Siegel der Bischöfe der Salzburger Metropole

Erzbischof Friedrich II., Salzburg

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Hauptsiegel

Datierung: 1273-06-12

Foto: Rudolf K. Höfer

Zeichnung: Ludwig Freidinger

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Beschreibung
Avers-Typ:Thronsiegel
Avers-Bildinhalt
Allgemeine Beschreibung:Das Siegel zeigt vor gerautetem und mit Punkten belegtem Hintergrund den auf einem Faldistorium sitzenden SF, dessen Füße auf einem Podest ruhen. Vom Faldistorium, über welches eine Decke gebreitet ist, sind die oben in Tierköpfen und unten in Tiergliedmaßen auslaufenden Stuhlbeine sichtbar. Der SF ist mit einer Mitra abgebildet. Über der Albe und der Dalmatik mit Zierbesatz an den Ärmeln sowie am Saum liegt die Kasel, die auf die Beine herabfällt und Schüsselfalten bildet. Der Amikt umgibt die Kasel kragenförmig und darunter hängt das Rationale-Pektorale mit Zierscheibe. Das T-förmige mit Kreuzen bestickte Pallium ruht auf den Oberarmen. Beide Unterarme hat der SF abgewinkelt, die Hände sind behandschuht. Die Rechte ist segnend erhoben. In der Linken trägt er mit abgewinkeltem Handgelenk das Pedum mit nach innen gerichteter Curva.
Transkription
Umschrift
Schrifttyp:Gotische Majuskel, Unziale
Abgrenzung innen:Perlschnur
Abgrenzung außen:Perlschnur
Transliteration:+ S(igillum) : FRID𐌴RICI : (e)I : G(ati)A : S(an)C(t)𐌴 : [SALS]BVR(e)𐌿(sis) : 𐌴C‾C(lesi)𐌴 : ARC𐌷I𐌴(iscop)I : AP(osto)ȽIC𐌴 : S𐌴(is) : L𐌴GAT[I]
Übersetzung:Siegel Friedrichs von Gottes Gnaden Erzbischof der heiligen Kirche von Salzburg, Legat des Apostolischen Stuhls
Materialität
Form:rund
Maße:70 mm
Typ des Siegels:Abdruck
Siegelstoff:Siegelwachs
Farbe:

naturfarben

Befestigung:anhängend an Pergamentstreifen
Zustand:Umschrift einzelne Buchstaben beschädigt
Metadaten
Siegelführer:

Erzbischof

Friedrich II. von Walchen der Erzdiözese Salzburg

1270 bis 1284-04-07

Er wurde zwischen dem 27.4 und 1.7.1270 vom Domkapitel zum Erzbischof von Salzburg gewählt. Konsekriert wurde er am 3.4.1273, die päpstliche Bestätigung erfolgte am 7.5.1274.

Aufbewahrungsort:

Klagenfurt, Kärntner Landesarchiv

AUR C 1097; Siegelsammlung 53.a

Urkunde, 1273-06-12, Friesach

Weitere Siegel:sa-44sa-46
Literatur

Franz Ortner, Art. Friedrich von Walchen. Die Bischöfe des Heiligen Römischen Reiches: 1198 bis 1448 hg. Erwin Gatz (Berlin 2001) 667f.

Die Regesten der Erzbischöfe und des Domkapitels von Salzburg, ed. Franz Martin, Bd. 1: 1247–1290 (Salzburg 1928) 85 Nr. 655, Taf. 2.

Paula Kreiselmeyer, Die Schrift auf den Siegeln der Salzburger Erzbischöfe und deren innerösterreichischer Suffraganbischöfe von 958-1540. Archiv für Schreib- und Buchwesen 3 (1929) Teil 3, 133f.

Sonja Leiss, Geistliche Siegel der Gotik in Österreich (ca. 1350–1470). Versuch einer Einordnung der Siegelplastik in die allgemeine Kunstgeschichte. Diss. (Wien 1971) Nr. 148.

Eva Neukirch, Das Erscheinen von Familienwappen im bischöflichen Siegelbild. Diss. (Erlangen–Nürnberg 1994) Teil 2, C, 277.

Franz Wagner, Der „Segensgestus“ ist kein Segensgestus, der „Palmzweig“ ist kein Palmzweig. Zu den Darstellungen auf geistlichen Siegeln des Mittelalters an Beispielen aus Salzburg und seinem Umkreis. Salzburg Archiv 35 (2014) 44.

Impressum
Editorische Redaktion:Höfer Rudolf K.
Datenerfassung:Feiner Martin
Datenmodellierung:Zentrum für Informationsmodellierung - Austrian Centre for Digital Humanities
Herausgeber:Institut für Kirchengeschichte und kirchliche Zeitgeschichte, Karl-Franzens-Universität Graz