Dialect Cultures

Datenbank bairisch-österreichischer Mundartkunst vor 1800

Gattung: Lyrik
Genre:
Zeitraum Entstehung: 1770 +/-20
Textvarianten:
Kommentar:

Wohl eher von obrigkeitlicher Seite als Warnung geschriebenes, zweiteiliges Wildererlied (siehe Teil 2, "Wie der Wildprät-Schütz gefangen worden" ).

In diesem ersten Teil schildert der Wilderer seine Lust am Jagen ("Glaubs mit Wahrheit zu bekennä, daß etwas so lustig sey, als ein Hirschen nidabrennä", 2. Str.) und wie er "neulä" einen Hirschen erwischt hat (Str. 3/4), wobei die Jagd, das Schlachten und Zubereiten relativ ausführlich geschildert werden.
Immer präsent sind in diesem Text aber auch die zu befürchtenden Strafen. Dass er schon "fünfmal auf dem Pranger g'standen" ist (Str. 2), beschreibt er etwa selbst, und seine Sorge davor, endgültig erwischt zu werden: "thät man mich ä mal bekemmä, / würdens’s all mein Sach weck nehmä" (Str. 8); nicht zuletzt wird er selbst als habgieriger Wirt dargestellt, der das illegal geschossene Wildbret den Gästen zum doppelten Preis vorsetzt und nur "auf sein Beutl" schaut (Str. 7).

Die im Raum stehende Bestrafung als Häftling im Zuchthaus oder gar als Galeerensträfling wird im zweiten Teil explizit, wodurch dieses Wildererlied insgesamt kaum etwas vom fröhlich-aufmümpfigen Ton der meisten Lieder zu diesem Thema hat, sondern eher als mahnender Text erscheint, der der Bevölkerung die drohenden Strafen vor Augen führen soll.

Permalink: http://hdl.handle.net/11471/510.15.412
Zuletzt geändert: am: 18.12.2015 um: 10:45:19 Uhr