Quellen zur habsburgisch-osmanischen Diplomatie in der Neuzeit

Die Internuntiatur des Johann Rudolf Schmid zum Schwarzenhorn (1649): Reisebericht, Instruktionen, Korrespondenz, Berichte

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Johann Georg Metzger und sein Reisebericht (1650)

Eine Einleitung

Von Anna Huemer

1. Vorbemerkungen

Die Reisebeschreibung von Johann Georg Metzger bildet in anschaulicher Weise die Internuntiatur des Johann Rudolf Schmid zum Schwarzenhorn nach Konstantinopel zwischen dem 27. Dezember 1648 und dem 29. September 1649 ab.[1] Sie verwebt Eindrücke des Autors mit zeitgenössischem, historischem, naturkundlichem und ethnographischem Wissen. Zugleich liefert sie Erkenntnisse über das facettenreiche Medium „Reisebericht“, insbesondere hinsichtlich der zahlreichen intertextuellen Bezüge, die anhand dieses Fallbeispiels aufgearbeitet und typologisiert werden. Die Einzigartigkeit der bisher unveröffentlichten und erst im Rahmen des Projekts wiederentdeckten Originalquelle liegt nicht nur in ihrer inhaltlichen Vielfältigkeit begründet. Metzger legte seinem Werk auch zahlreiche Skizzen bei, die seine schriftlichen Ausführungen visuell bereichern und vereinzelt sogar aus der Feder des Diplomaten Schmid stammen könnten.[2]

Im Folgenden werden zunächst einleitende Bemerkungen zur Quellengattung „Reisebericht“ angestellt. Anschließend rücken lebensbezogene Daten Johann Georg Metzgers gemeinsam mit Implikationen zu seiner „Rayss Beschreibung“ und deren Entstehungskontext in den Fokus. Holzschnittartigen inhaltlichen und strukturellen Angaben sowie einer kurzen formalen Beschreibung folgen zuletzt Überlieferungs- und Rezeptionsgeschichte der Quelle.

2. Der Reisebericht als Wissensträger und -vermittler

Das Wissen über das Osmanische Reich in der Habsburgermonarchie der Frühen Neuzeit basierte zu einem nicht geringen Teil auf der Rezeption von Medien im Umfeld diplomatischer Missionen.[3] Dazu zählten am Kaiserhof etwa diplomatische Korrespondenzen oder die Abschlussberichte der Gesandten.[4] Im Kontext außenpolitischen Austauschs entstanden zudem eine Reihe von Reiseberichten und Tagebüchern. Einige wurden verlegt und fanden bisweilen weite Verbreitung.[5] Vor allem Berichte aus dem „exotischen“ Orient galten aus europäischer Perspektive als Besonderheiten. Nicht zuletzt darin liegt die zeitgenössische Faszination für das Medium begründet. Zudem hat es eine lange Tradition: Das Beschreiben von Reisen zählt zu den Urszenarien der Literatur. Reiseberichte konnten verschiedene Formen annehmen und in ihrer Struktur variieren. So gab es etwa private, primär als Gedächtnisstützen angelegte Aufzeichnungen oder aber auch jene Berichte, die mit Blick auf eine bestimmte (öffentliche) Zielgruppe verfasst wurden. Pilgerberichte konnten sich von Werken aus dem Umfeld von Gesandtschaftsreisen unterscheiden, Beschreibungen aus der Feder von Kaufleuten von Berichten von Bildungsreisenden. Auch die Grenzen zwischen Wahrheit und Fiktion sind nicht immer eindeutig feststellbar. Für viele frühneuzeitliche Werke galt allerdings eine Eigenschaft als konstitutiv: Sie waren vielfach funktionale Texte. Konkrete Absichts- und Zweckverhältnisse bestimmten ihre Entstehung oder sogar das weitere Verfahren mit den Niederschriften. Vielfach kamen ihnen auch didaktische Aufgaben zu, unter anderem die Versorgung mit Informationen über inner- und auch außereuropäische Regionen. Dieser Aspekt war für Berichte aus dem Kontext diplomatischer Missionen besonders relevant.[6]

Dabei folgte die Vermittlung der Informationen häufig einem bestimmten Schema, basierend auf einer Art „Regelwerk“. So hat etwa bereits der österreichische Germanist Wolfgang Neuber konstatiert, dass ab dem 16. Jahrhundert volkssprachliche deutsche Berichte mit Elementen der humanistischen Erzähltradition verschmolzen.[7] Diese schufen auch im habsburgisch-osmanischen Zusammenhang mitunter die Grundlage für eine neuartige Wissensorganisation, die Informationen, Kenntnisse, freilich auch positiv wie negativ konnotierte Stereotype sowie bestehende und neue Feindbilder maßgeblich verbreiteten. Neben politischer, topographischer und historischer Kunde wurde dabei auch religiösen und ethnographischen Themen Raum gegeben. Sie sind heute stets im Kontext der zeitlichen und räumlichen Verhältnisse der Autoren zu lesen. Ihre Folgen, etwa die Verankerung kollektiver Vorstellungsgeflechte, können allerdings implizit bis in die Gegenwart nachwirken.[8] Ein anschauliches Beispiel dafür ist der Reisebericht Metzgers mit seinen zahlreichen intertextuellen Bezügen sowie den beigefügten Zeichnungen.[9]

Das Wissen über das Osmanische Reich, über die Sitten und Gebräuche seiner Bewohner, über Schlachten und Architektur wurde von den Autoren nicht immer selbst neu generiert. Mit der wachsenden Zahl an Orientreisenden Ende des 16. und insbesondere im Verlauf des 17. Jahrhunderts[10] wuchs auch die Dichte der vermittelten Information.[11] Dies wiederum brachte in einigen Fällen verschiedenartige Formen „intertextueller oder kompilatorischer Anreicherungen”[12] mit sich. Auch bildliche Darstellungen konnten auf ähnliche Weise (re)produziert werden.[13] Das Reisen (und weiter gedacht das Darüber-Schreiben) erfolgte durch Kanonbildungen, die den Weg der Reisenden vor allem in Bewertungs- und Wahrnehmungsschemata, aber auch bezüglich der Interessensschwerpunkte prägten und gewissermaßen „vor-schrieben”.[14] Dies trifft im Reisebericht Metzgers sowohl für den intertextuellen als auch für den bildlichen Bereich in anschaulicher Weise zu.[15]

3. Johann Georg Metzger. Ein Porträt

3.1 Jugend und Aufbruch nach Konstantinopel

Der Autor des Reiseberichts, Johann Georg Metzger, entstammt einer vorderösterreichischen Patrizierfamilie. Sie hat ihre Wurzeln in Freiburg im Breisgau und blickt auf eine längere Tradition in der Teilnahme an Gesandtschaftsmissionen zurück. Ein Beispiel ist Johann Friedrich Metzger. Er war der Cousin Johann Georgs und der Sohn des Stadtschreibers von Breisach, Lorenz Metzger. Der promovierte Jurist war bei mehreren Missionen an den Bosporus als Gesandtschaftssekretär und Hofmeister tätig.[16]

Johann Georg wurde 1623 in Kirchhofen an der Möhlin geboren.[17] Nachdem er im Jahr 1633 durch einen schwedischen Angriff auf seinen Heimatort Mutter und Großvater, Gervasius Tischinger, verloren hatte, wuchs er bei seinem Onkel, Lorenz Metzger, auf.[18] Sein Vater, Johann Georg, dürfte laut Stammbaum ebenfalls im diplomatischen Dienst für den Kaiser gestanden sein. Es ist allerdings nicht ausgeschlossen, dass ihn der um 1800 mit der Anfertigung des Familienstammbaums Beauftragte mit dem Sekretär und Hofmeister Johann Friedrich Metzger verwechselt hat. Johann Georgs Vater könnte daher der 1631 verstorbene Regimentsrat in Freiburg, er hieß ebenfalls Johann Georg, gewesen sein.[19]

Nach Abschluss der Schule in Breisach nahm Johann Georg der Jüngere das Studium der Rechtswissenschaften auf. Noch vor seiner Promotion – kaum das 20. Lebensjahr überschritten – nahm er an einer kaiserlichen Internuntiatur im Jahr 1648/49 teil, die ihn nach Konstantinopel führen sollte.[20] Seine familiären Beziehungen - eine persönliche Verbindung zu Internuntius Johann Rudolf Schmid zum Schwarzenhorn sowie zum designierten Residenten in Konstantinopel, Simon Reniger[21] - dürften ihm die Beteiligung an dieser Gesandtschaft ermöglicht haben.[22] Sie bot ihm eine willkommene Gelegenheit, soziales Kapital, persönliche Erfahrung sowie vor allem die Gunst des Hofes in Wien zu erlangen.[23]

