Dialect Cultures

Datenbank bairisch-österreichischer Mundartkunst vor 1800

Gattung: Lyrik
Genre:
Autoren:
Zeitraum Entstehung: Anfang 18. Jh.
Hauptvariante (Text):
Textvarianten:
Kommentar:

Lied eines ungarischen Bauern in charakteristisch-karikierender Sprachmischung, die österreichischen Dialekt und fremdsprachigen Akzent vereint.
Die Verse, die zuerst als Bildunterschrift zu einer Groteskfigur aus 'Il Calotto resuscitato. oder Neü eingerichtes Zwerchen Cabinet' (Augsburg, um 1705-1710) belegt sind, werden dann auch - in weitgehend übereinstimmender Form - noch einmal in einem Stück des Wiener Kärntertortheaters (um 1740) aufgegriffen (vgl. dazu Pirker 1929, S. 399). Das Lied ist dabei von 6 auf 8 Zeilen (in zwei Strophen) erweitert und inhaltlich leicht modifiziert.

Die beiden Varianten belegen einerseits den weitreichenden Einfluss der im 18. Jahrhundert äußerst beliebten Zwergenkarikaturen, andererseits aber auch die Stabilität der Figur des 'ungarischen Bauern', die gerade auf ihrer (nicht nur sprachliche) Verbindung zwischen Fremdem und Eigenem beruht. Die hier in Bild und Text erstmals belegte Figur kann dabei als Grundlage für die Ende des 18. Jahrhunderts äußerst populären Figur des "Heubauern" (siehe etwa hier ) gelten (vgl. dazu auch Zehetner 2016, S. 87ff.).

Literatur:
Permalink: http://hdl.handle.net/11471/510.15.720
Zuletzt geändert: am: 19.8.2016 um: 10:51:41 Uhr