Dialect Cultures

Datenbank bairisch-österreichischer Mundartkunst vor 1800

Gattung: Lyrik
Genre:
Zeitraum Entstehung: 1790er?
Hauptvariante (Text):
Textvarianten:
Kommentar:

Lied über einen aus einem Türkenkrieg heimgekehrten zwangsrekrutierten Bauernsohn - der eher als Fremder heimkehrt und von aufregenden, aber auch schrecklichen Seiten des Kriegs erzählt. Dieses Lied kann eventuell als Fortsetzung zum Lied "Gott grüß di mein Voter, Gott helff dir mei Mutter" gesehen werden (mit dem es auch zusammen überliefert ist).

Der Aufbau des Liedes entspricht ganz dem Soldatenwerbelied "GOtt grüß enck, mein Vattä und Muttä all zwey" (von ca. 1743), in dem mit den gleichen Topoi die Heimkehr eines Soldaten beschrieben wird. Allerdings ist dort der Krieg positiver besetzt, während hier das Leben als Soldat schonungslos in seiner Härte beschrieben wird.

Sprachlich ist das Lied - wie auch das andere in dieser Quelle überlieferte - eher als Grenzfall einzuordnen: Es ist zwar deutlich dialektal markiert, der Dialekt erscheint aber nicht mehr ganz bairisch, sondern deutet eher schon ins Fränkische (Nürnberg?).
Trotz dieser Einordnung wurde das Lied in die Datenbank aufgenommen - vor allem aus inhaltlichen Gründen: Denn das Lied zeigt mit seiner offenen Kritik am Krieg und am Soldatendasein im Gegensatz zu der relativ großen Anzahl an überlieferten Werbeliedern durchaus sozialkritische Sprengkraft (und ist wohl nicht zufällig nur handschriftlich überliefert).

Permalink: http://hdl.handle.net/11471/510.15.840
Zuletzt geändert: am: 1.10.2015 um: 13:55:00 Uhr