Siegel der Bischöfe der Salzburger Metropole

Erzbischof Adalbert II., Salzburg

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Hauptsiegel

Datierung: 1170

Foto: Rudolf K. Höfer

Zeichnung: Ludwig Freidinger

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Beschreibung
Avers-Typ:Thronsiegel
Avers-Bildinhalt
Allgemeine Beschreibung:Das Siegel zeigt den auf einem Faldistorium sitzenden SF, dessen Füße auf einem Podest ruhen. Vom Faldistorium sind die oben in Tierköpfen und unten in Tiergliedmaßen auslaufenden Stuhlbeine sichtbar. Der SF ist mit einer quer aufgesetzten Mitra abgebildet, wodurch sich in der Mitte eine Vertiefung bildet. Von der Mitra hängen die Vittae bis zu den Oberarmen herab. Über der Albe und der Dalmatik mit Zierbesatz an den Ärmeln sowie am Saum liegt die zwischen den leicht schräggestellten Beinen spitz zulaufende Kasel mit V-Falten. Das T-förmige mit Kreuzen bestickte Pallium ruht auf den Oberarmen. In der angehobenen Rechten trägt der SF das Pedum mit nach innen gerichteter Curva. In der Linken, mit waagrecht ausgestrecktem Unterarm und Manipel, trägt er ein geschlossenes Evangelienbuch.
Transkription
Umschrift
Schrifttyp:Kapitalis, Unziale
Abgrenzung innen:Linie
Abgrenzung außen:Linie
Transliteration:+ ADELB𐌴RTVS • D(e)I GR(ati)A • SALZEBVRG𐌴NSIS • ARCHI𐌴P(iscopu)C
Übersetzung:Adalbert von Gottes Gnaden Erzbischof von Salzburg
Kommentar:Bei ARCHIEPC wurde das griechische S verwendet.
Materialität
Form:rund
Maße:73 mm
Typ des Siegels:Abdruck
Siegelstoff:Siegelwachs
Farbe:

naturfarben

Befestigung:hinten eingehängt
Zustand:intakter Abdruck
Metadaten
Siegelführer:

Erzbischof

Adalbert II. von Böhmen der Erzdiözese Salzburg

1168 bis 1177-08-09

Er wurde zwischen dem 28.9 und 1.11.1168 zum Erzbischof von Salzburg gewählt, am 1.11.1168 inthronisiert und am 16.3.1169 zum Bischof geweiht. Kaiser Friedrich I. Barbarossa ließ ihn am 24.6.1174 seines Amtes entheben; daraufhin wählten der Salzburger Klerus und die Ministerialen den Propst Heinrich von Berchtesgaden zum neuen Erzbischof, der sich jedoch nie weihen ließ. Aufgrund des Friedensvertrages von Venedig zwischen Kaiser Friedrich I. und Papst Alexander III. mussten Erzbischof Adalbert II. und sein kaiserlicher Gegenerzbischof Heinrich von Berchtesgaden am 9.8.1177 auf das Amt resignieren; Adalbert II. führte aber weiter den Titel eines Salzburger Erzbischofs.

Aufbewahrungsort:

Wien, Haus-, Hof- und Staatsarchiv

Salzburg Domkapitel, AUR 1170 (nach III 09)

Urkunde, 1170

Kommentar: Die Urkunde wurde nach dem 9.3.1170 ausgestellt.

Weitere Siegel:sa-29
Literatur

Franz Ortner, Salzburgs Bischöfe in der Geschichte des Landes: 696–2005 (Wissenschaft und Religion. Veröffentlichungen des Internationalen Forschungszentrums für Grundfragen der Wissenschaften Salzburg 12, Frankfurt am Main 2005) 88–93.

Salzburger Urkundenbuch, ed. Willibald Hauthaler–Franz Martin, Bd. 2: 790–1199 (Salzburg 1916) 546–548 Nr. 397, Taf. 5.

Franz Martin, Das Urkundenwesen der Erzbischöfe von Salzburg von 1106–1246. Vorbemerkungen zum Salzburger Urkundenbuch. MIÖG Ergbd. 9 (1915) 667.

Paula Kreiselmeyer, Die Schrift auf den Siegeln der Salzburger Erzbischöfe und deren innerösterreichischer Suffraganbischöfe von 958-1540. Archiv für Schreib- und Buchwesen 3 (1929) Teil 2, 64.

Impressum
Editorische Redaktion:Höfer Rudolf K.
Datenerfassung:Feiner Martin
Datenmodellierung:Zentrum für Informationsmodellierung - Austrian Centre for Digital Humanities
Herausgeber:Institut für Kirchengeschichte und kirchliche Zeitgeschichte, Karl-Franzens-Universität Graz