Dialect Cultures

Datenbank bairisch-österreichischer Mundartkunst vor 1800

Gattung: Lyrik
Genre:
Musikvarianten:
Kommentar:

Lied zum Motiv des 'Bauern in der Kirche', in dem ein ungebildeter, naiver Bauer einen festlichen Gottesdienst miterlebt. Die unverständige, teils verzerrende Beschreibung der beobachteten Handlungen dient dabei - wie in einer ganzer Reihe ähnlicher Lieder - dem komischen Effekt.

Wie Brednich/Suppan zeigen, lässt sich dieses um 1750 in dieser Form in der "Ebermannstädter Liederhandschrift" niedergeschriebene Lied zumindest in Teilen mit der bereits in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts entstandenen 'Vesper von Landshut' ( "Vatter, i mueß dir wunder sagn" ) in Verbindung bringen, deren Verse teilweise fast wörtlich übereinstimmen (vgl. Brednich/Suppan 1972, S. 31f.; sie beziehen sich hier konkret auf die von Hartmann 1892 edierte, etwas jüngere Variante "Votta! y musz die wundä sogn" ).
Dabei bleibt jedoch zu bemerken, dass sich neben deutlichen Ähnlichkeiten aber auch wesentliche Unterschiede, v.a. in Struktur und Anordnung, zeigen.
Grundsätzlich kann darüber hinaus in dieser Fassung - wie auch in den entsprechenden anderen in der Ebermannstädter Liederhandschrift enthaltenen dialektalen Texten - eine gewisse Tendenz festgestellt werden, die Mundartformen zugunsten der Schriftsprache zurückzudrängen (vgl. auch ebd.).

Der Themenkreis des 'Bauern in der Kirche' umfasst darüber hinaus eine Reihe weiterer, auch späterer Lieder: Etwa das in Salzburg entstandene "LOß Riepel, i muß da was wunderliß sogen" , die Texte "Gott gseng enckh Essn!" und Kagerers damit verwandtes "Gott g'segn enk's, alli Herrn!" , schließlich Blumauers Lied "Der evangelische Bauernjunge in der katholischen Kirche" ( "Vater, hörts nur Wunder an!" ).

Literatur:
Permalink: http://hdl.handle.net/11471/510.15.48
Zuletzt geändert: am: 19.2.2016 um: 15:29:48 Uhr