Dialect Cultures

Datenbank bairisch-österreichischer Mundartkunst vor 1800

Gattung: Lyrik
Genre:
Zeitraum Entstehung: etwa 1750-1770?
Textvarianten:
Kommentar:

Lebhaftes Liebeslied, das einen wohl durchaus realistischen Blick auf Möglichkeiten und vorgegebene Wege des Einander-Kennenlernens und der Anbahnung einer Hochzeit erlaubt:
Der Sänger beschreibt zuerst, dass er von der Liebe "gschossn worn" ist - denn als er auf einer Hochzeit war, hat er mit einem Mädchen, "des Nachbarn Kathl" getanzt und sich in sie verliebt. In den Strophen 3-5 werden ihre Vorzüge geschildert, in den Strophen 6-7 wird schließlich beschrieben, dass sich die Eltern mit einer Hochzeit einverstanden erklärt haben und "s'Mensch [...] jezt auch schon drum [weiß]" und es ihr recht ist. In der letzten Strophe steht die Moral: Wer Vater und Mutter ehrt und auf Gott vertraut, wird eine fromme und schöne Braut kriegen.
Ein - wohl auch bewusster - Bruch dieses optimistischen Bildes ergibt sich freilich, wenn man das Lied im Kontext mit den beiden anderen Texten der Flugschrift vergleicht, in denen es um Untreue, Streit und Prügeleien zwischen den Eheleuten geht; Grundkonstante bleibt dabei jedoch stets die harmlos-liebenswürdige Zeichnung des Mannes, die ihn - falls man die Texte als durchgehende Erzählung versteht - auch am Ende ins Unglück stürzt (siehe dazu die Verlinkungen bei der Quelle).

Permalink: http://hdl.handle.net/11471/510.15.392
Zuletzt geändert: am: 3.12.2015 um: 17:16:40 Uhr