Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior

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Titaca

CF-GeI-108

DEAE · TITACE · CANDID[---]
O · Q · VINIVS · VRSVLE[---]
[---]E CO · CAA · ANTONIN[---]
[---]RISPINT[---]
5 [---]R · TVN[---]
Deae Titac(a)e candid[(a)e ---]
o Q(uintus) Vinius Ursule[---]
[d]e(curio?) co(hortis?) CAA(?) Antonin[ianae]
[---]rispint[---]
5 [---]r tun[---]
CivitasCCAA
Apparatus criticusZ. 3: d]ec(urio) [c(oloniae)] Claudiae A(ugustae) A(grippinensium) Antonin[ianae] – CIL (bei [c(oloniae)] Claudiae wurden die Klammern falsch gesetzt; stimmt so nicht mit Majuskeltext überein).
Übersetzung Deutsch

Für die strahlende Göttin Titaca!
… Quintus Vinius Ursule…, Decurio der Cohors CAA? Antoniniana …

Übersetzung Englisch

To the shining goddess Titaca!
… Quintus Vinius Ursule…, decurion of the cohors CAA? Antoniniana …

Autopsienon vidimus
Lesung gründet auf: CIL (aus älterer Literatur)
Editionen und LesungenCIL XIII 8853
Elektronische RessourcenEDCS-11100943 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/415847 (Trismegistos)
Verwahrungverschollen
InschriftträgerWeihestein
Archäologische Klassifikation Abschrift
Beschreibung Objekt

Der Stein ist heute verschollen, nähere Beschreibungen zu Aussehen oder Dekor sind nicht vorhanden.

Ikonografiekein Dekor überliefert, Stein verloren
Zustand Inschriftfeld größeres Fragment
Inschrift

Der nur als Abschrift erhaltene Text lässt darauf schließen, dass die rechte obere Ecke des Inschriftenfeldes erhalten ist.

Datierung218–235
Notabilia Varia

v.1: „Titace“ pro „Titacae“

Kommentar Götternamen

Titaca: vermutlich keltisch, denn „das zur Bildung des Zugehörigkeitsbeinamens verwendete Suffix -ako/-aka ist typisch für keltische Ableitungen“ (de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 146)

Belegsituation:
Titaca (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: Die hier besprochene Inschrift ist der einzige Beleg in Niedergermanien. Es ist neben der vorgeschlagenen Auflösung schwer zu entscheiden, ob „Candid[---]o“ zum Votivformular gehörte oder ob es sich dabei um einen Teil der Dedikantennennung handelt.
- Außerhalb der Germania Inferior: Eine dea Titaca ist möglicherweise in der Germania Superior in Koblenz belegt (CIL XIII 7624).

Kommentar allgemein

Quintus Vinius Ursule…: tria nomina
Vinius: italisches Gentilnomen (Kakoschke 2006, GN 1446)
Ursule… : vermutlich lateinisches Cognomen (Kakoschke 2008, CN 3177); nach OPEL IV, 187 ist der Name auf Ursule[nus] zu ergänzen.

[d]e(curio?) co(hortis?) CAA(?) Antonin[ianae]: die Auflösung ist keineswegs gesichert, doch erscheint dieser Weg zutreffender als, an einen decurio coloniae Claudiae Augustae Agrippinensium Antoninianae zu denken, wie im CIL vorgeschlagen.

Die erhaltenen Buchstabenreste in Z.4 und 5 entziehen sich bisher einem Verständnis.

ZitiervorschlagCF-GeI-108, hdl.handle.net/11471/504.50.108
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0

Bild 1: CIL XIII 8853, CC BY-NC