Siegel der Bischöfe der Salzburger Metropole

Erzbischof Friedrich I., Salzburg

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Hauptsiegel

Datierung: zwischen 958 und 991

Foto: Rudolf K. Höfer

Zeichnung: Ludwig Freidinger

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Hinweis zum Siegel
Fälschung:Toni Diederich hegt an der Echtheit des Siegels als Erster in einem Beitrag von 2011 ernste Zweifel, „wegen des eigenartigen Überlieferungszusammenhangs, seiner epigraphischen Merkwürdigkeiten und der in der Umschrift verwendeten Deigratia-Formel“. Diese Eigentümlichkeiten lassen das Siegel verdächtig erscheinen, könnten aber gleichzeitig für seine Echtheit sprechen. In der Dissertation von Feiner zu den Siegeln der Salzburger Erzbischöfe findet eine tiefergehende Analyse dieses Siegels statt.
Beschreibung
Avers-Typ:Bildnissiegel
Avers-Bildinhalt
Allgemeine Beschreibung:Das Siegel zeigt ein frontales Brustbild des barhäuptig abgebildeten SF, der mit einer Kasel und einem T-förmigen Pallium dargestellt ist. Der SF hält die Hände vor der Brust. In der Rechten trägt er das Pedum mit nach außen gerichteter Curva, das über seine rechte Schulter schräg hinausragt. In der Linken trägt er ein geschlossenes Evangelienbuch, das schräg über seine linke Schulter leicht hinausragt.
Transkription
Umschrift
Schrifttyp:Kapitalis, Unziale
Abgrenzung innen:Linie
Abgrenzung außen:Linie
Transliteration:+ FRID𐌴RICVS • Ꝺ(e)I • GR(ati)A • E(iscopu)S •
Übersetzung:Friedrich von Gottes Gnaden Bischof
Materialität
Form:rund
Maße:60 mm
Typ des Siegels:Abdruck
Siegelstoff:Siegelwachs
Farbe:

naturfarben

Befestigung:vorne durchgedrückt
Zustand:leicht verschliffen
Metadaten
Siegelführer:

Erzbischof

Friedrich I. der Erzdiözese Salzburg

958-04-18 bis 991-05-01

Die Wahl Friedrichs zum Erzbischof von Salzburg auf der Synode von Ingelheim und seine Einsetzung am 18.4.958 war zweifellos unter dem Einfluss König Ottos I. erfolgt. Seine Bischofsweihe fand am 9.5.958 statt.

Aufbewahrungsort:

Klagenfurt, Kärntner Landesarchiv

AUR C 2000; Siegelsammlung 45

Urkunde, zwischen 958 und 991

Kommentar: Die Urkunde ist eine Innovation aus der Zeit Erzbischof Gebhards von Salzburg (1060-1088).

Literatur

Franz Ortner, Salzburgs Bischöfe in der Geschichte des Landes: 696–2005 (Wissenschaft und Religion. Veröffentlichungen des Internationalen Forschungszentrums für Grundfragen der Wissenschaften Salzburg 12, Frankfurt am Main 2005) 66–68.

Eduard Richter, Die ältesten Siegel der Salzburger Erzbischöfe. Mitt. der k. k. Zentralkommission NF 8 (1882) CXXI, CXXIII.

Oswald Redlich, Ueber einige kärntnerisch-salzburgische Privaturkunden des 11. und 12. Jahrhunderts. MIÖG 5 (1884) 354–358.

Toni Diederich, Sancta Colonia – Sancta Coloniensis Religio. Zur „Botschaft“ der Bleibullen Erzbischof Pilgrims von Köln (1021–1036). Rheinische Vierteljahresblätter 75 (2011) 16.

Monumenta historica ducatus Carinthiae. Geschichtliche Denkmäler des Herzogtums Kärnten, ed. August von Jaksch, Bd. 1: 864–1232 (Klagenfurt 1896) 45–47 Nr. 7.

Salzburger Urkundenbuch, ed. Willibald Hauthaler–Franz Martin, Bd. 2: 790–1199 (Salzburg 1916) 82f. Nr. 47, Taf. 1.

Franz Martin, Das Urkundenwesen der Erzbischöfe von Salzburg von 1106–1246. Vorbemerkungen zum Salzburger Urkundenbuch. MIÖG Ergbd. 9 (1915) 663.

Paula Kreiselmeyer, Die Schrift auf den Siegeln der Salzburger Erzbischöfe und deren innerösterreichischer Suffraganbischöfe von 958-1540. Archiv für Schreib- und Buchwesen 3 (1929) Teil 2, 63.

Eva Neukirch, Das Erscheinen von Familienwappen im bischöflichen Siegelbild. Diss. (Erlangen–Nürnberg 1994) Teil 2, C, 275.

Impressum
Editorische Redaktion:Höfer Rudolf K.
Datenerfassung:Feiner Martin
Datenmodellierung:Zentrum für Informationsmodellierung - Austrian Centre for Digital Humanities
Herausgeber:Institut für Kirchengeschichte und kirchliche Zeitgeschichte, Karl-Franzens-Universität Graz