3.2 Reise(bericht) im Zeichen der Internuntiatur

Die Hauptaufgabe der Mission, an deren Spitze der frühere kaiserliche Resident an der Hohen Pforte, Johann Rudolf Schmid zum Schwarzenhorn[24], stand, war die Erneuerung des Friedensvertrags von Zsitvatorok. Diese war nach der Inthronisation des jungen Mehmed IV. 1648 notwendig geworden und musste durch einen kaiserlichen Beauftragten neu verhandelt werden.[25] Im Rahmen der Internuntiatur wurden Visiten zu den osmanischen Granden abgestattet, Geschenke verteilt und zu Gunsten der kaiserlichen Politik an der Pforte sondiert.[26]

Die Gesandtschaft bestand aus rund 50 Personen, die Wien am 2. Jänner 1649 verließen.[27] Neben zahlreichen adeligen Kavalieren, die der Gesandtschaft durch ihre Namen Glanz und Prunk verleihen sollten, waren auch Diener und weiteres Personal notwendig, um die Mission erfolgreich zu absolvieren.[28] Johann Georg Metzger positionierte sich in der Teilnehmerliste seines Berichts gemäß seines Ranges hinter den Gentillehommes, den Geistlichen und den Kurieren als „auffwarther, wagen- unnd kuchelschreiber”.[29] In dieser Funktion hatte er zwar die Möglichkeit, den Reisealltag zu dokumentieren, doch der Zugang zu offiziellen Agenden der Internuntiatur wie Audienzen, Visiten oder die Beteiligung an Exkursionen in und außerhalb der Stadt waren für ihn begrenzt. Aus diesem Grund finden sich gerade in diesen Kontexten nicht nur inhaltliche Überschneidungen mit den in den Korrespondenzen sowie Geheim- und Finalrelationen festgehaltenen Ausführungen Schmids: Die metzger’schen Passagen folgen hier mitunter dem exakten Wortlaut der Bemerkungen in den Quellen des Missionschefs.[30]

Die Motive des jungen Studenten zur Erstellung eines Berichts, der trotz fremder Anleihen viele originäre Beobachtungen enthält, sind vielfältig. Die drei wichtigsten sollen im Folgenden in aller Kürze skizziert werden:

1. Anerkennung: Vordergründig suchte der junge „auffwarther”, ähnlich wie viele andere Reiseautoren, sich mit dem Nimbus des Gereisten und Erfahrenen zu präsentieren und damit aus der Masse seiner Mitmenschen herauszutreten. Eine schriftliche Ausfertigung des Erlebten galt dabei als unanfechtbares Zeugnis.[31]

2. Identifikation: Eine weitere wichtige Triebfeder bei der Erstellung des Reiseberichts war wohl die Funktion der Niederschrift als eine Art „familiärer Rechenschaftsbericht”.[32] Der Historiker Jörg Wettlaufer etwa geht davon aus, dass Reiseberichte von jungen Autoren häufig im Kreis der Familie vorgelesen und in weiterer Folge zu einem Bestandteil dynastischer Identifikation wurden.[33] Gerade Johann Georgs Einbettung in ein in der kaiserlichen Außenpolitik aktives Umfeld stützt diese Annahme.[34] Auch Metzgers Sammlung an „curiosen“ Büchern und osmanischen Waffen, die nach seinem Tod wohl bewahrt werden sollten, spricht für eine starke Ausrichtung hinsichtlich dynastischer Identifikation durch das Reisen in unbekanntes Terrain.[35]

3. Wissensaneignung: Ein drittes Motiv (das insbesondere auch die Übernahme weiter Passagen aus dem bekannten deutschsprachigen Reisebericht Salomon Schweiggers erklären könnte)[36] ist die Funktion der Niederschrift als eine Art „Schreibübung”.[37] Dieser bedienten sich vor allem junge Reisende. Gerade das historische und topographische Wissen und die vielfältigen Informationen, die die Schriften vorhergehender Autoren boten, dürfte sich Johann Georg mittels Erstellung seiner „Kopien” besser angeeignet haben, denn „[...] das Lesen, Exzerpieren und Ansammeln von Zitaten [galten] als wissenschaftliche Arbeitstechniken, die den Zugang zu Bildung und Gelehrtsein erst ermöglichten”.[38] Damit kann, gerade für den humanistisch gebildeten Metzger, die Aneignung und Reproduktion von Wissen durch seine Verschriftlichung und Wiederverwertung von Information als weiteres Motiv ins Feld geführt werden.[39]

3.3 Das Leben „danach”: Vom Post- zum Bürgermeister

Nachdem die Verhandlungen am Goldenen Horn abgeschlossen waren und die „ansehnliche compagnia”[40] im Herbst 1649 nach Wien zurückgekehrt war, stellte Johann Georg im Frühjahr 1650 sein Reisebuch fertig. Im Anschluss daran dürfte er seine Studien absolviert haben.[41]Laut Adelsdiplom, das ihm 1690 unter Kaiser Leopold I. verliehen wurde, sollte er nur wenige Monate später an die Hohe Pforte zurückkehren: Demnach begleitete er Johann Rudolf Schmid, der diesmal den in der Internuntiatur ausverhandelten und mittlerweile vom Kaiser ratifizierten Friedensvertrag als Großbotschafter nach Konstantinopel bringen musste.[42]

Metzger selbst sollte nunmehr in der Hierarchie der Entourage aufsteigen. Zudem eignete er sich weitere Kenntnisse der osmanisch-türkischen Sprache an. Davon zeugen nicht nur die Vokabeleinträge im Reisebuch aus dem Jahr 1650.[43] Im erwähnten Adelsdiplom findet sich folgende Anmerkung: „ferner [hat] er sich mit seiner erlernten türkischen sprach [...] durch und unsere verordnung glückhlich zurückgebracht.”[44]

Nähere Informationen über diese zweite Reise Johann Georgs fehlen bislang. Als einzige Zeugnisse tauchen zwei Kaftane in seiner Hinterlassenschaft auf. Diese waren ihm wohl im Rahmen von Audienzen am Hof des Sultans übergeben worden, sind jedoch nicht erhalten.[45] Der Reisende ließ sie zu einem Messgewand und einem Vespermantel umfunktionieren und spendete sie der Kirche in Kirchhofen.[46]

Den Angaben des 1690 ausgestellten Adelsdiploms stehen zwei Quellen gegenüber, die von einer möglichen weiteren Gesandtschaftsteilnahme Johann Georgs, an jener des Großbotschafters Walter Leslie in den Jahren 1665/66, berichten. Es handelt sich dabei einerseits um sein Epitaph in der St. Jakobs Kirche in Brünn. Andererseits um jenen um 1800 erstellten Stammbaum der Familie von Metzburg, der im Stiebar’schen Schlossarchiv aufliegt.[47] Diese (mögliche) dritte Reise lässt sich auf Basis der zur Verfügung stehenden Quellen allerdings nicht eindeutig klären.[48]

Johann Georgs weitere berufliche Laufbahn lässt sich leichter rekonstruieren: Zunächst verdiente er seine Meriten beim kaiserlichen Postamt in Wien unter den Grafen Karl und Karl Joseph Paar. Ab 1656 bekleidete er das Postmeisteramt in Brünn in Böhmen und wurde 1663 zum Ratsmitglied ebendort ernannt. Von 1670 bis zu seinem Tod findet man ihn temporär an der Spitze der Magistratsverwaltung, als Bürgermeister der Stadt.[49] Seine Verdienste als Kurier und Mittelsmann im Rahmen der habsburgisch-osmanischen Auseinandersetzungen ab 1663, der Einrichtung der Postverbindung zwischen Siebenbürgen und Wien zur Beförderung der kaiserlichen Korrespondenz, als Feldpostmeister unter Montecuccoli gegen Frankreich sowie während der Türkenbelagerung Wiens 1683 verhalfen ihm vier Jahre darauf zum Ehrentitel eines kaiserlichen Rats und schließlich zur Erhebung in den Reichsritterstand.[50] Das Geschlecht sollte ab der Verleihung des Diploms im Jahr 1690 fortan den Namen von Metzburg tragen (siehe Abb. I).

Johann Georg von Metzburg starb 1698 und wurde in der St. Jakobskirche in Brünn beigesetzt, wo noch heute sein Epitaph zu finden ist (siehe Abb. II).[51] Aus seinen zwei Ehen gingen insgesamt fünf Söhne und fünf Töchter hervor.[52] Deren Nachkommen bewahrten das Vermächtnis der Reise ihres Ahnen aus dem Jahr 1650 bis ins 20. Jahrhundert auf.[53]


Abb. I/l.: (Familien)Wappen des Johann Georg von Metzburg, Itinerarium, SSt, Gresten / NÖ [0A].


