Siegel der Bischöfe der Salzburger Metropole

Bischof Johann I., Seckau

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Hauptsiegel

Datierung: 1392-09-29

Foto: Rudolf K. Höfer

Zeichnung: Ludwig Freidinger

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Beschreibung
Avers-Typ:Thronsiegel
Avers-Bildinhalt
Allgemeine Beschreibung:Das Siegel zeigt den auf einem Faldistorium sitzenden SF in einer gotischen Baldachinarchitektur, die bis zum Siegelrand hinaufreicht und von beiden Seiten mit einem nach oben sehenden Kranich umgeben ist. Die Füße des SF ruhen auf einem von Blüten verzierten Podest mit zwei Öffnungen, in denen sich je ein Dreieckschild befindet, rechts das persönliche Wappen des SF, links das Bistumswappen; das Podest reicht bis zum Umschriftrand und die Wappen darüber hinaus. Vom Faldistorium, über welches eine in weiche Falten gelegte und mit gepunkteten Rhombenfeldern damaszierte Decke gebreitet ist, sind die Stuhlbeine oben als Löwenkopf mit prächtiger Mähne gestaltet sichtbar. Der SF neigt den Kopf etwas, wodurch bei der nach oben spitz zulaufenden Mitra die Vertiefung inmitten der Vorder- und Hinterseite sichtbar ist. Über der Albe und der Dalmatik mit Besatz an den tief herabfallenden Ärmeln, beide mit reichem Volumen, liegt die Kasel. Der Amikt umgibt die Kasel kragenförmig, die auf die Beine herabfällt und viele Schüsselfalten bildet. Beide Unterarme hat der SF abgewinkelt, die Hände sind behandschuht. Die rechte Hand ist segnend erhoben. In der Linken hält er vor der linken Schulter das Pedum mit einer nach außen gerichteten schmuckvollen Curva, die in einen Vierpass mündet.##Neben der linken Hand ist der nicht deutbare Minuskelbuchsstabe „g“ sichtbar.
Heraldische Beschreibung:Persönliches Wappen: In Schwarz ein linksgewendeter rot gezungter silberner Wolf.##Bistumswappen: In Rot eine aus dem linken Schildrand hervorkommende bekleidete silberne segnende Hand mit gestrecktem Daumen-, Zeige- und Mittelfinger.
Transkription
Umschrift
Schrifttyp:Gotische Minuskel
Abgrenzung innen:Perlschnur
Abgrenzung außen:Perlschnur
Transliteration:‾s(igillum) ☼ iohannis ☼ dei ☼ gracia ~ seccouienſiſ ☼ ec‾c(lesi)e ☼ ep(iscop)
Übersetzung:Siegel Johanns von Gottes Gnaden Bischof der Kirche von Seckau
Aufschrift
Schrifttyp:Gotische Minuskel
Transliteration:g
Übersetzung:
Materialität
Form:rund
Maße:62 mm
Typ des Siegels:Abdruck
Siegelstoff:Siegelwachs
Farbe:

rot

Befestigung:anhängend an Pergamentstreifen, in einer naturfarbigen Schale
Zustand:annähernd intakter Abdruck
Metadaten
Siegelführer:

Bischof

Johann I. von Neuberg der Diözese Seckau

1380-04-14 bis 1399-06-11

Johann von Neuberg wurde nach dem Tod des Seckauer Bischofs Augustin Münzmeister von Breisach (25.3.1380) vom Salzburger Erzbischof Pilgrim II. von Puchheim zum Bischof von Seckau ernannt, die Konsekration erfolgte am 14.4.1380.

Aufbewahrungsort:

Graz, Steiermärkisches Landesarchiv

AUR 3757

Urkunde, 1392-09-29, Leibnitz

Weitere Siegel:se-24se-25
Literatur

Michaela Kronthaler, Art. Johann von Neuberg. Die Bischöfe des Heiligen Römischen Reiches: 1198 bis 1448 hg. Erwin Gatz (Berlin 2001) 722f.

Ludwig Freidinger, Siegelgebrauch und Wappenführung der Bischöfe von Seckau in Mittelalter und früher Neuzeit. Teil 2: 1337–1452. MStLA 49 (1999) 67f., 75–77.

Paula Kreiselmeyer, Die Schrift auf den Siegeln der Salzburger Erzbischöfe und deren innerösterreichischer Suffraganbischöfe von 958-1540. Archiv für Schreib- und Buchwesen 3 (1929) Teil 3, 137.

Sonja Leiss, Geistliche Siegel der Gotik in Österreich (ca. 1350–1470). Versuch einer Einordnung der Siegelplastik in die allgemeine Kunstgeschichte. Diss. (Wien 1971) Nr. 202.

Paul Kletler, Die Kunst im österreichischen Siegel (Wien 1927) 20, 44.

Impressum
Editorische Redaktion:Höfer Rudolf K.
Datenerfassung:Feiner Martin
Datenmodellierung:Zentrum für Informationsmodellierung - Austrian Centre for Digital Humanities
Herausgeber:Institut für Kirchengeschichte und kirchliche Zeitgeschichte, Karl-Franzens-Universität Graz