ligatur von E und T mit seitenverkehrtem E sein – CIL (Zangemeister); am Ende T – Lehner
Übersetzung Deutsch

Für die Albiahenae!
… Dagionus Romanus? und? Lucillius Dagionius Super haben das Gelübde nach erwiesener Wohltat gern erfüllt.

Übersetzung Englisch

To the Albiahenae!
… Dagionus Romanus? and? Lucillius Dagionius Super paid their vow willingly and deservedly.

Autopsievidimus (CIL XIII Projekt)
Editionen und LesungenCIL XIII 7934
Lehner 1918, Nr.254
Elektronische RessourcenEDCS-11100160 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
FundstelleOberelvenich, im sog. Heidenfelde
Umstände: gefunden gemeinsam mit CF-GeI-12, CF-GeI-13, CF-GeI-18 | vom Museum angekauft, keine Hinweise auf nähere Fundumstände oder Fundjahr vorhanden
VerwahrungBonn, Rheinisches Landesmuseum, U 39
InschriftträgerWeihealtar
Material Sandstein
Archäologische Klassifikation Reliefschmuck
Aufsatzschmuck
Perlstab
Pflanzendekor
Füllhorn
Beschreibung Objekt

Dem Altar ist in der linken oberen Ecke ein längsrechteckiges Stück herausgebrochen, daher ist diese Seite unvollständig erhalten. Der Sockel ist nicht mehr erkennbar, sehr wohl aber der Aufsatz, der sich durch ein leicht vorspringendes, profiliertes Gesims vom Inschriftenfeld abhebt. Die Standfläche wurde mit Beton nachempfunden. Der Altarkörper ist an den vorhandenen Kanten leicht bestoßen. Das Inschriftenfeld ist nicht gerahmt.
An der vollständig erhaltenen rechten Schmalseite ist das schlecht erhaltene Relief eines Füllhorns oder einer Pflanzenranke erkennbar. Laut Literatur (Lehner 1918, 122) soll es sich um ein Füllhorn handeln. Unter dem Gesims befinden sich Reste eines Perlstabs.

Zustand Objekt größere Fehlstellen
MaßeHöhe: 70,0 cm
Breite: 41,0 cm
Tiefe: 18,0 cm
IkonografieAn der rechten Schmalseite ist das Relief eines Füllhorns erkennbar. Oberfläche wirkt verwaschen und schlecht erhalten.Es sieht danach aus, dass das Füllhorn mit Obst und Blüten bzw. Pflanzen gefüllt war, die darauf hervorragen. Der Körper ist allerdings nicht mehr genau erkennbar.
Zustand Inschriftfeld größere Fehlstellen
Technikgemeißelt
Inschrift

Der Text füllt das Inschriftenfeld nicht zur Gänze aus (unter dem Text bleibt ein Freiraum). Er ist weitgehend erhalten doch links von Z.1 bis Z.3 fast bis zur Mitte und darunter am linken äußeren Rand abgebrochen.
Ligaturen, s. Majuskeltext. – Besondere Zeichen: In Z. 2 könnte ursprünglich eine verlängerte rechte Haste des N – zu lesen als Ligatur von N und I – vorhanden gewesen sein; in Z.1 eine Ligatur von N und I mit verlängerter rechter senkrechter Haste des N

Datierung150–250
Kommentar Götternamen

Keltisches Element:
Albiahenae: keltisch germanisches Kompositum, ‚die zur diesseitigen Welt Gehörigen‘ (de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 142)

Belegsituation:
Albiahenae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: maximal 4x belegt (CF-GeI-11 bis CF-GeI-13 und CF-GeI-18). In einem Fall (CF-GeI-18) ist vor dem Götternamen noch Platz, wo vielleicht Matronae aber auch Matres ergänzt werden könnte. Alle Zeugnisse stammen aus Oberelvenich.
- Außerhalb der Germania Inferior: -

Kommentar allgemein

Dagionus Romanus: Gentilnomen und Cognomen, ohne Praenomen
Dagionus: In der Inschrift ist eindeutig Dagionus zu lesen, doch ist nicht auszuschließen, dass die Bruchstelle in Z.2 eine Ligatur von N und I unsichtbar macht und der Name Dagionius lautete, so Kakoschke (2006, GN 394) Dagionius: einheimische Bildung (mit keltischer Basis?), nur in dieser Inschrift belegt
Romanus: lateinisches Cognomen, überall gängig (Kakoschke 2008, CN 2601)

Lucilius Dagionius Super: der Name besteht aus zwei Gentilnomina und einem Cognomen, ohne Praenomen
Lucilius: italisches Gentilnomen oder einheimisches Pseudogentilnomen abgeleitet vom lateinischen Cognomen Luc(il)ius (Kakoschke 2006, GN 684)
Dagionius:einheimische Bildung (mit keltischer Basis?), nur in dieser Inschrift belegt (Kakoschke 2006, GN 394)
Super: lateinisches Cognomen, der Name tritt u.a. verstärkt in der Germania Inferior auf (Kakoschke 2008, CN 2970)

ZitiervorschlagCF-GeI-11, hdl.handle.net/11471/504.50.11
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0


Bild 1: CIL XIII Projekt, CC BY-NC
Bild 2: CIL XIII Projekt, CC BY-NC