Abb. II/r.: Epitaph des Johann Georg von Metzburg in der St. Jakobskirche in Brünn/Tschechien. Foto: Mag. Petr. Hruzar, DiS.

4. Zur Quelle: Der Reisebericht Johann Georg Metzgers (1650)

4.1 Formale Beschreibung

Metzgers „Rayß Beschreibung“, die er selbst auch als „Itinerarium“ bezeichnet, liegt als handschriftliches Manuskript vor und basiert mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Aufzeichnungen des Autors, die er während der Reise zwischen Dezember 1648 und September 1649 angefertigt hat. Dafür sprechen die kunstvoll gestalteten Überschriften und Anfangsbuchstaben wichtiger Kapitel, die mit Sorgfalt eingelegten Portraits und das aus anderen zeitgenössischen Werken entnommene Kartenmaterial.[54] Zudem verweist der Autor des Öfteren auf erzählte Passagen innerhalb seiner Ausführungen und lässt dabei Raum für die exakten, wenngleich unbefüllt gebliebenen Seitenangaben.[55] Die Fertigstellung der Reinschrift kann genau datiert werden: Sie erfolgte am 20. März 1650 in Wien.[56]

Das Werk umfasst insgesamt 522, für gewöhnlich beidseitig beschriebene Blätter im Format 15 cm mal 20 cm. In wenigen Fällen finden sich einzelne Seiten unbeschriftet. Der Buchdeckel ist an Vorder- und Hinterseite in hellbraun/beiges Leder gebunden und mit grünen Schnüren verschlossen. Die Innenblätter weisen eine gelblich-graue Farbe mit vereinzelten Wasserschäden auf. Die Tinte trägt eine dunkelbraune Färbung und die Handschrift ist, wenn auch zum Großteil einheitlich, seltener durch Einschübe und verzierte Kapitelüberschriften oder in größeren Buchstaben verfassten Ortsangaben durchbrochen. Textergänzungen finden zumeist in dunklerem Farbton am Seitenrand, vereinzelt innerhalb der Zeilen Platz. Diese übersteigen allerdings in der Regel kaum den Umfang von fünf Wörtern.

Der Bericht ist in frühneuhochdeutscher Sprache verfasst, wobei stellenweise lateinische oder griechische Passagen unterschiedlichen Umfangs eingeflochten sind. Vereinzelt versucht der Autor zudem, osmanisch-türkische oder arabische Formeln in Lautschrift wiederzugeben.[57] Fremdsprachige Auszüge sind primär in lateinischen Buchstaben hervorgehoben, der Hauptteil des Textes ist jedoch in deutscher Kurrentschrift verfasst. Auf den ersten Seiten sowie hinter dem Buchdeckel ist die Handschrift eines späteren Besitzers des Reiseberichts aus dem 19. Jahrhundert, eines Nachfahren Johann Georgs, zu erkennen.[58] Alle weiteren Abschnitte weisen ein weitgehend einheitliches Schriftbild auf. Allerdings zeugen die letzten Seiten, inhaltlich eine Art Vokabelsammlung, von einer ungleich eiligeren und schnelleren Federführung.[59] Eine ähnliche Abweichung befindet sich auf der Rückseite einer eingelegten Zeichnung.[60]

Der Bericht ist in drei Hauptbücher gegliedert. Buch Eins und Drei, die von der Hin- bzw. Rückreise erzählen, weisen als Gliederungselemente die jeweiligen Datums- und Ortsangaben auf, die an den Seitenrändern Platz finden. Das zweite Buch, das den Aufenthalt bzw. die Sehenswürdigkeiten in und um Konstantinopel thematisiert, ist mittels Zwischenkapitel unterschiedlichen Umfangs strukturiert. Die Überschriften enthalten sowohl den Buchstabenbestand deutscher Kurrentschrift als auch lateinischer Lettern. Absätze erfolgen ganz allgemein zumeist auf Basis inhaltlicher Brüche oder aber auf Grund von Kapitelwechsel im Text.[61]

Insgesamt 55 Seiten des Werks sind mit (lose) eingelegten, geklebten oder direkt in das Buch gezeichneten Abbildungen oder Karten versehen. Beispielsweise ist dem Vorwort des Berichts eine eingeklebte Adaption aus dem Atlas Willem Blaeus vorangestellt. Die Karte galt im 17. Jahrhundert als Grundlage des topographischen Bildes des Osmanischen Reichs und geht vermutlich auf eine Vorlage von Giaccomo Gastaldi (+1566) sowie eine Adaptation von Willem Blaeu aus dem Jahr 1617 zurück. Später wurde sie von Joan Blaeu, Matthäus Merian und anderen übernommen.[62]

Bei einem überwiegenden Teil der Darstellungen im Werk Metzgers handelt es sich allerdings um Kopien unterschiedlicher Ausprägung aus dem erstmals 1608 erschienenen Reisebericht Salomon Schweiggers.[63] Dieser war zwischen 1577 und 1581 Mitglied einer kaiserlichen Gesandtschaft an die Hohe Pforte. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts publizierte er eine ausführliche Beschreibung seiner Reise, die einen prägenden Einfluss auf viele nachfolgende (veröffentlichte und wohl auch unveröffentlichte) Werke haben sollte.[64] Die Bildmotive im Reisebericht Metzgers jedenfalls variieren im Grad der Übernahme; gelegentlich werden Elemente aus eigenen Beobachtungen eingeflochten oder Darstellungen aus der Vorlage fusioniert.[65] Die Bilder zeigen großteils Personen in verschiedenen Trachten sowie Landschaften oder Bauwerke. Insgesamt fünf der (eingelegten) Zeichnungen fallen durch einen abweichenden künstlerischen Stil auf. Sie erstrecken sich jeweils über eine Doppelseite und zeigen bulgarische und osmanische Trachten bzw. Soldaten. Es könnte sich dabei wie oben angesprochen um Skizzen des Internuntius Schmid handeln (siehe Abb. III.).[66]


Abb. III.: unbekannter Künstler, in: Metzger, Itinerarium, SSt, Gresten / NÖ, [314b].

4.2. Struktur, Kurzinhalt und intertextuelle Anleihen

Die Reisebeschreibung Metzgers ist in ein Vorwort mit insgesamt 13 Seiten sowie in drei „Hauptbücher” gegliedert.[67] Dabei bilden Elemente des Itinerars, des Tagebuchs sowie des „Erlebnisberichts” eine Synthese und bieten eine Fülle von historischen und topographischen Informationen.[68] Die Bücher Eins und Drei, die Beschreibungen der jeweils rund zwei Monate dauernden Hin- und Rückreise, weisen einen starken Itinerarcharakter mit dynamisch-narrativen Phasen auf. Sie umfassen jeweils 78 bzw. 79 Seiten. Hier werden Daten und Eindrücke der Reise bzw. des Reisealltags zwischen Wien und Konstantinopel, strukturiert nach Orten und Zeitpunkten der Ankünfte und Aufbrüche, detailliert und angereichert mit historischen, topographischen sowie ethnographischen Aspekten, erzählt.[69] Zudem finden sich genaue Verzeichnisse über die Mitreisenden bzw. die in Konstantinopel verbliebenen oder verstorbenen Personen.[70]

Buch Zwei, mit insgesamt 262 Seiten das umfassendste, ist in 64 weitere Kapitel unterteilt, die sich durch ihre statisch-deskriptive Form auszeichnen. Insbesondere die hier gesammelten Ausführungen über den Aufenthalt in Konstantinopel sind durch weitreichende intertextuelle Anleihen gekennzeichnet.[71] Wie im Fall der Illustrierungen kann auch hier der Bericht Salomon Schweiggers als primäre Referenzquelle herangezogen werden. Sowohl strukturelle als auch inhaltliche Elemente sind diesem zentralen Werk entnommen, wobei der Grad der Übernahme von Passage zu Passage variiert.[72] Die Kapitel reichen von Ausführungen über die Topographie Konstantinopels und die Geschichte der Stadt, über ethnographische Aspekte (Begräbnisse, Trachten, Schulen, Religion etc.) bis hin zu Beschreibungen über Stadtbrände oder Ausflüge zu berühmten Sehenswürdigkeiten (etwa zu den Aquädukten oder nach Scutari).[73]

Freilich sind nicht alle Ausführungen im Reisebericht Kopien dieses primären Referenztextes. Akribisch vermerkt Metzger Aufbrüche, Ankünfte, Informationen zu Herbergen sowie Details und Beobachtungen aus dem Reisealltag, etwa Gefahren durch schlechte Witterung, Überfälle oder Unfälle.[74] Metzger schreibt außerdem über Dynamiken innerhalb der Belegschaft und erzählt Anekdoten rund um deren Leiter.[75]

