Dialect Cultures

Datenbank bairisch-österreichischer Mundartkunst vor 1800

Gattung: Lyrik
Genre:
Autoren:
Komponisten:
    Zeitraum Entstehung: vermutl. 1780er-Jahre [?]
    Hauptvariante (Musik):
    Kommentar:

    Scherzhaftes Lied über das Thema Erbsünde von Marcellinus Sturm:
    Im Lied entspinnt sich in zwei Stimmen ein Gespräch mit widerläufigen Meinungen darüber, ob die Erbsünde eine allzu gewichtige oder eine tragbare Last sei, wobei der erste Sprecher das Leben im Himmel herbeisehnt und auf Adam und Eva schimpft, während der zweite stets relativierend dagegenhält, dass es sich auf Erden nicht allzu schwer recht zufrieden leben lasse.

    Nachdem zunächst die – strittige – Ehrenhaftigkeit Adams und Evas in Frage steht, wird auf das menschlich-weltliche mit Unbill, Hunger und Arbeit erfüllte Schicksal umgelenkt. Dem entgegengesetzt wird die Aufforderung, das nicht Änderbare anzunehmen und das Bestmögliche daraus machen. Der Beschwerde über den gesellschaftlichen Verfall, die Verführbarkeit der Menschen sowie die Beliebigkeit des Glücks wird die Mahnung zu mehr Dankbarkeit und Demut entgegengehalten. Zuletzt kommt die Sprache auf gesundheitliche Leiden und auf die bittere Endlichkeit des Daseins – gerade dies greift der lebenspraktische Widerpart resümierend als Prämisse auf, um aus eben jener Gewissheit eines einstmaligen Lebensendes folgernd zu fordern: „Drum bet, studier, und trag dein Joch, / Was gilts du stehst im Catalog.“ (7,14f.).

    Literatur:
    Permalink: http://hdl.handle.net/11471/510.15.353
    Zuletzt geändert: am: 11.9.2016 um: 12:15:19 Uhr