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Datenbank bairisch-österreichischer Mundartkunst vor 1800

Gattung: Drama
Genre:
Autoren:
Zeitraum Entstehung: spätestens 1738
Hauptvariante (Text):
Textvarianten:
Kommentar:

Die Komödie 'Hanns-Wurst, Hexenmeister aus Liebe' ist uns im Ganzen (soweit bekannt) nicht überliefert. Erhalten sind durch die Sammlung 'Teutsche Arien' - in deren erstem Band - lediglich die Arien daraus.
Das Stück enthält u.a. (neben standardsprachlichen Gesangseinlagen) die dialektgefärbten Arien 'Allo wer fahren möcht' , 'Nichts ist schöner als mein Garten' , 'Beym Knödeln und Stertz' und 'Heissa Bubn! Tumelts enck' .
Sechs der neun Arien sind außerdem in einer Flugschrift überliefert, in der ebenfalls die Arien der Komödie abgedruckt sind, allerdings unter leicht abweichendem Titel ("Das verhexte Tschihy, Oder Hanns-Wurst, Der Hexen-Meister Aus Liebe").

Eine Datierung ist nicht eindeutig möglich. Gewisse Hinweise bzw. Fixpunkte lassen sich aus erhaltenen Titelverzeichnissen erschließen, in welchen Aufführungsdaten vermerkt sind. Diese waren für den Grafen Johann Adam von Questenberg (1678-1752; Jaroměřice (Südwestmähren)) angefertigt worden. Hier ist verzeichnet, dass ‚Hanns-Wurst, Hexenmeister aus Liebe' am 22.7.1738 am Kärntnertor-Theater aufgeführt wurde (vgl. Pirker 1927, S. IXf.). Nicht bekannt ist freilich allerdings, ob dies als erste oder wiederholte Aufführung zu gelten hat. Somit stellt 1738 die spätestmögliche Datierung dar, jedoch ist natürlich auch ein früheres Entstehungsjahr möglich.

Ob Kurz - der Schöpfer des Bernardon - tatsächlich als Verfasser gelten kann, ist nicht völlig gewiss; das Stück wird aber etwa in der Werkedition von Brandner-Kapfer Kurz zugeordnet.
Generell hat schon Pirker zur Autorschaft des in den 'Teutschen Arien' Überlieferten bemerkt: "Ob [...] alle, leider nur in den Titeln, Arien und einigen Szenarien überlieferten Komödien und Burlesken von Kurz sind - es ist tatsächlich wohl nur bei einem verhältnismäßig geringen Bruchteil der Fall - ist dabei von untergeordneter Bedeutung, ist es doch das Theater am Kärntnertor, das allen diesen Stücken die gemeinsame Signatur gibt, ist es die mächtige Tradition aus dem Barocktheater der Jesuiten und der Oper des Kaiserhofes, die sich hier so gleichmäßig mit dem stammestümlichen Stegreifspiel vermählt, daß die Persönlichkeit des einzelnen Autors völlig in den Hintergrund tritt" (Pirker 1927, S. VIII).

Literatur:
Permalink: http://hdl.handle.net/11471/510.15.614
Zuletzt geändert: am: 24.9.2015 um: 17:08:40 Uhr