Siegel der Bischöfe der Salzburger Metropole

Erzbischof, Kardinal Konrad III., Salzburg

Permalink: https://gams.uni-graz.at/o:epis.sa-28

Hauptsiegel

Datierung: 1183-07-13

Foto: Rudolf K. Höfer

Zeichnung: Ludwig Freidinger

LIDO-DokumentDruckversion
Beschreibung
Avers-Typ:Thronsiegel
Avers-Bildinhalt
Allgemeine Beschreibung:Das Siegel zeigt den auf einem Faldistorium sitzenden SF, dessen Füße auf einem Podest ruhen. Vom Faldistorium sind die oben in Tierköpfen und unten in Tiergliedmaßen auslaufenden Stuhlbeine sichtbar. Der SF ist mit einer Mitra abgebildet, die bis zum Kreuz am Anfang der Umschrift reicht, und von der die Vittae bis zu den Oberarmen herabhängen. Über der Albe und der Dalmatik liegt die zwischen den leicht schräggestellten Beinen spitz zulaufende Kasel mit V-Falten. Das Rationale ist als runder Schulterkragen gestaltet und auf den Oberarmen ruht das T-förmige mit Kreuzen bestickte Pallium. Beide Unterarme hat der SF angehoben. In der Rechten trägt er das Pedum mit nach innen gerichteter Curva. In der Linken mit Manipel trägt er ein Evangelienbuch.
Transkription
Umschrift
Schrifttyp:Kapitalis, Unziale
Abgrenzung innen:Linie
Abgrenzung außen:Linie
Transliteration:+ CH(!Das über O gestellte V durchdringt das O bis zur Hälfte)ONRADVS • (!Im Bogen horizontaler Strich als Kürzungszeichen)D(e)I • GR(ati)A • SALZ𐌴BVRGENSIS • ARCHI𐌴(iscopu)C • 7(et) • A(postolice) • S(edis) • L(egatus) •
Übersetzung:Konrad von Gottes Gnaden Erzbischof von Salzburg und Legat des Apostolischen Stuhls
Kommentar:Bei ARCHIEPC wurde das griechische S verwendet. Die tironische Note 7 ist ein Kürzungszeichen für "et".
Materialität
Form:oval
Maße:75 x 80 mm
Typ des Siegels:Abdruck
Siegelstoff:Siegelwachs
Farbe:

naturfarben

Befestigung:hinten eingehängt
Zustand:intakter Abdruck
Metadaten
Siegelführer:

Erzbischof, Kardinal

Konrad III. von Wittelsbach der Erzdiözese Salzburg

1177-08-09 bis 1183-11

Er resignierte am 1.8.1177 zu Venedig auf das Erzstift Mainz in die Hände Papst Alexanders III., der ihn dann am 9.8. im Einverständnis mit Kaiser Friedrich I. Barbarossa durch die dort weilenden Prälaten der Salzburger Kirche zum Erzbischof von Salzburg wählen ließ. Der Papst übertrug ihm außerdem auf Lebenszeit die "Legation über ganz Deutschland". Am 12.4.1179 gestattete ihm der Papst das Pallium zum erweiterten Gebrauch, auch verlieh er Erzbischof Konrad und seinen Nachfolgern die Würde und Befugnissse eines ständigen Apostolischen Legaten (Legatus natus) für die Salzburger Kirchenprovinz. Er kehrte zwischen dem 11.11. und 17.11.1183 nach Mainz zurück und machte seine Ansprüche auf das dortige Erzbistum geltend.

Aufbewahrungsort:

Klagenfurt, Kärntner Landesarchiv

AUR C 1230; Siegelsammlung 49

Urkunde, 1183-07-13, Friesach

Weitere Siegel:sa-26sa-27
Literatur

Franz Ortner, Salzburgs Bischöfe in der Geschichte des Landes: 696–2005 (Wissenschaft und Religion. Veröffentlichungen des Internationalen Forschungszentrums für Grundfragen der Wissenschaften Salzburg 12, Frankfurt am Main 2005) 93–96.

Salzburger Urkundenbuch, ed. Willibald Hauthaler–Franz Martin, Bd. 2: 790–1199 (Salzburg 1916) 594–596 Nr. 433, Taf. 6.

Franz Martin, Das Urkundenwesen der Erzbischöfe von Salzburg von 1106–1246. Vorbemerkungen zum Salzburger Urkundenbuch. MIÖG Ergbd. 9 (1915) 668.

Paula Kreiselmeyer, Die Schrift auf den Siegeln der Salzburger Erzbischöfe und deren innerösterreichischer Suffraganbischöfe von 958-1540. Archiv für Schreib- und Buchwesen 3 (1929) Teil 2, 65.

Impressum
Editorische Redaktion:Höfer Rudolf K.
Datenerfassung:Feiner Martin
Datenmodellierung:Zentrum für Informationsmodellierung - Austrian Centre for Digital Humanities
Herausgeber:Institut für Kirchengeschichte und kirchliche Zeitgeschichte, Karl-Franzens-Universität Graz