Er bietet ebenfalls eine knappe Einführung in die aktuelle politische Situation am Hof des jungen Sultan Mehmet IV.[76], skizziert dessen Besuch einer Moschee[77], verweist auf zeitnahe Konflikte der Pforte mit Venedig[78] und berichtet über den Verlauf der Aufstände im Osten des Reichs unter Gürcü Nebi.[79] Metzger notiert zudem Zeitpunkte und Eindrücke von Audienzen bei Sultan und Großwesir. Diese Passagen überschneiden sich allerdings häufig inhaltlich sowie im Wortlaut mit den Ausführungen Schmids – sowohl in dessen Geheimen Bericht als auch in der Finalrelation oder in den Korrespondenzen.[80] Auch auf die wechselseitigen Besuche des kaiserlichen Internuntius mit französischen, päpstlichen, englischen und holländischen Diplomaten weist Metzger hin.[81] Dem Bericht beigefügt ist außerdem eine genuin vom Reisenden angelegte Vokabelsammlung sowie eine Zusammenstellung arabischer Ziffern.[82]

Die originär vom Autor verfassten Passagen zeichnen sich durch eine weitgehende Deskriptivität aus. Nur selten gibt es Interpretationen oder weiterführende Gedanken. Diese sowie moralische Äußerungen und Wertungen entnimmt Metzger fast ausschließlich der Vorlage Schweiggers. Einzig seine selbstverfassten Erlebnisberichte sind in manchen Fällen durch humorvolle Pointen charakterisiert: etwa die exzessiven Kartenspielgewohnheiten des Personals[83] oder die Art des Weintrinkens in Bulgarien.[84] Im zweiten und insgesamt umfangreichsten Buch, das vom Aufenthalt in Konstantinopel berichtet[85], geraten diese Szenen allerdings in den Hintergrund.

4.3 Überlieferung und Rezeptionsgeschichte

Nach dem Tod Johann Georg Metzgers im Jahr 1698 wurde das ledergebundene Büchlein bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts innerhalb der Familie von Metzburg weitergegeben.[86] Wie es seinen Weg von Brünn nach Wien gefunden hat, kann nicht eindeutig geklärt werden. Im Reisebericht selbst finden sich allerdings Anmerkungen zur männlichen Linie der direkten Nachfahren. Es ist wahrscheinlich, dass es sich hierbei um die nachfolgenden Besitzer des Werks bis zum Jahr 1827 handelt.[87] Demzufolge wäre es nach dem Tode Johann Georgs an dessen Sohn Karl Josef übergeben worden, der es wiederum Christoph Augustin vererbt hätte. Damit könnte der Bericht nach Graz gelangt sein, wo der Sprössling als Landrechtssekretär tätig war.[88] Dessen Sohn, der Diplomat Franz Leopold von Metzburg[89], scheint im Eintrag als nächster (potentieller) Besitzer des „Itinerariums“ auf. Über diesen könnte es schließlich an Johann Nepomuk von Metzburg (1780–1839) gelangt sein. Ebenhier lässt sich auch erstmals eine Spur in der Literatur aufnehmen: Der Orientalist Joseph von Hammer-Purgstall zeigt den Bericht als im Besitz des damaligen Vizepräsidenten des k. u. k. Rechnungsdirektoriums und späteren Präsidenten der Armee Rechnungs-Hofkommission befindlich an.[90] Dieser dürfte es an seinen Sohn Heinrich Freiherr von Metzburg übergeben haben, der sich als letztgenannter in der im Werk vermerkten Liste der vermuteten Besitzer befindet.[91] Heinrich blieb allerdings unverheiratet und vertraute das Familienerbstück seiner Schwester, Emilie von Metzburg (1807–1856), spätere von Knorr, an.[92] Deren Ehemann, Josef Freiherr von Knorr, war seit 1820 Besitzer des Schlosses Stiebar in Gresten. Es war ebendiese Konstellation, die den Bericht an seinen heutigen Aufbewahrungsort in Niederösterreich gelangen ließ.[93]

Die Besitzverhältnisse sollten sich allerdings kurz darauf gravierend ändern. Das Erbstück wechselte seine „Familie“: Nach dem Tod Josefs von Knorr im Jahr 1839 übernahmen seine Töchter das Schloss. Josefine (1827–1908) vererbte es schließlich an Graf Otto von Seefried (1870–1951) und dessen Gemahlin Elisabeth Maria von Bayern (1874–1957), einer Enkelin Kaiser Franz Josephs.[94] Hier, in der Stiebar'schen Hausbibliothek, erweckte der Bericht zur „Türckhischen Reyss“ das Interesse des Grafen.

Graf Otto von Seefried befasste sich in der Folge intensiv mit dem Schlossarchiv und verfasste 1928 eine kurze Abhandlung über den Metzger'schen Reisebericht in der Sonntagsausgabe des Neuen Wiener Tagblattes.[95] Dieser Artikel lenkte wohl die Aufmerksamkeit des berühmten Orientalisten und „Handschriftenjägers" Franz Babinger (1891–1967) auf sich, der sich in den darauffolgenden Jahren intensiv um die Erstellung einer Filmkopie sowie die Herausgabe einer ersten Edition der Reisebeschreibung bemühte. Zu diesem Zweck nahm Babinger 1937 Kontakt mit dem Schaffhausener Staatsanwalt Fritz Rippmann auf. Dieser beschäftigte sich zu diesem Zeitpunkt mit dem Lebenswerk des Diplomaten Johann Rudolf Schmid zum Schwarzenhorn und stellte Babinger eine Publikation seiner Edition in Aussicht.[96] Intensive Recherchen zu Bericht und Autor folgten in den darauffolgenden Jahren. Durch einen Brand in Folge eines Luftangriffs auf Würzburg, wo der Osmanist seine Materialien untergebracht hatte, wurden diese ersten Forschungsergebnisse jedoch allesamt vernichtet.[97] Der Kontakt Babingers in die Schweiz ist für die Rezeptionsgeschichte des Reiseberichts von wesentlicher Bedeutung. Denn nur auf Grund der Bemühungen Rippmanns und Babingers konnte eine Filmkopie des bis vor Kurzem verloren geglaubten Berichts hergestellt werden, auf der das vorliegende Editionsprojekt beruht.[98] Das Publikationsvorhaben Babingers wurde nach 1959 aus unbekannten Gründen auf Eis gelegt. Vermutlich ließ sich kein Verlag für das Vorhaben gewinnen. Den letzten Briefwechseln zwischen Rippmann und Babinger vor dessen Tod 1967 sind jedenfalls keine Angaben zum Projekt mehr zu entnehmen.[99] Der Nachlass des Wissenschaftlers, der sich ungeordnet in der Handschriftenabteilung der Bayerischen Staatsbibliothek befindet, ist bis dato (Frühjahr 2019) leider nicht zugänglich.[100]

Der Reisebericht (bzw. seine Filmkopie) wurde knapp zehn Jahre später von Peter Meienberger im Rahmen seiner Studie über Johann Rudolf Schmid zum Schwarzenhorn „wiederentdeckt“ aber lediglich in einer knappen Fußnote erwähnt. Zudem verwechselt Meienberger hier noch den Autor des Reiseberichts mit seinem Cousin Johann Friedrich, dem Gesandtschaftssekretär Schmids.[101]

Das vorliegende vom FWF geförderte Editionsprojekt (P30091) soll nun die Lücken rund um den Reisebericht Metzgers im Speziellen sowie zur Internuntiatur im größeren Kontext schließen und vielfältige computergestützte Analyse- sowie Visualisierungsmöglichkeiten bieten.


[1] Zur Quelle: Johann Georg METZGER, Itinerarium oder rayss beschreibung von Wien in Österreich nach Constantinopel. Darinnen werden beschriben die durchgerayste länder, stätt, vestungen schlößer, märck unnd dörffer unnd deren inwohnenden völckher, arth unnd tracht, auch die audientzen, visitationes der pottschafter sambt anderen vihlen denckhwürdigen sachen. In drey underschidliche thail außgethailt unnd mit etlichen abgerißnen figuren geziert, beschriben und zusammengetragen durch Johann Georg Metzger auß dem Breyßgaw, iuris urtiusque studiosum, anno salutis 1650, Wien, 20.03.1650, Schlossarchiv Stiebar [SSt] der Familie Seefried, Gresten/Niederösterreich [NÖ], [keine Signatur].

