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Datenbank bairisch-österreichischer Mundartkunst vor 1800

Gattung: Lyrik
Genre:
Zeitraum Entstehung: Ende 18. Jh.
Hauptvariante (Text):
Textvarianten:
Kommentar:

Aus der Sicht eines Bauernknechts wird das Leben am Bauernhof im Jahreslauf geschildert - mit seinen Vorteilen (das reichhaltige Essen (vgl. 1. Strophe) oder die Arbeit in der Natur (vgl. 3. Strophe)) und seinen Nachteilen ("Freyli kimmt d'Arbat hübsch träbi oft aua, 's Ackern und s'Dröschen, das Mohn und das Heig'n machen am warlä dö Stunden recht sauä", 4. Strophe); die Schlussfolgerung bleibt aber, dass er viel lieber Knecht bleibt, das "Herrnlöbn" würde ihn nicht freuen (vgl. Strophe 8).
(Textbsp. nach der Hauptvariante)

Überdeutlich wird im Lied die Propagierung des ‚Ordo‘-Gedankens, also dem Festhalten an der gegebenen hierarchischen gesellschaftlichen Ordnung. Möglicherweise, so vermutet jedenfalls Klier, ist damit das Lied als Reaktion auf die Französische Revolution mit ihren Forderungen nach Gleichheit und Brüderlichkeit zu interpretieren (vgl. Klier 1960, S. 363).

Interessant ist daneben die Thematisierung von Aberglauben bzw. Volksfrömmigkeit im Text, die deutlich anti-aufklärerisch orientiert ist (vgl. etwa Str. 5): Es soll gezeigt werden, dass der Aberglauben in der ländlichen Bevölkerung tief verwurzelt und wichtig ist, und dass er auch nicht von ‚Narren aufgebracht‘ (vgl. 5,6) wurde.

Literatur:
Permalink: http://hdl.handle.net/11471/510.15.389
Zuletzt geändert: am: 25.9.2015 um: 12:07:37 Uhr