Siegel der Bischöfe der Salzburger Metropole

Erzbischof, Kardinal Konrad III., Salzburg

Permalink: https://gams.uni-graz.at/o:epis.sa-27

Hauptsiegel als Ministersiegel

Datierung: zwischen 1177-08-09 und 1179-04-12

Foto: Bayerisches Hauptstaatsarchiv München (Auftragsnr. 1343/2012)

Zeichnung: Ludwig Freidinger

LIDO-DokumentDruckversion
Beschreibung
Avers-Typ:Thronsiegel
Avers-Bildinhalt
Allgemeine Beschreibung:Das Siegel zeigt den auf einem Faldistorium sitzenden SF, dessen Füße auf einem Podest ruhen. Vom Faldistorium sind die oben in Tierköpfen und unten in Tiergliedmaßen auslaufenden Stuhlbeine sichtbar. Der SF ist mit einer Mitra abgebildet, die bis zum Siegelrand hinaufreicht und das Kreuz am Anfang der Umschrift nach links verdrängt. Von der Mitra hängen die Vittae bis zu den Schultern herab. Über der Albe und der Dalmatik liegt die spitz zulaufende Kasel mit nach unten (konvex) offenen Falten. Die Kasel, über die das palliumförmige Rationale gelegt ist, verläuft zwischen den Beinen mit weit voneinander abstehenden Knien. Beide Unterarme hat der SF angehoben. In der Rechten trägt er mit abgewinkeltem Handgelenk das Pedum mit nach innen gerichteter Curva. In der Linken mit Manipel trägt er ein offenes Evangelienbuch.
Transkription
Umschrift
Schrifttyp:Kapitalis, Unziale
Abgrenzung innen:Perlschnur
Abgrenzung außen:Perlschnur
Transliteration:+ CONRAD⁹(us) • D𐌴I • [GR(ati)A • SALZBVRG(ensis) • ECCL(es)I𐌴 • H]VMIL(is) • MINIS(er)
Übersetzung:Konrad von Gottes Gnaden demütiger Diener der Salzburger Kirche
Kommentar:Die tironische Note 9 ist ein Kürzungszeichen für die Silbe "us".
Materialität
Form:rund
Maße:74 mm
Typ des Siegels:Abdruck
Siegelstoff:Siegelwachs
Farbe:

naturfarben

Befestigung:anhängend an Pergamentstreifen
Zustand:mehrfach gebrochen, teilweise fehlend, restauriert
Metadaten
Siegelführer:

Erzbischof, Kardinal

Konrad III. von Wittelsbach der Erzdiözese Salzburg

1177-08-09 bis 1183-11

Er resignierte am 1.8.1177 zu Venedig auf das Erzstift Mainz in die Hände Papst Alexanders III., der ihn dann am 9.8. im Einverständnis mit Kaiser Friedrich I. Barbarossa durch die dort weilenden Prälaten der Salzburger Kirche zum Erzbischof von Salzburg wählen ließ. Der Papst übertrug ihm außerdem auf Lebenszeit die "Legation über ganz Deutschland". Am 12.4.1179 gestattete ihm der Papst das Pallium zum erweiterten Gebrauch, auch verlieh er Erzbischof Konrad und seinen Nachfolgern die Würde und Befugnissse eines ständigen Apostolischen Legaten (Legatus natus) für die Salzburger Kirchenprovinz. Er kehrte zwischen dem 11.11. und 17.11.1183 nach Mainz zurück und machte seine Ansprüche auf das dortige Erzbistum geltend.

Aufbewahrungsort:

München, Bayerisches Hauptstaatsarchiv

Berchtesgaden, Urk. 13

Urkunde, zwischen 1177-08-09 und 1179-04-12

Weitere Siegel:sa-26sa-28
Literatur

Franz Ortner, Salzburgs Bischöfe in der Geschichte des Landes: 696–2005 (Wissenschaft und Religion. Veröffentlichungen des Internationalen Forschungszentrums für Grundfragen der Wissenschaften Salzburg 12, Frankfurt am Main 2005) 93–96.

Salzburger Urkundenbuch, ed. Willibald Hauthaler–Franz Martin, Bd. 2: 790–1199 (Salzburg 1916) 565 Nr. 413, Taf. 6.

Franz Martin, Das Urkundenwesen der Erzbischöfe von Salzburg von 1106–1246. Vorbemerkungen zum Salzburger Urkundenbuch. MIÖG Ergbd. 9 (1915) 668.

Paula Kreiselmeyer, Die Schrift auf den Siegeln der Salzburger Erzbischöfe und deren innerösterreichischer Suffraganbischöfe von 958-1540. Archiv für Schreib- und Buchwesen 3 (1929) Teil 2, 65.

Franz Wagner, Der „Segensgestus“ ist kein Segensgestus, der „Palmzweig“ ist kein Palmzweig. Zu den Darstellungen auf geistlichen Siegeln des Mittelalters an Beispielen aus Salzburg und seinem Umkreis. Salzburg Archiv 35 (2014) 36.

Impressum
Editorische Redaktion:Höfer Rudolf K.
Datenerfassung:Feiner Martin
Datenmodellierung:Zentrum für Informationsmodellierung - Austrian Centre for Digital Humanities
Herausgeber:Institut für Kirchengeschichte und kirchliche Zeitgeschichte, Karl-Franzens-Universität Graz