Dialect Cultures

Datenbank bairisch-österreichischer Mundartkunst vor 1800

Gattung: Lyrik
Genre:
Zeitraum Entstehung: ab etwa 1760 (?)
Textvarianten:
Kommentar:

Eines der populärsten Dialektlieder des 18. Jahrhunderts, hier allerdings nur durch eine Fassung einer Flugschrift aufgenommen.
Sehr sangbares Lied: In den 10 Strophen wird jeweils besungen, was der „Kohlbauern-Bua“ alles hat – schöne Schuhe, Strümpfe, Hosen, auch schöne Haare etc.
Es folgt immer der Refrain „... he ra sa, Heu und Stroh hobmer gnoug, bin i nit a schöner Kohlbauern Bua, Kohlbauern Bua.“ (Zitate aus der sprachlich tw. ins Schwäbische weisenden Variante der Staatsbib. Berlin)

Sonnleithner erwähnt es in seiner Hafner-Gesamtausgabe als Beispiel für eines der allgemein bekannten, von den Liederfrauen verbreiteten Lieder, das - wie 'Ey, du schwarz Mauserl' - deutlich älter sein soll als 'A Schüsserl und a Rein'l' ( http://books.google.at/books?id=C9UPAAAAYAAJ&pg=PA111 ) . Hier auch eine schöne authentische Mitteilung über das gute Geschäft mit den Flugschriften, das 'bedeutend' gewesen sei, immerhin wären in der 'Schulzischen Buchdruckerey' allein jährlich 2000 Gulden Druckkosten angefallen

In den "Vertraulichen Akten' des österr. Staatsarchivs zum Jakobinerprozess wird ein 'Kohlbauernbubenlied' (VA 39, f. 121) als einer der revolutionären Gesänge erwähnt, vgl. Körner, Die Wiener Jakobiner, S. 13 -> vermutlich eine agitatorische Umdichtung, die sich die Bekanntheit des Lieds zunutze machte

Das Schema des Liedes wird auch im Lied „Hanß hat a schönes Hütel auf“ aufnur der 'Träger' (Kohlbauern Bua oder Hanß) und der Refrain sind anders formuliert, das Schema ist dasselbe.

Literatur:
Permalink: http://hdl.handle.net/11471/510.15.349
Zuletzt geändert: am: 24.10.2016 um: 13:52:39 Uhr