Siegel der Bischöfe der Salzburger Metropole

Erzbischof Friedrich V., Salzburg

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Hauptsiegel

Datierung: 1493-06-20

Foto: Rudolf K. Höfer

Zeichnung: Ludwig Freidinger

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Beschreibung
Avers-Typ:Adorantensiegel
Avers-Bildinhalt
Allgemeine Beschreibung:Das Siegel zeigt eine gotische Baldachinarchitektur mit einem zweiteiligen Aufbau, die oben und unten bis zum Siegelrand reicht.##In der unteren Zone ist in einer Nische der SF mit Mitra in kniender Gebetshaltung dargestellt. Der leicht nach rechts gewendete SF hält die Hände gefaltet betend vor der Brust.##Der obere Teil gliedert sich in drei Nischen. Im Zentrum ist der heilige Rupert als Patron des Bistums und Begründer des Bischofssitzes Salzburg in Halbfigur mit Locken, Mitra und Nimbus abgebildet. Er hat die rechte Hand segnend erhoben. In der Linken hält er vor dem Bauch das Pedum mit einer nach außen gerichteten schmuckvollen Curva. In den seitlichen Nischen liegt auf je einer Konsole eine Tartsche auf, rechts das Erzbistumswappen, links das persönliche Wappen des SF.
Heraldische Beschreibung:Persönliches Wappen: Gespalten von Silber und Rot.##Erzbistumswappen: Gespalten, vorne in Gold ein rot gezungter schwarzer Löwe, hinten in Rot ein silberner Balken.
Transkription
Umschrift
Schrifttyp:Gotische Minuskel und Majuskel
Abgrenzung innen:Linie
Abgrenzung außen:Linie
Transliteration:S(igillum) ~ frid’(erici) + dei + g(ati)a + ſancte + salczburg(ensis) ~ Eccl(es)ie + archiep(iscop)i + ap(osto)lite + ſedis + legati ~ e(t) (etera)
Übersetzung:Siegel Friedrichs von Gottes Gnaden Erzbischof der heiligen Kirche von Salzburg, Legat des Apostolischen Stuhls et cetera
Kommentar:Der im Wort "apostolice" erwartbare Buchstabe c erscheint als t.
Materialität
Form:rund
Maße:45 mm
Typ des Siegels:Abdruck
Siegelstoff:Siegelwachs
Farbe:

rot

Befestigung:anhängend an Pergamentstreifen, in einer naturfarbigen Schale
Zustand:einmal unwesentlich gebrochen
Metadaten
Siegelführer:

Erzbischof

Friedrich V. von Schaunberg der Erzdiözese Salzburg

1489-12-19 bis 1494-10-04

Zur Zeit der Wahl Friedrichs zum Salzburger Erzbischof gab es in Salzburg außer ihm selbst nur noch einen wahlberechtigten Domherrn. Drei Kompromissare wählten ihn am 19.12.1489 zum Erzbischof, Papst Innozenz VIII. bestätigte ihn am 3.3.1490 und konsekriert wurde er am 2.5.1490.

Aufbewahrungsort:

St. Lambrecht, Stiftsarchiv

II/367

Urkunde, 1493-06-20, Salzburg

Weitere Siegel:sa-99
Literatur

Franz Ortner, Art. Schaunberg, Friedrich Graf von. Die Bischöfe des Heiligen Römischen Reiches: 1448 bis 1648 hg. Erwin Gatz (Berlin 1996) 625f.

Paula Kreiselmeyer, Die Schrift auf den Siegeln der Salzburger Erzbischöfe und deren innerösterreichischer Suffraganbischöfe von 958-1540. Archiv für Schreib- und Buchwesen 3 (1929) Teil 3, 140.

Franz Wagner, Die Siegelbilder der Salzburger Erzbischöfe des Spätmittelalters. Alte und moderne Kunst 156 (1978) 18.

Inge Anna Pedarnig, Die Siegel der Salzburger Erzbischöfe in Spätmittelalter und früher Neuzeit 1366–1612. Dipl. (Salzburg 2001) 88 Abb. 27.

Franz Ortner, Salzburgs Bischöfe in der Geschichte des Landes: 696–2005 (Wissenschaft und Religion. Veröffentlichungen des Internationalen Forschungszentrums für Grundfragen der Wissenschaften Salzburg 12, Frankfurt am Main 2005) 405.

Impressum
Editorische Redaktion:Höfer Rudolf K.
Datenerfassung:Feiner Martin
Datenmodellierung:Zentrum für Informationsmodellierung - Austrian Centre for Digital Humanities
Herausgeber:Institut für Kirchengeschichte und kirchliche Zeitgeschichte, Karl-Franzens-Universität Graz