Dialect Cultures

Datenbank bairisch-österreichischer Mundartkunst vor 1800

Gattung: Drama
Genre:
Zeitraum Entstehung: spätestens 1741
Textvarianten:
Kommentar:

Die Komödie 'Der Verhexte Lust-Garten' ist uns im Ganzen (soweit bekannt) nicht überliefert. Erhalten sind durch die Sammlung 'Teutsche Arien' lediglich die Arien daraus, die deren erster Band liefert.

Im Stück enthalten sind unter anderem (neben tendentiell standardsprachlichen Gesangseinlagen) drei Arien mit dialektalen Anklängen: ‚Kein geplagteres Vieh auf Erden‘ , ‚Ein Stuben=Mädel hat wohl Plage‘ und ‚Seyds mir willkommen ös Herren‘ .

Das genaue Entstehungsdatum ist zweifelhaft. Die Stücke, deren Arien in der genannten Sammlung überliefert sind, sollen im Zeitraum von ca. 1737 bis 1757 im Wiener Kärntnertor-Theater aufgeführt worden sein. Darüber hinaus wird für die einzelnen Bände von einer chronologischen Anordnung ausgegangen – der erste Band soll Aufzeichnungen von vor 1740/41 enthalten (dies erschließt sich im Zusammenhang mit erhaltenen Titelverzeichnissen, welche für Graf Johann Adam von Questenberg angefertigt wurden und Aufführungsdaten bestimmter Stücke enthalten) (vgl. Pirker 1927, S. IXf.).
Nachdem somit nur Daten für Aufzeichnungen sowie Aufführungen bekannt sind, kann das Stück auch vor 1737 entstanden sein, anzunehmen ist aber immerhin eine Datierung vor 1741.

Ob Kurz - der Schöpfer des Bernardon - tatsächlich als Verfasser gelten kann, ist ungewiss; in diesem Fall ist keine Zuschreibung belegt.
Pirker bemerkt zur Autorschaft des in den 'Teutschen Arien' Überlieferten: "Ob [...] alle, leider nur in den Titeln, Arien und einigen Szenarien überlieferten Komödien und Burlesken von Kurz sind - es ist tatsächlich wohl nur bei einem verhältnismäßig geringen Bruchteil der Fall - ist dabei von untergeordneter Bedeutung, ist es doch das Theater am Kärntnertor, das allen diesen Stücken die gemeinsame Signatur gibt, ist es die mächtige Tradition aus dem Barocktheater der Jesuiten und der Oper des Kaiserhofes, die sich hier so gleichmäßig mit dem stammestümlichen Stegreifspiel vermählt, daß die Persönlichkeit des einzelnen Autors völlig in den Hintergrund tritt" (Pirker 1927, S. VIII).

Literatur:
Permalink: http://hdl.handle.net/11471/510.15.600
Zuletzt geändert: am: 27.4.2015 um: 15:39:39 Uhr