[2] Zur künstlerischen Begabung Schmids. Vgl. dazu Lisa BRUNNER, Die Internuntiatur des Johann Rudolf Schmid zum Schwarzenhorn 1649. Historisch-kritische Edition des Geheimberichts und der Finalrelation, phil. Masterarbeit, Universität Salzburg 2019, 11 f.; Johann Caspar FÜESSLIN, Geschichte der besten Künstler in der Schweitz, Bd. 1, Zürich 1769, 85. Insbesondere Peter Meienberger stellte die Vermutung an, dass es sich bei einigen Zeichnungen im Reisebericht Metzgers um das Werk des Diplomaten handeln könnte. Vgl. Peter MEIENBERGER, Johann Rudolf Schmid zum Schwarzenhorn als kaiserlicher Resident in Konstantinopel in den Jahren 1629–1643. Ein Beitrag zur Geschichte der diplomatischen Beziehungen zwischen Österreich und der Türkei in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, Frankfurt a. M. 1973, 118, Anmerkung 71.

[3] Vgl. dazu etwa Almut HÖFERT, Den Feind beschreiben. »Türkengefahr« und europäisches Wissen über das Osmanische Reich 1450–1600, Frankfurt / New York 2003, 153, 154, 161.

[4] Im Kontext der Internuntiatur 1649 waren dies: Johann Rudolf Schmid zum Schwarzenhorn an Ferdinand III., Geheimer Bericht, Wien, 11.10.1649, Österreichisches Staatsarchiv [ÖStA], Haus- Hof- und Staatsarchiv [HHStA], Staatenabteilung [StAbt] Türkei I, Karton [Kt.] 121/2, fol. 28r–64v sowie Johann Rudolf Schmid zum Schwarzenhorn an Ferdinand III., Finalrelation, Wien, 24.10.1649, ÖStA, HHStA, StAbt Türkei I, Kt. 121/2, fol. 112r–194v; zu den Korrespondenzen von Schmid zum Schwarzenhorn an Ferdinand III. im Jahr 1649: ÖStA, HHStA, StAbt Türkei I, Kt. 121/1.

[5] Vgl. etwa Ernst Dieter PETRITSCH, Fremderfahrungen kaiserlicher Diplomaten im Osmanischen Reich (1500–1648), in: Michael Rohrschneider / Arno Strohmeyer, Hg., Wahrnehmungen des Fremden. Differenzerfahrungen von Diplomaten im 16. und 17. Jahrhundert, Münster 2007, 345–366, hier 352–353; Almut HÖFERT, Turcica. Annäherung an eine Gesamtbetrachtung repräsentativer Reiseberichte über das Osmanische Reich bis 1600, in: Ulrike Ilg, Hg., Text und Bild in Reiseberichten des 16. Jahrhunderts. Westliche Zeugnisse über Amerika und das Osmanische Reich, Venedig 2008, 38–94, hier 40–42; allgemein zu Reiseberichten ins Osmanische Reich: Stephane YERASIMOS, Les voyageurs dans l’Empire Ottoman (XIVe-XVIe siècles). Bibliographie, itinéraires et inventaire des lieux habités, Ankara 1991.

[6] Vgl. Peter BRENNER, Reiseliteratur, in: Friedrich Jaeger u. a., Hg., Enzyklopädie der Neuzeit, Bd. 10: Physiologie – Religiöses Epos, Stuttgart 2009, 1019–1026, hier insbesondere 1019 f.; Peter BRENNER, Hg., Der Reisebericht. Die Entwicklung einer Gattung in der deutschen Literatur, Frankfurt a. M. 1989; Michael MAURER, Reiseberichte, in: Ders., Hg., Aufriß der Historischen Wissenschaften, Bd. 4, Quellen, Stuttgart 2002, 325–348, hier v. a. 325; Jörg WETTLAUFER, Gesandtschafts- und Reiseberichte, in: Werner Paravicini, Hg., Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich. Hof und Schrift, Ostfildern 2007, 361–372, hier 361, 362. Zum osmanischen Kontext: Vgl. Ulrike ILG, Hg., Text und Bild in Reiseberichten des 16. Jahrhunderts. Westliche Zeugnisse über Amerika und das Osmanische Reich, Venedig 2008; Wolfgang GEIER, Südosteuropa-Wahrnehmungen. Reiseberichte, Studien und biographische Skizzen vom 16. bis zum 20. Jahrhundert, Wiesbaden 2006, insbesondere 39–128.

[7] Vgl. Wolfgang NEUBER, Fremde Welt im europäischen Horizont. Zur Topik der deutschen Amerika-Reiseberichte der Frühen Neuzeit, Berlin 1991; HÖFERT, Feind, insbesondere 28.

[8] Vgl. Zita Ágota PATAKI, Reisen bildet. Orientreisen und Stereotypen in Text und Bild, in: Bekim Agai / Zita Ágota Pataki, Hg., Orientalische Reisende in Europa. Europäische Reisende im Nahen Osten: Bilder vom Selbst und Imaginationen des Anderen, Berlin 2010, 169–202; Almut HÖFERT, Alteritätsdiskurse: Analyseparameter historischer Antagonismusnarrative und ihre historiographischen Folgen, in: Gabriele Haug-Moritz / Ludolf Pelizaeus, Hg., Repräsentationen der islamischen Welt im Europa der Frühen Neuzeit, Münster 2010, 21–40; Maximilian GROTHAUS, Vom Erbfeind zum Exoten. Kollektive Mentalitäten über die Türken in der Habsburger Monarchie der frühen Neuzeit, in: Inanc Feigl u.a., Hg., Auf den Spuren der Osmanen in der österreichischen Geschichte, Frankfurt a. M. u. a. 2002, 99–113; heute in den Medien etwa: Nedad MEMIC, Türkenbelagerungen: Die Faszination für den Erbfeind?, in: DerStandard.at, 17.08.2016, online unter: https://derstandard.at/2000042930341/Tuerkenbelagerungen-Die-Faszination-fuer-den-Erbfeind?_slide=1 (13.04.2018).

[9] Vgl. zum Verhältnis Bild/Text weiter: Hartmut STÖCKL, Sprache-Bild-Texte lesen. Bausteine zur Methodik einer Grundkompetenz, in: Hajo Dieckmannshenke / Michael Klemm / Hartmut Stöckl, Hg., Bildlinguistik. Theorien – Methoden – Fallbeispiele, Berlin 2011, 45–70.

[10] Gerade in einer Zeit anhaltender Konflikte zwischen österreichischen Habsburgern und den Osmanen stieg das Interesse, Informationen über den „exotischen” Feind im Osten zu sammeln. Als Beispiele sind etwa folgende Berichte zu nennen: Ogier Ghislain DE BUSBECQ, Vier Briefe aus der Türkei, Hg. von Wolfram von den Steinen, Erlangen 1926 [Erstpublikation: 1589]; Salomon SCHWEIGGER, Ein newe Reyßbeschreibung auß Teutschland nach Constantinopel und Jerusalem: Darinn die gelegenheit derselben Länder, Städt, Flecken, Gebew etc. d. innwohnenten Völcker Art, Sitten, Gebreuch, Trachten, Religion und Gotteßdienst etc. Insonderheit die jetzige ware gestalt deß Hl. Grabs, der Stadt Jerusalem und anderer heiligen Oerter […]. Deßgleichen deß Türckischen Reichs Gubernation, Policey, Hofhaltung, nutzbarkeit des Reysens, und vielerley andern lustigen Sachen. Mit hundert schönen newen Figuren, dergleichen nie gewesen seyn. In III. unterschiedlichen Büchern auffs fleißigst eigner Person verzeichnet und abgerissen, Nürnberg 1608.

[11] Vgl. HÖFERT, Turcica, 40–42; Ulrike ILG, Bebilderte Reiseberichte aus dem Osmanischen Reich in deutscher Sprache (16.–17. Jahrhundert), in: Eckhard Leuschner / Thomas Wünsch, Hg., Das Bild des Feindes. Konstruktion von Antagonismen und Kulturtransfer im Zeitalter der Türkenkriege. Ostmitteleuropa, Italien und Osmanisches Reich, Berlin 2013, 55–75, hier 55.

[12] Andrea VOSS, Reisen erzählen. Erzählrhetorik, Intertextualität und Gebrauchsfunktionen des adligen Bildungsreiseberichts in der Frühen Neuzeit, Heidelberg 2016, 203 f.

[13] Vgl. ILG, Bebilderte Reiseberichte, 64; Ulrike ILG, Vom Reisebericht zum ethnographischen Kompendium: Zur Rezeptionsgeschichte von Nicolas de Nicolays Quatre Livres des Navigations et Peregrinations Orientales (1567), in: Ulrike Ilg, Hg., Text und Bild in Reiseberichten des 16. Jahrhunderts. Westliche Zeugnisse über Amerika und das Osmanische Reich, Venedig 2008, 161–192.

