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Datenbank bairisch-österreichischer Mundartkunst vor 1800

Gattung: Drama
Genre:
Autoren:
Komponisten:
Zeitraum Entstehung: 1775~
Hauptvariante (Musik):
Musikvarianten:
Textvarianten:
Kommentar:

Lindemayrs Singspiel 'Der ernsthafte Spaß' in der (nicht erhaltenen) Vertonung Joseph Langthallers wurde erstmals anlässlich des Namenstags des Lambacher Abts Amand Schickmayr am 6. Februar 1776 aufgeführt. Der Komponist verkörperte auch die Titelfigur, den bekannt trinkfreudigen Bauern Hans, dem sein Laster durch den drohenden Militärdienst ausgetrieben werden soll. Das Stück fußt auf mehreren Vorarbeiten Lindemayrs aus seinen dichterischen Anfangszeiten (u.a. Jodel , Saufsucht ).

Noch zweimal wurde dieses vielleicht gelungenste Beispiel aus dem Bereich der mundartlichen Klosteroperette, das mit dem beliebten Motiv des fröhlichen Taufmahls endet, noch im 18. Jahrhundert vertont, zum einen durch den Lambacher Stiftsbassisten und Kammerdiener Johann Wittmann für eine Aufführung des Stücks 1799 unter dem Titel 'Der gebesserte Hans', und zum anderen durch Franz Xaver Süßmayr. Dieser bat 1797 in einem Brief Abt Julian Ricci (1745-1812), um die Übersendung der Noten zu dem „Operett, genannt: der rauschige Hanns von dem seligen H‹er›rn P. Maurus Lindemayr“, wozu er „unter der Leitung des seligen, unsterblichen Mozarts die Musik“ gesetzt habe, da er sich erhoffte, das Stück am Wiener Hof aufführen zu können; immerhin sei „Ihro Majestät die Kaiserinn eine außerordentliche Liebhaberinn von derley lustigen Piecen“. Entstanden war die Komposition 1788 wohl für Seitenstetten, wo sich auch heute noch das Notenmaterial (MaS R 108) befindet und wo das Werk vermutlich zwischen 1793 und 1795 aufgeführt worden war.

Zum Text vgl. neben Maurus Lindermayr’s Dichtungen, S. 55-108 und Schmieder, Sämmtliche Dichtungen, S. 49-108 die Abschriften StaS Karton 33 G (Abschrift Roman Digls), Bibliothek der OÖLM Sign. MS 283 (Abschrift Joseph Langthallers), StbStF XI 577 C/7 (unter dem Titel 'Der versoffene Hans oder So bessert man Trunkenbolde' Vorlage für Edition 1822), StaL Ccl 718/I, S. 53-91 sowie eine nicht katalogisierte Fassung von der Hand Anton Walters.

Literatur:
Permalink: http://hdl.handle.net/11471/510.15.883
Zuletzt geändert: am: 11.11.2016 um: 10:51:34 Uhr