Dialect Cultures

Datenbank bairisch-österreichischer Mundartkunst vor 1800

Gattung: Lyrik
Genre:
Zeitraum Entstehung: etwa 1750-1770?
Textvarianten:
Kommentar:

Ehelied rund um das Thema der Untreue und des Umgangs zwischen den Eheleuten; dabei aber im Verlauf vergleichsweise harmlose Behandlung des Themas, die (fast) ganz ohne körperliche Gewalt auskommt. Im Kontext der anderen Lieder der Flugschrift scheint hier ganz bewusst die Figur eines liebenswürdigen und harmlosen, gerade deshalb aber betrogenen und schlussendlich (siehe das dritte Lied ) ins Unglück gestürzten Mannes gezeichnet zu werden.
Ein junger Ehemann schildert sein Leid: Schon nach drei Tagen Ehe musste er feststellen, dass er es schlecht getroffen hat und die Frau untreu ist: Sie schickt ihn unter Vorwänden weg und empfängt inzwischen "wilde Schwäger". Als er eines Tages heimkommt und fremdes Gewand am Bett entdeckt, lässt er den Fremden von seinem Hausknecht hinauswerfen und überrascht seine Frau. Dann folgt jedoch im Lied recht schnell die Auflösung: "sie hat den Fehler selbst betracht, ihr Lieb hats zu mir gwendt, und hat die wilde Schwagerschaft, auf einmal ghabt ein End."
Am Schluss die Moral lautet: wenn man eine Frau erwischt, "die grobe Fehler hat", soll man sich wehren - eine treue Frau aber "muß man ehrn und liebn".

Relativ standardnahe Umsetzung, allerdings deutlich dialektal grundiert.

Permalink: http://hdl.handle.net/11471/510.15.393
Zuletzt geändert: am: 3.12.2015 um: 17:18:15 Uhr