[14] Vgl. Manfred PFISTER, Intertextuelles Reisen, oder: Der Reisebericht als Intertext, in: Herbert Foltinek u.a., Hg., Tales and "their telling difference". Zur Theorie und Geschichte der Narrativik, Heidelberg 1993, 109–132.

[15] Ebendies wird in weiteren Arbeitsschritten durch die EditorInnen analysiert und visualisiert.

[16] Vgl. dazu etwa Carl Friedrich Benjamin LEUPOLD, Allgemeines Adelsarchiv der österreichischen Monarchie, 1. Teil, Bd. 3, Freiburg 1791, 491. Einige vor, während sowie nach dem Wirken Johann Georgs bekleideten Positionen in der kaiserlichen Außenpolitik; vgl. Johann Rudolf Schmid zum Schwarzenhorn an Ferdinand III., Finalrelation, Wien, 24.10.1649, ÖStA, HHStA, StAbt Türkei I, Kt. 121/2, fol. 112r–194v, hier: fol. 191r; Johann Rudolf Schmid zum Schwarzenhorn an Ferdinand III., Geheimer Bericht, Wien, 11.10.1649, ÖStA, HHStA, StAbt Türkei I, Kt. 121/2, fol. 28r–64v, hier fol. 35v. Johann Leopold Metzger, handschriftlicher Eintrag, in: Metzger, Itinerarium, SSt, Gresten / NÖ, unpaginiert [C] (Die in eckige Klammern gesetzten Nummerierungen verweisen auf die mit der Transkription verlinkten Bilder in der digitalen Aufbereitung). Ebd., Vorrede, 6. Johann Friedrich Metzger begleitete Schmid zum Schwarzenhorn mehrere Male als Gesandtschaftssekretär und war auch später als Sekretär für Schmid, als dieser im Dienst des Hofkriegsrats stand, tätig. Er starb 1666 bei Niș. Vgl. Paul TAFFERNER, Keiserliche Bottschafft an die Ottomanische Pforte, […]. Dem teutschliebenden Leser zum besten verteutscht durch Berharnd Zech, Wien 1672, 303; Johann Friedrich Metzger an Gonzaga, 16. Juli 1658, ÖStA, HHStA, StAbt Türkei I., Kt. 130, Konv. 2, fol. 47r; MEIENBERGER, Resident, 132, Anmerkung 111.

[17] Der Grabstein Metzgers in der St. Jakobskirche in Brünn (vgl. Abb. III) gibt sein 75. Lebensjahr als Todeszeitpunkt an. Bzgl. des Geburtsdatums gibt es in der Gelehrtenkorrespondenz des 20. Jahrhunderts allerdings zwei Varianten: 1623 oder 1627; vgl. Babinger an Rippmann, München, 05.06.1949, Stadtarchiv Stein am Rhein [StStRh], Sammlungen „Schwarzenhorniana“ [SaSchw], 08.03.00-12, unfoliert.

[18] Seine Mutter war eine geborene Tischinger; vgl. Testament des Johann Georg von Metzburg, Brünn, 07.03.1698, Archiv města Brna [AMB], Rukopisy 55, 424–454, hier 447; zum schwedischen Angriff auf Kirchhofen 1633: Paul PRIESNER, Die Geschichte der Gemeinden Kirchhofen und Ehrenstetten, Bd. 1, Freiburg im Breisgau 1962, 12.

[19] Vgl. den Stammbaum der Familie von Metzburg beginnend mit Johann Georg I. und endend mit den Kindern Johann Georg von Metzburgs, datiert um 1800, SSt, Gresten / NÖ, [nicht verzeichnet], unfoliert.

[20] Vgl. Testament, AMB, Rukopisy 55, 447; Adelsdiplom Metzger, Wien, 01.04.1760 Abschrift [Original: 11.05.1690], ÖStA, Allgemeines Verwaltungsarchiv [AVA], Adel/RA Metzburg 1690, fol. 10r–13v, hier fol. 10v.

[21] Vgl. dazu Otto Graf SEEFRIED, Balkanreise im 17. Jahrhundert. Mit einer deutschen Sondergesandtschaft nach Konstantinopel, in: Neues Wiener Tagblatt/Sonntagsbeilage, 28.10.1928, 24–26, hier 25. An dieser Stelle sei der Eintrag bei Wurzbach korrigiert, wonach eine Elisabeth von Reningen Johann Georgs Mutter gewesen sein soll. Auch im Schlossarchiv Stiebar finden sich nachträglich erstellte Stammbäume der Familie von Metzburg, die allesamt jene Elisabeth als Johanns Mutter bezeichnen. Womöglich war sie seine Stiefmutter. Vgl. Constantin WURZBACH, Biographisches Lexikon des Kaiserthums Österreich, Metzburg, von, Bd. 18, Wien 1868, 65–68, hier 66; METZGER, Itinerarium, SSt, Gresten / NÖ, unpaginiert.

[22] „Da wurde auch ich, weilen hochlöblicher internuntius mir etlich iahr hero wol bekhandt unnd gewogen ware, [...] aufgenommen.”, begründet der Autor seine Teilnahme; die persönliche Verbindung dürfte wohl über seinen Vetter, den Gesandtschaftssekretär Johann Friedrich Metzger, hergestellt worden sein. METZGER, Itinerarium, SSt, Gresten / NÖ, 1.

[23] Vgl. METZGER, Itinerarium, Vorrede, SSt, Gresten / NÖ, unpaginiert [J]; Adelsdiplom Metzger, Wien, 01.04.1760, ÖStA, AVA, Adel/RA Metzburg 1690, fol. 10r–13v, hier fol. 10v; allgemein siehe: Klaus MÜLLER, Das kaiserliche Gesandtschaftswesen im Jahrhundert nach dem Westfälischen Frieden, Bonn 1976, 246; WETTLAUFER, Gesandtschafts- und Reiseberichte, 364.

[24] Laut Metzger war Schmid: „Ein zimlich alt doch verständiger unnd scharffsinniger herr”; METZGER, Itinerarium, SSt, Gresten / NÖ, 1.

[25] Detaillierter dazu: Lisa BRUNNER, Habsburgisch-osmanisches Konfliktmanagement im 17. Jahrhundert, in: Arno Strohmeyer / Georg Vogeler, Hg., Quellen zur habsburgisch-osmanischen Diplomatie in der Neuzeit. Die Internuntiatur des Johann Rudolf Schmid zum Schwarzenhorn (1649): Reisebericht, Instruktionen, Korrespondenz, Berichte, Salzburg / Graz 2019, online unter: http://gams.uni-graz.at/dipko (12.2019).

[26] Vgl. MEIENBERGER, Resident, 117.

[27] Vgl. MEIENBERGER, Resident, 117; Metzger benennt im Gegensatz zu Schmid 42 Personen: METZGER, Itinerarium, SSt, Gresten / NÖ, 6–12.

[28] Vgl. MÜLLER, Gesandtschaftswesen, 108, 111.

[29] Vgl. METZGER, Itinerarium, SSt, Gresten / NÖ, 8.

[30] Vgl. Johann Rudolf Schmid zum Schwarzenhorn an Ferdinand III., Geheimer Bericht, Wien, 11.10.1649, ÖStA, HHStA, StAbt Türkei I, Kt. 121/2, fol. 28r–64v sowie Johann Rudolf Schmid zum Schwarzenhorn an Ferdinand III., Finalrelation, Wien, 24.10.1649, ÖStA, HHStA, StAbt Türkei I, Kt. 121/2, fol. 112r–194v; zu den Korrespondenzen von Schmid zum Schwarzenhorn an Ferdinand III. im Jahr 1649: ÖStA, HHStA, StAbt Türkei I, Kt. 121/1.

[31] Vgl. Wolfgang TREUE, Abenteuer und Anerkennung. Reisende und Gereiste in Spätmittelalter und Frühneuzeit, Paderborn 2014, 264 f.

[32] Vgl. VOSS, Reisen, 6.

[33] Vgl. WETTLAUFER, Gesandtschafts- und Reiseberichte, 363.

[34] Angeführt werden die Vorfahren Johann Georg Metzgers sowie die nachfolgenden Besitzer des Berichts: vgl. Johann Leopold METZGER, handschriftlicher Eintrag, in: Metzger, Itinerarium, SSt, Gresten / NÖ, unpaginiert [0B–0D].

[35] Vgl. Testament, AMB, Rukopisy 55, 439.

[36] Siehe Kapitel 3.2.

[37] Vgl. VOSS, Reisen, 209.

