Dialect Cultures

Datenbank bairisch-österreichischer Mundartkunst vor 1800

Gattung: Lyrik
Genre:
Zeitraum Entstehung: 1780 +/- 20
Hauptvariante (Text):
Textvarianten:
Kommentar:

Lied in Form eines Arbeitsliedes, das auf derb-obszöne Weise körperliche Freuden 'erotischer' wie 'kulinarischer' Art feiert.
Die Gattung des Arbeitsliedes wird zunächst nicht nur inhaltlich im Thema des Dreschens aufgegriffen, sondern auch durch die Rhythmik, die die Bewegungen der Arbeit aufgreift – wie vor allem im Refrain mit seinem weitgehend sinnfreien, aber stark rhythmischen "gelt du drescht ä, / halt ja i moan ä, / ey dasti halt ä" deutlich wird.

Gleichzeitig ist das Lied aber auch sexuell konnotiert, wobei die Mehrdeutigkeiten des ‚Arbeitens im Stall‘ wie auch das Motiv des Dreschen anspielungsreich ausgenutzt werden. Dabei bleibt es in diesem Fall nicht bei eher harmlosen erotischen Anspielungen, vielmehr können derb-sexuelle und sogar gewalttätige Bilder assoziiert werden, wenn es etwa heißt „Die oän die rührt sich recht, / unter uns Baurnknecht, / sie arbeit um in Streih, / fa st wie ä Sau darbey“ (4,1-4) oder in der Folge auch „Buema drescht nur braf drauf, / hebst nur die Dreschln auf, / schlagt es recht tief hinein, / das Stroh muss sauber seyn“ (6,1-4).
Bezeichnend ist freilich, dass sich diese Anspielungen nicht eindeutig fixieren lassen, ja geradezu zu verschwinden scheinen, je genauer man den Text betrachtet. Eine sichere Interpretation ist nicht möglich, die zitierten Stellen könnten auch jederzeit rein auf die Arbeit des Dreschens ohne sexuelle Anspielung bezogen werden. Gerade das scheint – bei aller Derbheit und Banalität des Liedes – etwas, was einen Text wie den vorliegen-den auch spannend macht.

Gegen Mitte des insgesamt 20 Strophen langen Liedes schwenkt das Lied schließlich ganz in Fäkal- und Ekelkomik über und beschreibt in beschwingtem Ton unterschiedliche Ausscheidungsprozesse sowie ein Mahls rein aus ekelerregendem Essen.

Große Ähnlichkeiten in Aufbau und Rhythmik - insbesondere auch beim Refrain - mit dem Lied "Loßts Buemmä ins nachtbarn haus" , das allerdings weniger derb gestaltet ist.

Permalink: http://hdl.handle.net/11471/510.15.420
Zuletzt geändert: am: 31.8.2016 um: 19:57:37 Uhr