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EPSG 254

Inschrift:
Transkription:
1D(iis) M(anibus)
2Aurel(io) Victori eq(uiti)
3sing(ulari) tur(ma) Co(n)stan-
4tini nat(ione) Dacus
5allect(o) ex ala I Illy-
6ricor(um) vix(it) an(nis) XXXIII
7mil(itavit) an(nis) XIII Ulpius
8Macedo et Ulp(ius) Ma-
9: fecerunt außerhalb des Profilrahmens.9ternus dupl(icarii) hered(es) b(ene) m(erenti) f(ecerunt).
Übersetzung:Den göttlichen Manen (geweiht)! Dem Aurelius Victor, Kaiserreiter aus der Turme des Constantin, von Geburt Daker, ausgewählt aus der 1. Reiterschwadron, (genannt) die Illyrische, er lebte 33 Jahre, diente 13 Jahre. Ulpius Macedo und Ulpius Maternus, Soldaten mit doppeltem Sold, machten (das Grabmal) wegen seiner Wohltaten.
Kommentar:die eques singularis Augusti bildeten u.a. die Begleittruppe des Kaisers und einen Teil der kaiserlichen Leibwache. Die Truppe war „wahrscheinlich durch Domitian oder Trajan gebildet und seit Septimius Severus stammten die eques vor allem aus dem Donaugebiet (Daker, Thraker).
allectus meint die adlectio, die Beförderung von einer Ale an der Reichsgrenze in diese Truppe (Speidel, a.a.O. S. 1), durch die man eques sing. wurde. Lediglich 8 Grabsteine nennen die adlectio ausdrücklich Speidel, a.a.O. S. 1). Im einzelnen ist uns der Vorgang unbekannt, er wird aber wohl durch Anweisung an die Provinzstatthalter und über diese an die Alen geschehen sein (Speidel, a.a.O. S. 4). Die Angabe der ala und der Provinz, in der die ala stand deckt sich mit der Herkunftsangabe des eques.
Die ala I Illyricorum wird namentlich nur in dieser Inschrift genannt, sie stand in Dakien und wurde wahrscheinlich unter Antoninus Pius ausgehoben.
Sprache:Latein
Gattung:Grabinschrift
Beschreibung:Cippus aus feinkörnigem, hellgrauen Marmor. Die linke obere Ecke fehlt, rechts bestoßen, stark überarbeitet. Ganz unten befinden sich zwei unregelmäßig liegende Klammerlöcher. Die Platte diente wohl als Verschlußstein einer Aschenbestattung, sie weist die hohe, schmale Proportion von Grabaltären auf und ist mit einer Lunette bekrönt. Diese und die Inschriftenzone tragen Reliefschmuck, der einfach gestaltet ist. Über den Klammerlöchern sind zwei übereinander liegende, rechteckige, eingeflachte Relieffelder. Im unteren Relief ist ein mit ausgebreiteten Armen nach rechts sprengender Reiter (Thrakischer ?) dargestellt, links ein stehender Knabe, (das Pferd am Schwanz haltend?), im oberen Relief frontal ein bartloses Brustbild mit Sagum, in einem von zwei Eroten (Flügel nur rechts sichtbar) gehaltenen, unten abgeschnittenen Medaillon. Darüber liegt das Schriftfeld innerhalb eines Profilrahmens zwischen zwei Säulen mit Spiralkanelluren, oben rechts und links (nicht mehr erhalten) eine Maske, dazwischen ein Aetom mit Flachrelief: ein lagernder Mann auf einem Sofa mit Tisch und Korb, sowie ein puer links, die Darstellung des Verstorbenen beim Totenmahl.
Datierung:3. Jh.n.Chr.: Daker unter den eques singularis im 3. Jhd.
Herkunftsort:Rom
Fundort (historisch):RomDer Link verweist auf den Normdateneintrag des Ortes in Pleiades.
Fundort (modern):RomDer Link verweist auf den Normdateneintrag des Ortes in GeoNames.
Geschichte:1633 zwischen Via Labicana und Praenestina beim Torre Pignattara (Mausoleum der Helena) gefunden.
Aufbewahrungsort:Rom, Museo Vaticano, Galleria Lapidaria, Inv.Nr. 7023
Konkordanzen:CIL 06, 03234a (p 3384, 3843)
CIL 10, *01089,051
D 02209
ILMN -01, 00621
Denkm 00541
IDRE -01, 00054
Literatur:Diehl, Inscriptiones Latinae, Abb. Taf. 19, F 1.
Di Stefano Manzella, Fig. 42a Nr. 20.
Speidel, Antiquitas I, 11, 1965, 5.
Amelung I, 266 f., Nr. 137 f., Taf. 28.
Abklatsch:
EPSG_254
Aufbewahrung:gerahmt
Zustand:leicht beschädigt
Farbe:braun
Impressum:
Herausgeber:Institut für Alte Geschichte und Altertumskunde, Karl-Franzens-Universität Graz
Datenerfassung:Ingrid Weber-Hiden
Datenmodellierung:Zentrum für Informationsmodellierung - Austrian Centre for Digital Humanities, Universität Graz
Rechte:Creative Commons BY-NC-SA 4.0
Permalink:http://gams.uni-graz.at/o:epsg.254
Handle:hdl.handle.net/11471/504.40.209