[38] Ebd., 74; dazu weiter: Volker HERTEL, Kompilieren, Klassifizieren, Contrafactieren. Aspekte gelehrter Textproduktion in der Frühen Neuzeit, in: Irmhild Barz / Ulla Fix, Hg., Fachtextsorten gestern und heute, Frankfurt a. M. 2008, 27–45.

[39] Bildung als expliziter Reisezweck prägte in der Zeit nach 1530 den Charakter vieler Reiseberichte; vgl. WETTLAUFER, Gesandtschafts- und Reiseberichte, 363. Des Weiteren bekräftigt diese These, dass er die osmanisch-türkische Sprache erlernt hat. Vgl. Adelsdiplom Metzger, Wien, 01.04.1760, ÖStA, AVA, Adel/RA Metzburg 1690, fol. 10r–13v, hier fol. 11r.

[40] So pflegte Metzger die Gesandtschaftsmitglieder zu bezeichnen; METZGER, Itinerarium, SSt, Gersten / NÖ, 5.

[41] Vgl. Adelsdiplom Metzger, Wien, 01.04.1760, ÖStA, AVA, Adel/RA Metzburg 1690, fol. 10r–13v, hier fol. 10v.

[42] Zu dieser Mission vgl. MEIENBERGER, Resident, 121–128; zu Metzger: Adelsdiplom Metzger, Wien, 01.04.1760, ÖStA, AVA, Adel/RA Metzburg 1690, fol. 10r–13v, hier fol. 10v; Testament, AMB, Rukopisy 55, 449 f.

[43] Vgl. METZGER, Itinerarium, SSt, Gresten / NÖ, unpaginiert [419a-e].

[44] Vgl. Adelsdiplom Metzger, Wien, 01.04.1760, ÖStA, AVA, Adel/RA Metzburg 1690, fol. 10r–13v, hier fol. 11r.

[45] Zum Ehrengewand als Geschenk am Hof des Sultans vgl. Hedda REINDL-KIEL, Symbolik, Selbstbild und Beschwichtigungsstrategien. Diplomatische Geschenke der Osmanen für den Wiener Hof (17.–18. Jahrhundert), in: Arno Strohmeyer / Norbert Spannenberger, Hg., Frieden und Konfliktmanagement in interkulturellen Räumen. Das Osmanische Reich und die Habsburgermonarchie in der Frühen Neuzeit, Stuttgart 2013, 265–282; Monika SPRINGBERG-HINSEN, Die Ḫil’a. Studien zur Geschichte des geschenkten Gewandes im islamischen Kulturkreis, Würzburg 2000; Lisa BRUNNER, Die „Kleidung“ der Diplomatie. Kaftane in den habsburgisch-osmanischen Beziehungen, in: historioPLUS 4 (2017), 1–31, online unter: http://www.historioplus.at/?p=774 (16.04.2019).

[46] Vgl. Testament, AMB, Rukopisy 55, 449 f.

[47] Vgl. Stammbaum von Metzburg, SSt, Gresten / NÖ, nicht verzeichnet, unfoliert; zum Epitaph siehe linke Innenflanke der St. Jakobs Kirche/Brünn oder Abb. II.

[48] Eine Teilnehmerliste der Großbotschaft Leslies verzeichnet ausschließlich seinen Vetter, Dr. Metzger. Dieser war auch hier wieder als Sekretär tätig, starb aber während der Rückreise. Vgl. Gefolge der Gesandtschaft des Walter Leslie, 1665–1666, ÖStA, HHStA, StAbt Türkei I, Kt. 139, fol. 193r – 196v, hier 193v.

[49] Vgl. Bürgermeisterakten Brno, AMB, fond A1/8 Akta purkmistrovská (1647–1739), ab KR 20 (1670); Adelsdiplom Metzger, Wien, 01.04.1760, ÖStA, AVA, Adel/RA Metzburg 1690, fol. 10r–13v, hier fol. 11r, 11v.

[50] In Verrichtung seiner Tätigkeit half er bei der Einrichtung einer funktionierenden Nachrichtenübermittlung zwischen Siebenbürgen und Wien. Er dürfte acht Jahre im Einsatz gewesen sein, denn zwischen 1680 und 1688 wird er in den Bürgermeisterakten der Stadt nicht erwähnt. Bürgermeisterakten Brno, AMB, fond A1/8 Akta purkmistrovská (1647–1739), ab KR 20 (1670); an den Rektor der Universität Wien, Wien, 24.10.1687, Universitätsarchiv Wien, Kons. Akten Ca 3.2031, Fasc. III, Lit. M, Nr. 63, unfoliert; Adelsdiplom Metzger, Wien, 01.04.1760, ÖStA, AVA, Adel/RA Metzburg 1690, fol. 10r–13v, hier fol. 11r–v.

[51] Vgl. Testament, AMB, Rukopisy 55, 433 f., 443; Bürgermeisterakten Brno, AMB, fond A1/8 Akta purkmistrovská (1647–1739), ab KR 20 (1670); Adelsdiplom Metzger, Wien, 01.04.1760, ÖStA, AVA, Adel/RA Metzburg 1690, fol. 10r–13v, hier fol. 11r–v.

[52] Drei Töchter stammten aus erster Ehe: Maria Barbara, Catharina Polexina und Franzsika Johanna. Sieben Kinder hatte er mit seiner zweiten Ehefrau, Anna Maria, verh. 1674: Carl Joseph, Leopoldina Victoria, Johann Georg, Leopold Constantin, Ferdinand Franz, Maria Eleonora und Maximilian Anton; vgl. Testament, AMB, Rukopisy 55, 426, 436.

[53] Vgl. ebd., 426; SEEFRIED, Balkanreise; Zum Geschlecht von Metzburg vgl. WURZBACH, Lexikon, Bd. 18, 65–68; LEUPOLD, Adelsarchiv, 491–495; Carl SCHMUTZ, Historisch-topographisches Lexicon von Steyrmark, 2. Teil, H–M, Graz 1822, 541 f.: hier konnten allerdings einige Ungenauigkeiten in Bezug auf Johann Georg Metzger ausgemacht werden, die von früheren Autoren übernommen worden sein dürften.

[54] Vgl. z.B. METZGER, Itinerarium, SSt, Gresten / NÖ, unpaginiert [0Q], 1 [001]. Die in eckige Klammern gesetzten Zählungen verweisen auf die mit der Transkription verlinkten Bilder in der digitalen Aufbereitung.

[55] Vgl. z.B. ebd., [170a].

[56] Adelsdiplom Metzger, Wien, 01.04.1760, ÖStA, AVA, Wien, Adel/RA Metzburg 1690, fol. 10r–13v, hier fol. 10v.

[57] Hierbei handelt es sich zum Teil auch um Passagen, die anderen Reiseberichten entnommen worden sein dürften. Vgl. z.B. METZGER, Itinerarium, SSt, Gresten / NÖ, 265; SCHWEIGGER, Reyssbeschreibung, 186.

[58] Vgl. METZGER, Itinerarium, SSt, Gresten / NÖ, unpaginiert, [0A–0D].

[59] Vgl. METZGER, Itinerarium, SSt, Gresten / NÖ, unpaginiert, [419a, d, e, f].

[60] Meienberger vermutet Schmid als Urheber der Zeichnungen. Auch die besprochene Handschrift weist Ähnlichkeiten mit dem Schriftbild der Korrespondenzen Schmids auf. Sollte die Handschrift mit jener Schmids übereinstimmen, würde dies einen weiteren Beweis für die künstlerische Tätigkeit des Diplomaten im Kontext des Berichts Metzgers liefern. Vgl. MEIENBERGER, Resident, 118, Fußnote 21; METZGER, Itinerarium, SSt, Gresten / NÖ, unpaginiert, [052a, 052c].

[61] Vgl. z.B. METZGER, Itinerarium, SSt, Gresten / NÖ, 134, 135.

[62] Vgl. Sonja BRENTJES, Giacomo Gastaldi’s Maps of Anatolia: The Evolution of a Shared Venetian-Ottoman Cultural Space?, in: Anna Contadini / Claire Norton, Hg., The Renaissance and the Ottoman World, Farnham 2013, 123–142, hier 123.

[63] Vgl. SCHWEIGGER, Reyssbeschreibung. Die Übernahme von bildlichen Motiven hat in der Gattung der frühneuzeitlichen Reiseberichte eine lange Tradition; vgl. dazu an konkreten Beispielen: ILG, Bebilderte Reiseberichte, insbes. 62 f.; vgl. allg. zum Thema „Plagiat” in der Bildenden Kunst: Birgit Ulrike MÜNCH u.a., Hg., Fälschung, Plagiat, Kopie. Künstlerische Praktiken in der Vormoderne, Petersberg 2014.

[64] Zu Salomon Schweigger vgl. u.a. Peter BURSCHEL, Topkapı Sarayı oder Salomon Schweiggers Reise ans Ende der Zeit, in: Andreas Bähr u. a., Hg., Räume des Selbst. Selbstzeugnisforschung transkulturell, Köln / Weimar / Wien 2007, 29–40; Gülbeyaz KULA, Vom Wissen um die Leserschaft. Zur Bedeutung der Apodemik für die Reisebeschreibungen von Salomon Schweigger und Johann Wild am Beispiel des türkischen Bades (Hamam), in: Zeitschrift für Germanistik, Neue Folge 24/1 (2014), 10–24; Michael KLEIN, Zwei Lutheraner an der Hohen Pforte. Leben, Reisen und religionspolitisches Wirken der Tübinger Theologen Stephan Gerlach und Salomon Schweigger, in: Friedrich Schweitzer, Hg., Kommunikation über Grenzen, Gütersloh 2009, 533–549.

[65] Eine selbst vorgenommene Typologie der bildlichen Darstellungen kennt drei Variationen der Übernahmen. Hier ist zu unterscheiden zwischen: A. Ganzheitlicher Übernahme, B. Synoptischer Übernahme (Übernahme einzelner Motive und Ergänzung durch eigene Bildelemente), und C. Verknüpfter Übernahme (Verschmelzung von Bildelementen zweier oder mehrerer Darstellungen zu einem Bild). Vgl. Anna HUEMER, „Copy & Paste“ im Reisebericht der Frühen Neuzeit? Intertextualität im „Türkischen Itinerarium“ des Johann Georg Metzger (1650), in: CHRONICA – Annual of the Institute of History University of Szeged Hungary 19 (2019), [in Vorbereitung].

[66] BRUNNER, Internuntiatur, 18 f.; METZGER, Itinerarium, SSt, Gresten / NÖ, unpaginiert, [052b, 054b, 314b, 334b, 336b].

[67] Vgl. etwa auch hier den Aufbau: SCHWEIGGER, Reyssbeschreibung; oder HÖFERT, »Türkengefahr«, s. o.

[68] Ansgar Nünning hat eine Typologie und Poetik der Reiseliteratur entworfen: Ansgar NÜNNING, Zur mehrfachen Präfiguration/Prämediation der Wirklichkeitsdarstellung im Reisebericht: Grundzüge einer narratologischen Theorie, Typologie und Poetik der Reiseliteratur, in: Marion Gymnich u. a., Hg., Point of Arrival: Travels in Time, Space and Self, Tübingen 2008, 11–29, hier besonders 26–28.

[69] Die Reiseroute führte die Teilnehmer der Internuntiatur am Landweg nach Belgrad, danach entlang des Verlaufs der antiken römischen Heerstraße über das heutige Niš, Sofia, Plovdiv und Edirne weiter nach Istanbul. Vgl. METZGER, Itinerarium, SSt, Gresten / NÖ, [erstes Buch], 12–78.

[70] Vgl. METZGER, Itinerarium, SSt, Gresten / NÖ, 6–11; 336–340.

[71] Vgl. dazu HUEMER, Copy & Paste, [in Vorbereitung].

[72] Folgende Typologie dient der Kategorisierung und kann im Bericht Metzgers beobachtet werden: A. Ganzheitliche Übernahme (weitgehend wortwörtlich); B. Passagenweise / synoptische Übernahme (verschiedene Passagen Schweiggers wie Versatzstücke übernommen, gekürzt und neu angeordnet); C. Kombinierte Übernahme (Passagen Schweiggers übernommen, mit eigenen Beobachtungen angereichert) D. Indirekte Übernahme (gleiche Topoi in eigenen Worten erzählt). Dieses Schema findet in der von den Editoren vorgenommenen Kodierung ihren Niederschlag. Vgl. HUEMER, Copy & Paste, [in Vorbereitung] .

[73] Vgl. z.B. METZGER, Itinerarium, SSt, Gresten / NÖ, 133 f.; 211; 214; 215.

[74] Vgl. METZGER, Itinerarium, SSt, Gresten / NÖ, 139–144; 367.

[75] Vgl. ebd., 31; 61 f.

[76] Z.B.: „Eß last sich ansehen, das im seraglio die alte Valida, dreyer kayßer muetter, eine arglistige fürstin, ietzt das ganze werckh dirigiere. Durch das groß vesierat legt sye denen grandesen einen speckh in die fallen, ein nach dem anderen zufangen und alle die ienige hinzurichten, welche zu des sultan Ibrahims todt geholffen.” Ebd., 119.

[77] Vgl. ebd., 121–127.

[78] Vgl. ebd., 102–107; 109–111.

[79] Vgl. ebd., 118–120; 144–147.

[80] Vgl. ebd., 85–92.

[81] Vgl. ebd., 136 f.

[82] Z.B.: „Waß suachst du da? nestersen burda”, “Ein böß weib: venader affret”. Vgl. ebd., 419d, e und 247 f.

[83] „Weilen wir etlich tag zu Ofen verharet, verlangten wir widerumb weiter zuraißen, dan die lange auffenthaltung kurze beitel gemacht.” Ebd., 31.

[84] „Sie haben auch keine veßel, wie bei unß, sondern stellen also ahn: Sye nähen ein ungearbeit gaißhaut vest [...] welcher auß dißen gaißheiten trinckhen thuet, der meuß das gaißhar nit verreden, dan es kombt einem bißweilen ein bißerl in das maul. Deßen ungeacht haben wir der gaiß oder gaißhaut salvo honore auß dem hinderen getrunkchen.” Ebd., 61–62.

[85] Die Gesandtschaft verweilte zwischen 15.03.1629 und 04.08.1629 in Konstantinopel. Vgl. ebd., 341.

[86] Vgl. zur Familie den [nicht immer ganz korrekten] Familienstammbaum: SSt, Gresten / NÖ, [nicht verzeichnet], unfoliert.

[87] Vgl. METZGER, Itinerarium, SSt, Gresten / NÖ, unpaginiert [0B, 0C]. Diese Einträge decken sich mit der Genealogie der Familie von Metzburg: vgl. WURZBACH, Lexikon, Bd. 18, 65–68.

[88] Vgl. Deutsche Biographie, Indexeintrag: Metzburg, Christoph Augustin Freiherr von, online unter: https://www.deutsche-biographie.de/pnd138328617.html (15.04.2019).

[89] Vgl. Deutsche Biographie, Indexeintrag: Metzburg, Franz Leopold Freiherr von, online unter: https://www.deutsche-biographie.de/pnd138328633.html (15.04.2019).

[90] Vgl. Joseph von HAMMER-PURGSTALL, Geschichte des osmanischen Reiches größtentheils aus bisher unbenützten Handschriften und Archiven, Bd. 5, Pest 1829, 559.

[91] Vgl. METZGER, Itinerarium, SSt, Gresten / NÖ, unpaginiert [0B].

[92] Vgl. WURZBACH, Lexikon, Bd. 18, 66.

[93] Das Schloss Stiebar (früher Hausegg) wurde 1790 durch dessen Namensgeber Johann von Stiebar vollständig umgebaut. 1820 kam es in den Besitz der Familie von Knorr, im Jahr 1908 an Otto Graf Seefried, dessen Nachfahren es bis heute verwalten. Vgl. Georg CLAM MARTINIC, Österreichisches Burgenlexikon. Schlösser, Burgen und Ruinen, Salzburg 1991, 195.

[94] Vgl. Ulrike TANZER u.a., Hg., Marie von Ebner-Eschenbach, Josephine von Knorr. Briefwechsel 1851–1908. Kritische und kommentierte Ausgabe, Bd. 1: Texte, Berlin / Boston 2016, XXIV.

[95] SEEFRIED, Balkanreise, 24–26.

[96] Vgl. z.B. Fritz RIPPMANN, Johann Rudolf Schmid Freiherr von Schwarzenhorn (1590–1667). Ein Lebensbild. Vom Bürger von Stein am Rhein zum Botschafter des Kaisers an der türkischen Pforte, Stein am Rhein 1938.

[97] Vgl. Babinger an Rippmann, Bukarest, 06.11.1937, StStRh, SaSchw, 08.03.00-12, unfoliert; sowie Babinger an Rippmann, München, 04.07.1949, StStRh, SaSchw, 08.03.00-12, unfoliert.

[98] Vgl. Babinger an Rippmann, München, 20.08.1948, StStRh, SaSchw, 08.03.00-12, unfoliert.

[99] Korrespondenz Babinger mit Rippmann, Bayerische Staatsbibliothek München [BSB], Ana 684, F. Rippmann.

[100] Bayerische Staatsbibliothek München [BSB], Ana 684.

[101] Vgl. MEIENBERGER, Resident, 118, Anmerkung 71.